Die Hexenjägerin - Der Zirkel der Nacht (Malus Domestica 1)

Erschienen: April 2021

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Julian Hübecker
Das Rätsel um den Roten Lord

Buch-Rezension von Julian Hübecker Mai 2021

Als „Malus Domestica“ begeistert Robin Millionen Viewer auf Youtube, indem sie blutige Hexenjagden veranstaltet und sie auf Video bannt. Doch was viele für Effekte halten, ist tatsächlich real: Robin ist Hexenjägerin und trainiert gegen schwächere Hexen, um irgendwann den Zirkel auszulöschen, der ihre Mutter auf dem Gewissen hat. Doch dafür muss sie ausgerechnet an den Ort zurück, den sie so fluchtartig verlassen musste …

„Manchmal, wenn die Hexen ein Viertel vollständig ausgesaugt und alles verzehrt haben, alles, was man so ‚Leben‘ oder ‚Seele‘ nennt, haben sie nicht mehr genug Kraft, um den Ort hinter sich zu lassen.“

Das Trauma über den gewaltsamen Tod ihrer Mutter verfolgt Robin noch immer. Sie landet in einer Anstalt und wird mit Medikamenten in einem Schwebezustand gehalten, da sie von Hexen schwadroniert, die ihre Mutter getötet hätten. Niemand glaubt ihr, sodass sie irgendwann selbst nicht mehr daran glaubt. Als eines Tages der Hexenjäger Heinrich sie aus der Klinik holt, hat sie zum ersten Mal ein Ziel vor Augen: Den Hexenzirkel auslöschen, der ihre Mutter getötet hat.

Nach über 2 Jahren Training kehrt sie in ihren Heimatort Blackfield zurück. Hier, in einer alten viktorianischen Villa, lebte sie mit ihrer Mutter – der mächtige Hexenzirkel direkt gegenüber. Hier erhofft sie sich Antworten: Warum musste ihre Mutter sterben? Und wer ist der mysteriöse Rote Lord, der ihr immer wieder erscheint? Eine Halluzination, nimmt sie zunächst an – doch verdichten sich die Hinweise, dass mehr dahinter steckt.

Währenddessen hat die Villa zwei neue Bewohner: Wayne und sein Vater Leon. Waynes Mutter starb an Krebs; als Erinnerung hat er stets ihren Ehering bei sich. Dieser Ring hat eine mysteriöse Fähigkeit: Schaut Wayne durch ihn hindurch, kann er manchmal eine Tür entdecken, durch die er sich aber noch nicht getraut hat, zu gehen. Erst als er auf einer Wanderung von einer Giftschlange gebissen wird, offenbart sich ihm die Welt der Hexen und die Frage: Was hat der Ehering damit zu tun?

Viel erhofft, wenig bekommen

In den USA ist die Trilogie um die Hexenjägerin Robin durch die Decke gegangen; hierzulande geht sie nun auch an den Start, scheint aber nicht so richtig ihr Publikum zu finden. Auch ich hatte große Erwartungen à la Roadmovie, Kämpfe gegen böse Hexen, Zauber und Flüche sowie unerschrockene Kämpferin. Stattdessen sollte man sich von diesem Gedanken verabschieden, erhält dafür aber einiges mehr an Substanz.

Im Prolog muss sich Robin gleich einer widerlichen Hexe stellen, und der Kampf ist erstmal so, wie man es sich erhofft. Doch das ist so ziemlich der einzige Hexenkampf, der einen im Buch erwartet; frühere Begegnungen mit Hexen werden nur kurz erwähnt. Stattdessen handelt die Story davon, dass Robin nach Blackfield zurückkehrt. Hier baut sich die Geschichte so langsam auf: Man lernt die Protagonisten kennen, die über den Großteil des Buches noch getrennt voneinander interagieren. Ein paar Rückblenden oder vermeintliche Halluzinationen vom Roten Lord sorgen für den nötigen Grusel, und Robin ist so gar nicht die Heldin, die man sich gewünscht hat.

Die Hexenjägerin wirkt überhaupt nicht wie die Badass-Kämpferin, die sich in wilden Szenen gegen widerliche Hexen behaupten muss. Stattdessen ist sie von ständigen Selbstzweifeln geplagt, macht sich Gedanken darüber, wie sie auf Männer wirkt, und kampferfahren scheint sie schon gar nicht. Daher ist es eine große Herausforderung für den Leser, sich auf Robin einzustellen. Demgegenüber stehen aber die Hexen, deren Macht sich zwischen den Wörtern verbirgt und die daher geheimnisvoll bleiben. Auch die Rolle von Wayne ist unklar – er ist aber so sympathisch, dass man Bock hat, es herauszufinden.

Im Endeffekt sollte man sich in die Geschichte hineinwagen, wenn man eine sich langsam aufbauende Handlung zu schätzen weiß, weil man sonst enttäuscht sein könnte. Da es der Auftakt einer Trilogie ist, kann man sich aber mit Sicherheit auf mehr Action in den Folgebänden freuen.

Fazit:

Ein ruhiger Start um Die Hexenjägerin, mit enttäuschend wenig Actionszenen, dafür aber einer gut durchdachten Storyline, die das Fehlende beinahe aufwiegt.

Die Hexenjägerin - Der Zirkel der Nacht (Malus Domestica 1)

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