Das Zeitalter der Fünf: Magier (AURAYA 2)

Erschienen: Januar 2007

Couch-Wertung:

70°
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Verena Wolf
Ein recht ordentlicher Fantasy-Schinken

Buch-Rezension von Verena Wolf Mai 2007

Mittelbücher einer Trilogie wie ";Last of the White"; sind schwierig, denn sie hängen naturgemäßg in der Mitte. Nach dem etwas zähen ersten Buch geht ohne viel Federlesen die Geschichte direkt dort weiter, wo uns ";Priestess of the White"; zurück ließ. Die erste Schlacht gegen die Pentagramm tragenden Pentadrians haben die Circlians-Priester gewonnen, aber viel Blut ist geflossen. ";Last of the Wild"; beginnt damit, dass Auraya deswegen heftige Alpträume plagen.

Läuft langsam an

Wieder legt Trudi Canavan mehrere Handlungstränge an beziehungsweise lässt verschiedene Geschichten munter weiterplätschern. Immerhin: Die Vielzahl an Personen, Wesen, Nebengestalten und Neben-Nebengestalten kennt man schon aus Teil eins. Das macht das Lesen leichter. Wieder werden einzelne Schicksale herausgepickt. Diesmal z.B. das von Reivan, eine Sprecherin der Pentadrians oder das der behüteten Fischwesen-Prinzessin Imi, die entführt wird und schnell erwachsen werden muss, um in der Welt der Landgänger (fischig für Menschen) zu überleben. Das fesselt aber nur mäßig. Weit amüsanter und nur ein wenig banaler ist eindeutig wieder Aurayas Eichhörnchen-Haustier/Veez, was auch diesmal sehr fluffig, wuschelig und niedlich ist.

Auch diesmal ist Auraya viel diplomatisch unterwegs. Ihr neues Projekt ist, dass Traumweber und Circlian-Priester gemeinsam ein Heilzentrum leiten. Vorteil für die Traumweber: die Leute erkennen, dass sie nicht böse Heiden sind. Vorteil für die Circlians, sie lernen die Heilfähigkeiten der Traumweber. Böses Ziel dahinter, die Traumweber wie die berühmte heiße Kartoffel fallen zu lassen, wenn die Priester alles können. Aber das weiß nur Auraya. Sie kämpft deswegen mit Gewissensbissen, ist hin- und hergerissen, weil sie die Traumfänger nicht ausnutzen will, hofft aber so viele Seelen zum wahren Glauben zu bekehren. Das ist recht ermüdend.

Die Bösen dürfen mehr auf die Bühne

Gut ist, dass die etwas widersprüchlicheren Charakteren mehr Raum haben. Sprich, die Geschichte kreist zum Glück viel um Emerahl, Leiard und Mirar, also um die einzigen, die nicht  politisch korrekt, gut, aufrecht, wohlerzogen und so spuklangweilig sind wie die pastelfarben tragenden Models einer Yogurette-Fernsehwerbung.

Recht interessant ist das sich zuspitzende Kopf-Duell zwischen Mirar und Leiard, die sich einen gemeinsamen Körper teilen. Jeder der beiden versucht den anderen komplett zu unterdrücken und so zu vernichten. Wer von den beiden ist echt? Ist Leiard geisteskrank und nur von Mirars zu lebendig gewordenen Erinnerungen besessen oder ist Mirar lebendig und Leiard seine Wahnvorstellung? Die Lösung wirft weite Schatten aufs nächste Buch voraus, wird hier aber nicht verraten.

Wie göttlich sind die Götter?

Endlich werden auch die Götter selbst zum Thema. Es stellt sich heraus, neben Emerahl gibt es noch ein paar andere alte Unsterbliche, die nur sehr lang vor den Göttern in Deckung gegangen sind, weil diese sie fast vollständig ausgerottet haben. So etwas nehmen wohl auch Unsterbliche vorsichtig! Emerahl macht sich auf die Suche nach ihnen. Hoffentlich werden sie im dritten Buch ihren großen Auftritt haben.

Hinterfragt wird auch endlich der auf den Geist gehende bedingslose Gehorsam der Weißen und ihre verzückte Anbetung der fünf Circlian-Götter. Auraya geht zwar eine kurze Affäre mit einem der Götter ein, aber sogar das bestärkt sie in dem Verdacht, dass sie nicht chronisch gut und allmächtig sind. Wurde aber auch Zeit! Als die Götter Auraya einen Killerauftrag geben, den sie nicht ausführen will, kommt es zum Bruch: Sie beginnt an ihren Idolen zu zweifeln und zwar so richtig. Sie zweifelt an deren Zielen, deren Methoden, Güte und Allwissenheit. Auch darauf reagieren die Götter wenig göttlich unprofessionell! Auraya muss sich entscheiden, weiter eine der fünf Weißen zu sein oder zu kündigen!

Auch ";Last of the Wild"; ist langatmig geschrieben, keine Frage. Man könnte hundert Seiten überspringen und käme immer noch locker mit. Versprochen! Aber wer ";Priestess of the White";mochte, wird nicht von ";Last of the Wild"; enttäuscht sein. Der Rest sollte die Finger davon lassen. Immerhin zeichnet sich das große Hauptthema, ";Kampf der Götter"; wie eine Gewitterfront am Himmel ab. Hoffentlich lässt Canavan es wenigstens im Teil drei richtig knallen.

Das Zeitalter der Fünf: Magier (AURAYA 2)

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