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Marcel Scharrenbroich
Zeitreisen für Fortgeschrittene

Buch-Rezension von Marcel Scharrenbroich Nov 2019

„Da waren sie wieder, meine drei Probleme…

…ich soll 1. ein Buch klauen, 2. verhindern, dass ein eingebildeter Bühnenmagier nicht dafür sorgt, dass die Zukunft (und damit jeder, der mir lieb und wichtig ist) zur Hölle fährt und 3. stecke ich in der verdammten Vergangenheit fest. Ich hasse Montage.“

So in etwa könnte es in Estas Köpfchen ausgesehen haben, als sie über ihre Lage im Manhattan des Jahres 1901 sinniert hat, nachdem sie vollkommen auf sich alleine gestellt war. Aber ganz von Anfang: Die Magier befinden sich untereinander im Krieg. Dies ist schon seit vielen Jahrhunderten so und wer jemals „Harry Potter“ gelesen hat, weiß, dass die Kacke ordentlich dampft, wenn verfeindete Fraktionen mit magischen Kräften aufeinandertreffen. Der Magier-Orden Ortus Aurea herrscht über alle anderen Mageus und die, die sich dem Orden nicht gebeugt haben, leben unentdeckt im Untergrund. Zu dieser zahlenmäßig unterlegenen Widerstandsgruppe gehört auch die junge Esta. Im heutigen New York aufgewachsen, unter den Fittichen von Professor Lachlan, der sie wie eine Tochter großzog und ausbildete, nachdem er sie als Baby ausgesetzt in einem Park fand. In Lachlans Auftrag reist Esta durch die Zeit, um wichtige Artefakte zu beschaffen, die im Kampf gegen den Orden von Nutzen sein könnten. Magier, die New York betreten, können die Stadt nicht wieder verlassen. Eine magische Schwelle hindert sie daran und bestraft jede Grenzüberschreitung mit dem sofortigen Machtentzug = Tod. Das mächtige Buch Ars Arcana, welches angeblich alle Geheimnisse der Magie in sich verbirgt, soll dabei helfen, den Orden – und somit die Schwelle – zu zerschlagen. Dumm nur, dass sich der Wälzer im Besitz des Ortus Aurea befindet…

Mit Hilfe ihres magischen Armreifs, in den ein Kristall eingefasst ist, der Esta das Reisen durch die Zeit ermöglicht, soll das Mädchen sich ins Jahr 1901 begeben, um dem Orden das Ars Arcana zu entwenden. Das Problem ist, dass bei ihrem Sprung in die Vergangenheit der Kristall zerstört wird und Esta nun im Jahr 1901 festsitzt. Dennoch lässt die erfahrene Diebin sich nicht von ihrer Mission abbringen… und im Manhattan der Vergangenheit sollte der Kristall doch noch intakt sein, oder? Sie muss ihn nur noch finden.

Darauf trainiert, in der Vergangenheit nicht aufzufallen und mit ausreichender geschichtlicher Kenntnis versorgt, muss Esta nun Kontakte knüpfen und sich in die Untergrund-Bande von Dolph Saunders einschleusen. Gar nicht so einfach, denn der mit allen Wassern gewaschene Dolph ist vorsichtig, was die Auswahl seiner Leute angeht. Am liebsten hätte er den charmant-schurkischen Harte Darrigan im Boot, der sich seine Brötchen als Bühnenmagier verdient, und immer wieder Estas Weg kreuzt. Dies bleibt auch Saunders nicht verborgen und könnte ihm nutzen, Darrigan für seine Sache zu gewinnen. Doch Harte Darrigan verfolgt eigene Ziele und hat ebenfalls ein Auge auf das Ars Arcana geworfen. Egal, wessen Absichten sich Esta anschließen wird, am Ende wird sie sie alle verraten müssen… um die Zukunft der Magie zu retten.

Das Auge isst mit

Dieser Spruch passt im Falle von „Der letzte Magier von Manhattan“ zu 100%. In Zeiten, in denen Bücher dermaßen toll aufgemacht sind, dass sich in der Buchhandlung ein Eyecatcher an den nächsten reiht, fällt Lisa Maxwells Fantasy-Roman trotzdem schon von weitem ins Auge seines potentiellen Lesers. Das verschnörkelt-verschlungene Ouroboros-Symbol (eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt; auch „Selbstverzehrer“ genannt) auf dem Cover und die gold-glänzende Umrandung des abgeranzt aussehenden Schriftzuges auf hellem Untergrund haben es mir sofort angetan. Ich weiß, man soll ein Buch ja nicht nach seinem Einband beurteilen, aber… draufgesch§$$en! Das, und der Klappentext, der den äußeren Eindruck nur noch bestätigte (Idealfall!), machte die Entscheidung leicht, diesen Schmöker unbedingt lesen zu wollen. Ja… ich weiß, dass ich damit in die perfekte Marketing-Falle getappt bin und mir ist ebenfalls bewusst, dass dieser Schuss auch ganz schnell nach hinten losgehen kann. Tat er in diesem Fall aber nicht… Glück gehabt! Die sieht-schön-aus-muss-ich-haben- und ui-wie-hübsch-das-funkelt-Areale meines Hirns waren also schon mal befriedigt. Dann hat Miss Maxwell mich mit einer hervorragenden Story überrascht, deren Fortsetzung ich jetzt schon entgegenfiebere.

Charakterstark

Vom wahrlich sprunghaften Beginn sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn obwohl wir gerade am Anfang mehrfach die Zeit wechseln und es Gefahr läuft, unübersichtlich zu werden, finden wir uns recht schnell im Manhattan des Jahres 1901 wieder. Hier verbleiben wir dann auch für längere Zeit und fangen langsam an, uns heimisch zu fühlen. Generell bewegen wir uns nicht außerhalb New Yorks. Ihr wisst schon… Schwelle… Tod… usw.

Besonders hat mir gefallen, wie Lisa Maxwell die Charaktere einführt. Nicht mit dem Holzhammer und einem Fakten-Bombardement, dass wir bereits nach einer Seite mit einer neuen Figur glauben, wir würden diese seit dem Kindergarten kennen, sondern peu à peu. Mit zunehmender Lesedauer werden neue Details zu Esta, Harte, Dolph, Viola, Nibs und weiteren Protagonisten verraten, was einem realistischen, langsamen Kennenlernen gleicht. So wird man als Leser auch nicht überfordert, was bei Handlungen mit vielen Charakteren (und speziell, wenn wir uns zu Beginn noch auf mehreren Zeitebenen bewegen) recht schnell vorkommen kann.

Esta ist dabei ein Charakter, der einem direkt ans Herz wächst. Tough, nicht auf den Mund gefallen und selbst in aussichtslosen Situationen noch mit kühlem Köpfchen unterwegs. Lediglich ihr junges Alter (irgendwas zwischen 16 und 17) hat mich doch sehr überrascht. Dafür kam sie mir dann schon fast ZU abgebrüht rüber. Harte Darrigan ist ebenfalls eine Figur, die man einfach mögen muss. Sein Lausbuben-Charme und die Hassliebe zwischen ihm und Esta, sorgen für schelmisches Grinsen beim Lesen. Ich nenne sowas gerne den Mulder-und-Scully-Effekt.

Da wir es mit „Der letzte Magier von Manhattan“ mit dem Auftakt einer Dilogie zu tun haben, lässt die Autorin sich natürlich ein Hintertürchen für die Fortsetzung offen. Eine unterhaltsame, spannende und sympathische Grundlage wurde mit dem ersten Band bereits geschaffen.

Fazit:

Hauen Sie in die Tasten, Miss Maxwell! Der Start der „Die Rätsel des Ars Arcana“-Dilogie ist komplett geglückt und ich weiß jetzt schon, dass man mir die Fortsetzung aus meinen kalten, plattgetippten Fingern reißen muss, sobald die Schwarte in den Regalen steht. Urban-Fantasy in Bestform.

Der letzte Magier von Manhattan (Die Rätsel des Ars Arcana 1)

Der letzte Magier von Manhattan (Die Rätsel des Ars Arcana 1)

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