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Andrea Betschart
Ein altes Eisen neu geschmiedet

Buch-Rezension von Andrea Betschart Jul 2019

Eine Gruppe von Männer begibt sich auf eine gefährliche Reise. Ihre Mission: Die belagerte Stadt Castia von einem Tyrannen und seiner monströsen Armee befreien. Mit dabei sind unter anderem ein Zauberer, ein begnadeter Krieger, sowie ein blonder Schönling... Wer jetzt denkt, es handelt sich hier bloss um eine weitere Quest, wie man sie so oft in Fantasy-Romanen liest, hat recht und liegt trotzdem ziemlich daneben.

"Klopf-Klopf! Wer da?" "Deine Vergangenheit!"

Clay Cooper, Spitzname "Die langsame Hand", war einst Mitglied der "Saga", einer der legendärsten Söldnertruppen überhaupt. Mit seinen Kumpanen zog er unerschrocken von Abenteuer zu Abenteuer, bekämpfte Drachen, tötete Zyklopen und besiegte jedes Monster, dass sich ihm in den Weg stellte. Doch diese glorreichen Tage gehören der Vergangenheit an. Inzwischen ist Clay verheiratet, hat eine kleine Tochter und verdient sich sein täglich Brot als Mitglied der Stadtwache. Anstelle von Ruhm und Heldentaten sind heute Rückenschmerzen und eine schwache Blase getreten. Ungeachtet dieser Zipperlein geniesst Clay sein einfaches Leben sehr und vermisst seine Tage als Söldner nicht sonderlich. Sein beschaulicher Alltag wird komplett auf den Kopf gestellt als sein alter Freund Gabriel, genannt der goldene Gabe, bei ihm vor der Tür steht.

Zwar ist auch bei Gabriel der Lack etwas ab, dies hindert ihn jedoch nicht daran, Clay mit einer unglaublichen Bitte zu konfrontieren. Er will allen Ernstes die alte Truppe wieder zusammentrommeln um auf eine letzte Mission zu gehen. Und die hat es in sich! Gabes Tochter Rose ist in der belagerten Stadt Castia gefangen. Rettung ist nicht in Sicht, ihre Lage hoffnungslos. Da Clay mittlerweile selber Vater ist, gibt er nach anfänglichem Zögern nach und willigt ein, Gabriel auf seiner gefährlichen Reise zu begleiten.

Problemchen, Probleme, handfeste Schwierigkeiten

Die Wiedervereinigung der "Saga" birgt einige Probleme. Die ehemaligen Mitglieder haben sich in den vergangenen Jahren ihr eigenes Leben aufgebaut, und nicht jeder ist gleich erpicht darauf, sich wieder ins Abenteuer zu stürzen. Zumal die Chance auf eine Rückkehr in lebendigem Zustand gegen Null tendiert. Schliesslich gilt es, die belagerte Stadt Castia zu befreien, die von einer mehreren 1000 Mann starken Monster-Armee umzingelt ist. Und "Monster-Armee" ist für einmal wortwörtlich zunehmen. Zentauren, Lindwürmer oder Orks sind nur ein paar der Gegner, die unsere in die Jahre gekommenen Helden erwarten würden. Sollten sie denn überhaupt in Castia ankommen. Denn hier liegt eine weitere, nicht unerhebliche Schwierigkeit: Der Weg in die Stadt führt durch den Herzwyld, einen düsteren, grausigen Wald, der so ziemlich von jedem Monster und Ungeheuer bewohnt wird, dass man sich vorstellen (und nicht vorstellen) kann. Wenn das keine vielversprechenden Aussichten sind, um nochmals Schild und Schwert zu gürten...

Überzeugende Sprache und umwerfende Figuren

Was an der Geschichte "Die Könige der Finsternis" am besten gefällt, ist schwer zu sagen. Es ist das gelungene Zusammenspiel vieler toller Elemente. Da wären zu einem die Mitglieder unserer Heldentruppe. Sei es der etwas einfache aber stets loyale Clay, die eigenbrötlerische Kampfmaschine Ganelon, der gutaussehende Gabriel, der dick gewordene Messerakrobat Matrick oder der schwule Zauberer Arcandius Moog. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Als Leser fällt es sehr leicht, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen, da sie durch ihre alltäglichen Sorgen und Altersgebrechen sehr real und nahbar sind.

Zum anderen ist die Sprache des Autors äusserst süffig zu lesen. Viele Passagen strotzen vor Selbstironie und schwarzem Humor. Dabei schafft es Nicholas Eames das Ganze nicht zum Klamauk verkommen zu lassen, sondern sorgt vielmehr für laute Lacher während der Lektüre. Wortwitz und Bissigkeit seiner Dialoge erinnern zum Teil an Joe Abercrombies Klingen-Saga.

Nicht zuletzt weiss auch sein Weltenentwurf zu gefallen. Allem voran der Herzwyld. Dieser Wald, der von allen möglichen Kreaturen und Scheusalen bewohnt wird, ist eine schreckliche Welt in die man sich trotzdem gerne mitnehmen lässt. Mit viel Liebe zum Detail hat Eames hier ein kleines "Horrorkabinett" zusammengestellt und selbst die unwichtigste Nebenfigur ist toll ausgearbeitet und charakterisiert.

Fazit:

Mit "Könige der Finsternis" ist Nicholas Eames ein toller Wurf gelungen. Die Geschichte um die Söldnertruppe "Die Saga" liest sich flüssig, leicht und locker. Humor, Abenteuer, Spannung und Ironie kommen nicht zu kurz und halten sich gekonnt die Waage. Bekannten Elementen aus der High-Fantasy gibt Eames ein altes, äh pardon, neues Gesicht und zeigt wie sich Helden schlagen, wenn sie ihre besten Jahre bereits hinter sich haben.

Die Erzählung ist in sich abgeschlossen, es soll aber mit "Bloody Rose" eine weitere Geschichte folgen, die wiederum in der Umgebung des Herzwyld spielt.

Könige der Finsternis

Könige der Finsternis

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