Die Rebellion von Laterre (Die Rebellion der Sterne 1)

Erschienen: November 2019

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Nina Pimentel Lechthoff
Die Rebellion der Herzen

Buch-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Jan 2020

In der weit entfernten Galaxie Système Divin mit ihren drei Sols und zwölf bewohnbaren Planeten hat die Menschheit eine neue Heimat gefunden. Denn nachdem die Alte Welt im Begriff war zu sterben, machten sich zwölf Familien auf, auf den zwölf Planeten ein neues Leben aufzubauen. Die Familie Paresse ließ sich auf dem von Dauerregen geplagten Planeten Laterre nieder. Während die Adeligen und deren Hofstaat unter einer klimaregulierenden Kuppel leben, muss sich der Dritte État nicht nur mit dem Regen rumschlagen, sondern in den Fabriken und Feldern hart arbeiten. Jedes Aufbegehren wird gnadenlos bestraft und der Mond dient als eine Art Strafgefangenenlager – die Bastille genannt – auf dem die Sträflinge sehr oft bis zum Tode schuften.

Laterre ist kein schöner Ort, zumindest nicht für Chatine. Sie verdient sich mit kleinen Diebstählen ihr tägliches Brot, was ihr aber eher selten den Magen füllt. Ihr großes Ziel: raus aus Laterre! Dafür würde sie alles tun, sogar für das Regime als Spionin arbeiten.

Im Gegensatz zu ihr ist Marcellus wohlbehütet in der Kuppel Ledôme aufgewachsen. Einfach ist sein Leben aber nie gewesen, denn sein Großvater ist der zweite Mann des Regimes. Was noch schlimmer ist: Er ist der Sohn eines Verräters, der für ein Blutbad verantwortlich war und seitdem in der Bastille sitzt. Als dieser stirbt bekommt Marcellus eine Nachricht der rebellischen Untergrundorganisation Vangarde, deren Mitglied sein Vater war. Wird er sich den Rebellen anschließen oder bleibt er seinem Großvater und dem Regime treu?

Die dritte im Bunde ist Alouette. Vom Dritten État und Ledôme weiß sie nur das, was in ihren Büchern steht, denn sie ist in dem unterirdischen Bunker Refuge groß geworden. Der Schwesternorden, der dort lebt, wacht über die letzten Bücher von Laterre, die von der Alten Welt herausgeschmuggelt wurden. Eigentlich ist sie ganz glücklich mit ihrem Leben unter Tage, doch als ein verletzter junger Mann vor dem Eingang des Refuges steht, wagt sie sich in die unbekannte Welt auf der Oberfläche.

Großer Planet, kleine Handlungsfläche

Obwohl die drei Hauptfiguren von „Die Rebellion der Sterne - Band 1: Die Rebellion von Laterre“ die unterschiedlichsten Hintergründe haben und deren Herkunft nicht unterschiedlicher sein könnte, bringt sie das Schicksal doch zusammen. Ohne viel zu spoilern: Ähnlich wie in einer anderen Rebellion, die in einer weit, weit entfernten Galaxie spielt, hängen die Hauptfiguren auch alle irgendwie miteinander zusammen. Das gefällt mir nicht so sehr, da diese Zusammenhänge meiner Meinung nach sehr gewollt wirken. Die Figuren scheinen alle immer am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein und laufen sich ZU zufällig über den Weg. Und wenn nicht der Zufall die Figuren zusammenbringen konnte, werden sie sich durch komische Verhaltensweisen der Nebenfiguren gegenseitig in den Weg gestellt. Vor allem die Entscheidung von Marcellus Großvater, Chatine damit zu beauftragen, seinen Enkelsohn auszuspionieren, finde ich äußerst seltsam. Diese Entscheidung fällt er wegen einer kurzen Interaktion zwischen den beiden, die ich auch seltsam finde. Marcellus ist wohlbehütet aufgewachsen und die Richtigkeit des Regimes wurde ihm seit jeher eingetrichtert. Trotzdem will er Chatine etwas Gutes tun. Kann sein, dass er aus heiterem Himmel Sympathie für diese Person empfindet, aber er ist ständig in den Frets, das Armenviertel von Laterre, unterwegs und hat sich nie am Elend der Leute dort gestört. Warum also Chatine? Das ist nur ein Beispiel für Handlungen der Figuren, die für mich wenig bis keinen Sinn machen.

Revolution und die ganz große Liebe

Eine weitere Plot-Entscheidung, die für mich überhaupt nicht funktioniert, ist das Liebesdreieck. Dieses fühlt sich zu gewollt an, vor allem die plötzliche Verbindung zwischen Alouette und Marcellus. Hier rächt sich die Grundidee hinter „Die Rebellion von Laterre“ etwas. Denn das Buch versteht sich als Neuinterpretation des französischen Klassikers „Die Elenden“ von Victor Hugo. Ich bin mit der Vorlage nicht so vertraut, aber ich hoffe, dass die Beziehungen und vor allem die aufkeimenden Gefühle der Figuren füreinander dort etwas besser ausgearbeitet sind.

Nur bei Chatine kann ich ihre Gefühle nachvollziehen. Sie nähert sich Marcellus nach und nach immer mehr an, während sie ihn besser kennenlernt. Es ist auch sehr interessant zu sehen, wie ihre Vorurteile immer weiter abgebaut werden, nur um im nächsten Augenblick wieder aufgebaut zu werden, sei es, weil Marcellus selbstgefällig handelt oder weil Chatine eifersüchtig wird.

Das ist bei der Beziehung zwischen Marcellus und Alouette überhaupt nicht der Fall. Sie verlieben sich auf den ersten Blick. Marcellus ist angetan von der mysteriösen jungen Frau, der er zufällig begegnet und Alouette verliebt sich sofort in den sehr gutaussehenden jungen Mann. Zwar lernen sie sich auch im Laufe der Geschichte kennen, sind aber meiner Meinung nach sehr verblendet voneinander und geben viel mehr von sich preis, als es nachvollziehbar ist.

Tolle Welt, etwas zu langer Prolog

Auch wenn ich viel an „Die Rebellion der Sterne - Band 1: Die Rebellion von Laterre“ auszusetzen habe, muss ich eingestehen: Die Autorinnen Jessica Brody und Joanne Rendell schaffen es, eine glaubwürdige und ausgearbeitete Welt zu erschaffen. Mich haben vor allem die kleinen Details, die sie zwischendurch einstreuen, sehr beeindruckt. Beispielsweise ist die Trauerfarbe auf Laterre rot, und nicht schwarz wie bei uns. Das liegt an der zweiten Sonne, die rot glüht und zu denen die Überreste der wohlhabenden Schicht in einen Raumschiff-Sarg geschickt werden. Das hat mich sehr beeindruckt.

Auch das Ende hat mich positiv überrascht. Die größten Fragen, vor allem um die sehr mysteriösen Alouette, werden beantwortet. Die Spannung wird aber beibehalten, denn es werden neue Fragen aufgeworfen, die echt Lust machen, den nächsten Band zu lesen.

Ich hatte aber auch gleichzeitig ein bisschen das Gefühl, einen sehr langen Prolog gelesen zu haben, der nur dazu da war, in diese neue Welt einzuführen und die Figuren so zu positionieren, damit der weiterführende Plot funktionieren kann.

Fazit:

Ich weiß echt nicht, ob ich „Die Rebellion der Sterne - Band 1: Die Rebellion von Laterre“ mochte oder nicht. Mich haben die Liebesgeschichte zwischen Marcellus und Alouette und die teilweise nicht nachvollziehbaren Handlungen der Figuren echt oft mit den Augen rollen lassen. Wiederrum finde ich Chatine eine sehr gelungene Figur und die Welt, die die Autorinnen schaffen, wirkt durch die ausgefeilten kleinen Details sehr echt. Auch wenn die Geheimnisse und Fragen, die am Anfang des Buchs etabliert wurden, etwas vorhersehbar waren, hat mich das Ende echt angefixt, den nächsten Band zu lesen. Trotzdem kann ich dem Band keine allzu hohe Wertung geben und wäre froh, wenn die etwas konstruierte Handlung sich im nächsten Band flüssiger anfühlt.

Die Rebellion von Laterre (Die Rebellion der Sterne 1)

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Letzte Kommentare:
08.11.2019 19:13:17
K.-G. Beck-Ewerhardy

Die Erde ist eine ferne Erinnerung und im System Divin sind verschiedene Planeten von den Nachkommen der von ihrem Heimatplaneten geflüchteten Menschen besiedelt und jede dieser Welten hat so ihren eigenen Charakter. Dieser Roman führt uns nach Laterre, auf dem das Régime ein Systéme eingerichtet hat in der drei soziale Schichten/Etats für eine scheinbare klare Ordnung sorgen. Die Mitglieder der ersten Schicht sind die Herrscher, die zweite Schicht verrichtet die administrativen und exekutiven Aufgaben und die dritte Schicht ist die der Arbeiter.
Und diese Arbeiterschicht - zu der Chatine Renard - gehört, lebt in Schmutz, Hunger und Elend, aber in der Hoffnung auf einem durch eine jährliche Lotterie aufzusteigen. Hier gibt es auf Grund der Umstände eine Menge Kriminalität und Chatine, die aus sehr vielen Gründen als der Junge Théo auftritt ist eine überaus geschickte Trickdiebin und Einbrecherin, die da-neben noch mit ihren Eltern um Anteile an ihrer Beute streiten muss. Eines Tages trifft sie auf den jungen Marcellus Bonnefaçon, den Enkel des Ersten Generals, des höchsten Mitglieds des zweiten Etats und gleichzeitig der de facto-Herrscher Laterres und außerdem der Sohn eines inhaftierten Verräters und Revolutionsführers, der vor 17 Jahren wegen der Organisation eines Terroranschlags verhaftet wurde und gerade im Gefängnis gestorben ist. Eine Begutachtung der Leiche des Verstorbenen erweckt in Marcellus erste Zweifel an der ihm bekannten Familiengeschichte - und an dem Systéme an sich.
Diese Zweifel verstärken sich noch, als er nachdem er bei einem Aufruhr verletzt worden ist, von einer geheimnisvollen jungen Frau versorgt, die danach wieder verschwindet und obwohl er ihren Namen erfahren hat, kann das allmächtige Verwaltungssystem von Laterre sie nicht finden, denn sie lebt im wahrsten Sinne des Wortes unter dem Radar - so tief, dass sie selbst nicht einmal genau weiß, wer oder was sie ist.
Dieses Buch ist sehr offensichtlich bei Victor Hugos Les Misérables inspiriert und kommt - auch weil es ein YA-SF-Roman ist - gelegentlich gefährlich nah ans Kitschige, aber trotz der eher jugendorientierten Sprache und Erzählweise lässt es sich gut lesen und kann auch stel-lenweise sehr überraschen. Ich werde nach weiteren Romanen dieses sehr routinierten Autor-enduos Ausschau halten.