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Marcel Scharrenbroich
All-Alltag und Vater-Sohn-Konflikte

Buch-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jun 2020

AUFWACHEN!!!

Was macht man, wenn man rund 109 Jahre (ein paar Tage mehr oder weniger… draufgeschissen) im All unterwegs ist? Schlafen, was sonst… könnte sonst schnell eintönig werden. Außerdem würde man ohne Tiefkühl-Schlaf wohl die Ankunft nicht mehr taufrisch erleben. Das Ziel ist, eine neue Kolonie im fernen Alderamin-System zu gründen. Doch der Weg dorthin ist holprig… und nicht ganz ungefährlich. Die Crew, insgesamt bestehend aus 490 fähigen Frauen und Männern aus allen Teilen der Welt, wechselt sich in Schichten ab, um die drei Millionen befruchteten Embryos, unzählige Pflanzen und gut sieben Millionen tierischen Passagiere sicher in die neue Heimat zu bringen. Für solch eine aufwändige Reise benötigt man natürlich ein ebensolches Transportmittel. Dies ist mit dem interstellaren Siedlungsschiff USS London gefunden. Von gigantischer Größe und hochtechnisiert, hat die künstliche Intelligenz an Bord, genannt „Mutter“, stets alles im Griff. Das Schiff der Spread-Klasse ist für (vermeintlich) alle Eventualitäten gerüstet. Darunter auch zahlreiche Waffensysteme, um umherfliegendes Geröll, welches selbst im Mini-Format zu lebensgefährlichen Geschossen, die die Schiffshülle durchschlagen könnten, mutieren würde, komplett zu zerbröseln. Zudem sorgen zahlreiche Techniker dafür, dass alle Abwehranlagen stets funktionieren. Kein einfacher Job bei einem Kahn dieser Größe.

Nach sieben Jahren im Kälteschlaf wird die Bordärztin Jazmin Harper aufgeweckt, um ihren Dienst anzutreten. Zuerst ist sie noch etwas orientierungslos und erstaunt, dass ihr Haar während des Schlafs schneeweiß geworden ist, doch schon bald soll sie alle Hände voll zu tun haben, was ihr Haarproblem komplett in den Schatten stellt. Alles beginnt, als Mason, der Sohn des Technikers Denis Jagberg, plötzlich ohne Grund durchdreht und mit Anlauf absichtlich vor die Wand rennt. Zuvor unterstellte der Junge Denis, dass dieser seine Frau – und damit Masons Mutter – getötet hätte. Ein Vorwurf, der aus dem Nichts kam. Vor allem, da Sue Jagberg an einer Hirnblutung verstarb. Denis ist geschockt… und gleichzeitig besorgt. Doch Ärztin Jazmin bekommt noch mehr zu tun. Schon bald häufen sich die Aussetzer der Crewmitglieder, was diese unberechenbar und somit zur Gefahr macht. Doch auch Ingenieur Denis macht immer mehr beunruhigende Entdeckungen. Angefangen von Ausfällen in der Technik, Fehlfunktionen und Funden, die auf einen deutlich längeren Zeitraum deuten lassen, als die USS London der offiziellen Kenntnis nach unterwegs ist…

Währenddessen auf der Erde…

Hier geht der Londoner Polizist Atticus Finch einer heißen Spur nach. Finch jagt einen Killer, der die sogenannten „Kensington-Morde“ begangen haben soll, auf eigene Faust und ist zu diesem Zweck nach Marrakesch gereist. Hier macht er sich an die Gattin des mutmaßlichen dreifachen Kindermörders ran, um neue Beweise zu sammeln. Neue Beweise, da ein vorheriges Gerichtsverfahren gegen das reiche und einflussreiche Schwein krachend vor die Wand gefahren wurde. Finchs Chef ist von der eigenmächtigen Ermittlung wenig begeistert und beordert ihn prompt zurück nach London. Er empfängt ihn aber nicht mit leeren Händen, sondern hat einen wichtigen Auftrag, den nur Atticus erledigen kann.

Atticus Finch Harper, so sein voller Name, ist der Bruder der USS London-Ärztin Jazmin Harper. Und zudem der Sohn des weltberühmten Wissenschaftlers Duncan Harper, dessen Lebenswerk der Bau des gigantischen Schiffs war, welches nun auf seiner 50 Lichtjahre entfernten Reise ist, um eine neue Welt zu bevölkern. Außerdem stammt die künstliche Intelligenz „Mutter“ aus seinem genialen Hirn. Finch soll die Ehre zu Teil werden, seinen Vater exklusiv zu interviewen. Sollte eigentlich kein Problem sein… nur, dass die beiden seit Jahrzehnten kein Wort mehr miteinander gewechselt haben und im Streit auseinandergingen. Atticus Finch stand sein ganzes Leben im Rampenlicht (und im Schatten seines übergroßen Vaters), weswegen er durch seine exzessive Jugend und den Medien-begleiteten, öffentlichen Vorwürfen gegen seinen verhassten Dad in der Bevölkerung einen schweren Stand hatte und noch immer hat. Er verzichtete auf ein mögliches Erbe und zog es vor, seinen Lebensunterhalt selbst zu erarbeiten. Zerknirscht und nicht gerade begeistert, seinem Vater noch einmal gegenüberzutreten, willigt er den Anweisungen seines Chiefs ein. Vor den Augen der ganzen Welt wird er also den großen und schier unsterblichen Duncan Harper interviewen. Alte Narben reißen auf… und neue Wunden werden tief ins Fleisch geschnitten.

Sci-Fi-Thriller mit WUMMS!

So unterhaltsam kann Science-Fiction sein. „Exodus 2727“ hält sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern steigt direkt ein. Wie an der Inhaltsangabe schon zu erkennen, handelt es sich um zwei parallele Handlungsstränge, die abwechselnd erzählt werden. Das sorgt für eine gelungene Mischung aus All-Action mit reichlich Technik-Schnickschnack (der jedoch einigermaßen nachvollziehbar erklärt wird) und einem geerdet-futuristischem Setting auf unserem blauen Planeten. Das hält die Spannung aufrecht. Davon gibt es auch eine Menge. Zwar scheinen manche Story-Schwenker nur Mittel zum Zweck zu sein, was sich auf Grund des hohen Unterhaltungsfaktor aber verschmerzen lässt. Als Leser tappt man noch einige Zeit im Dunkeln, bis klärende Offenbarungen ans Licht kommen. Aber der Weg dorthin ist durchaus geglückt. Später überschlagen sich die Ereignisse, während die rasant-actionreiche Handlung aufs Finale zurast.

„Captain auf der Brücke!“

Erdacht hat sich die spannende Weltall-Sause der deutsche Schriftsteller Thariot. Sci-Fi-Freunden mit Sicherheit kein Unbekannter. Die „Nebula Rising“-Reihe, die „Solarian“-Saga, „Blue Armour: Krieg der Monde“, die „Genesis“-Saga oder die beiden Trilogien „Instabil“ und „EchtzeiT“, die Thariot zusammen mit Sam Feuerbach schrieb, um nur ein paar Veröffentlichungen des Vielschreibers zu nennen. Außerdem hat der Wahl-Malteser bereits einige Werke im Fantasy- und Thriller-Genre verfasst. Erst kürzlich erschien der unabhängig veröffentlichte, apokalyptische Sci-Fi-Thriller „Yellowstone - Die letzte Verschwörung“, bevor das E-Book „Arcurus Gate“ dieser Tage an den Start ging.

Mit „Exodus 9414 - Der dunkelste Tag“ erscheint im Spätsommer 2020 die Fortsetzung des hier vorliegenden Romans, der dann gleichzeitig den Abschluss der Dilogie bildet. Aber ACHTUNG: NICHT die Inhaltsangabe lesen, wenn Ihr plant, „Exodus 2727 – Die letzte Arche“ Eurem Lesestapel hinzuzufügen!

Fazit:

Unterhaltsam, rasant und gut konsumierbar. Dank reichlich Abwechslung vergingen die rund 445 Seiten wie im Flug, ohne dass sich Langeweile auf der USS London breitmachte. Und das, ganz ohne Kälteschlaf.

Exodus 2727 - Die letzte Arche

Exodus 2727 - Die letzte Arche

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