Königsfall - Die Geisel (Königsfall-Reihe 1)

Erschienen: Mai 2019

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Lisa Reim
Intrigen und Verrat auf Shakespeare-Niveau

Buch-Rezension von Lisa Reim Aug 2019

Weltenbau und menschliche Konflikte sind sein Ding: Jeff Wheeler tummelt sich mit seinen Fantasy-Werken schon seit längerem auf den amerikanischen Bestseller-Listen. In Deutschland ist der ambitionierte Autor bisher eher unbeachtet geblieben, auch die Verlage hierzulande haben ihn noch nicht lange auf dem Schirm. Das könnte sich jedoch mit dem Erscheinen der ersten drei Teile seiner Königsfall-Reihe ändern.

Wheeler, der (zum Glück!) seine Karriere bei Intel an den Nagel hängte, um sich dem Schreiben zu widmen, entführt seine Leser im ersten Band „Die Geisel“ in das Königreich Ceredigion, das nach der undurchsichtigen Machtergreifung König Severns gespalten ist. Auch wenn die Lords mithilfe von Spionen und Attentätern versuchen, ihre Stellungen zu bewahren, wagt es niemand, offen Kritik an Severn zu üben. Das wurde in der Vergangenheit schon allzu oft mit dem Tode bestraft.

Diese Erkenntis trifft auch Lord Kiskaddon, dessen Sohn Jorganon bei Severn festgehalten wird, um seine Treue sicherzustellen. Doch als Kiskaddon während einer Schlacht seine Unterstützung verweigert, wird sein Sohn hingerichtet. Eine eindeutige Warnung. Dennoch kann sich Severn der Treue seines Vasallen nicht sicher sein, eine neue Geisel muss also her. Kiskaddon hat viele Kinder, doch seine Wahl fällt ausgerechnet auf sein jüngstes, den achtjährigen Owen. Der Junge wird zu Severns Hof gebracht, wo er fortan mit den Schikanen des Königs leben muss. Doch zum Glück findet Owen bald Verbündete, die ihn jedoch für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen scheinen. Denn am Hof geht es hart zur Sache, seit die ehemalige Königin sich in einem Tempel verschanzt hat und von dort aus ihre Rache gegen Severn plant. Ein unsicheres Pflaster, auf dem sich der kleine Owen bewegt, und das ihn schnell zu Fall bringen könnte.

Ein kleiner Held beißt sich durch

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Owen, schüchtern, ängstlich, vorsichtig. Doch ein Held muss nicht immer ein Draufgänger sein, um für Spannung zu sorgen. Ganz im Gegenteil: Owen ist erfrischend anders und verhält sich in der Welt, in der ein rücksichtsloser Herrscher seine verräterischen Untergebenen gerne an ein Boot gefesselt den Wasserfall runterstürzen lässt, sehr nachvollziehbar. Zudem wächst einem der Junge schnell ans Herz, spätestens, als er seiner Familie entrissen und als Unterpfand bei König Severn festgehalten wird.

Zudem ist Owen, im Gegensatz zu vielen anderen Protagonisten des Fantasy-Genres, nichts besonderes. Er ist ein ganz normaler Junge, der sich nichts sehnlicher wünscht, als wieder nach Hause zu kommen, in seine gewohnte Umgebung und zu den Menschen, denen er vertraut. Trotz seiner Zurückhaltung wird Owen schnell zum Spielball der Mächte, auch wenn er es selbst gar nicht merkt. Jeff Wheeler ist hier ein wahrer Geniestreich gelungen, indem er die Leser die komplexe Welt der Intrigen aus der Perspektive eines Achtjährigen erleben lässt. Dennoch ist die Geschichte weit davon entfernt, ein Kinder- oder Jugenbuch zu sein, denn auf die gewohnte Drastik in High-Fantasy-Abenteuern muss man nicht verzichten. Und trotzdem ist es gerade die kindliche Unbefangenheit, die diese Geschichte zu einem ganz besonderen Erlebnis macht, gerade für Fantasy-Vielleser.

Ein verdienter Bestseller

Dass Wheelers Geschichte so packend und einprägsam ist, liegt nicht unbedingt am Handlungsgerüst, das sich deutlich an den bekannten Vertretern des Genres orientiert. In den höheren Gesellschaftsschichten wird auch hier intrigiert, was das Zeug hält: abgesetzte Königinnen beauftragen ihre persönlichen Giftmischerinnen und der   machthungrige König greift gerne zum Mord, um unliebsame Thronanwärter verschwinden zu lassen. Das alles wirkt mitunter etwas undurchsichtig, zumal sich die Handlung vollkommen auf dieses Ränkeschmieden konzentriert. Nicht umsonst hat sich Wheeler Shakespears „Richard III“ und die Rosenkriege zum Vorbild genommen. Und wirklich: Der berühmte englische Dichterfürst hätte es nicht besser machen können.

Was Wheelers Geschichte jedoch herausstechen lässt, ist seine meisterliche Fähigkeit, seine Figuren mit nur wenigen Sätzen greifbar zu machen. Neben seinem wunderbaren Protagonisten Owen, gehören auch dessen Freundin Elysabeth, die Giftmischerin Ankarette, der Spion Mancini, jeder der Burgbewohner und nicht zuletzt König Severn zu dem wundervoll ausgestalteten Figurenensemble. Dass man für eine spannende Geschichte am Hof nicht unbedingt eine unübersichtliche Schar an Charakteren benötigt, wie es im Moment in verlgeichbaren Büchern um sich greift, beweist Wheeler noch ganz nebenbei.

Fazit:

Kaum ist die erste Seite gelesen, ist man auch schon verzaubert: packende Machtspielchen, tolle Charaktere, Sprachgewandheit und ein wundervoller Protagonist – das ist Jeff Wheelers Auftakt seiner Königsfall-Reihe. Jedem Fantasy-Fan, der mal aus dem gewohnten Genre-Quark rauskommen möchte, sei dieses Buch empfohlen.

Königsfall - Die Geisel (Königsfall-Reihe 1)

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Letzte Kommentare:
24.08.2019 19:19:46
Azoth

Ein schreckliches Buch!

Man hat das Gefühl, dass hier nur die Standard-Bausteine für eine typische Fantasy-Geschichte genommen wurden, nur um dann lieblos aneinandergefügt zu werden.

Die Darstellung des Protagonisten ist meiner Meinung nach überaus unglaubwürdig. Hier vereinigt sich der schlichte, uninteressante Schreibstil mit einer sehr oberflächlichen Darstellung eines Jungen.

Damit ist auch schon der Knackpunkt gefunden. Das Buch liest sich, als wäre es von einem Kind geschrieben worden. Nicht empfehlenswert. Ich habe mir das Ganze mehrere hundert Seiten angetan, weil ich dem Buch wirklich eine Chance geben wollte, aber irgendwann reicht es.

Absolut nicht zu empfehlen! Zumindest für diejenigen unter euch, die sich an Autoren wie Brandon Sanderson, Patrick Rothfuss, J.K. Rowling, Peter V. Brett und viele anderen erfreuen, die ein hohes Maß an Qualität aufs Papier bringen.