Listiger Freitag

Erschienen: Januar 2008

Couch-Wertung:

71°
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Verena Wolf
„Ein etwas list- und lustlos geratener Tag

Buch-Rezension von Verena Wolf Sep 2008

Die Schlüssel-zum-Königreich-Serie von Garth Nix hat sieben Teile, genauso wie die Tage der Woche und das ist kein Zufall. In jedem Band muss der gebeutelte Arthur einen Herrscher des Hauses, der nach einem Wochentag benannt ist, besiegen und ihm dessen Teil des Vermächtnisses und einen Schlüssel abluchsen. Bisher hat sich Arthur äußerst wacker in der skurrilen Welt des Hauses geschlagen, auch wenn er selbst langsam den Preis dafür zahlen muss. Er wird bei jedem Einsatz des magischen Schlüssels selbst ein bisschen mehr zum Bürger. Dabei will Arthur eigentlich nichts mehr sein als ein ganz normaler Menschenjunge und zurück in unsere Welt.

Sieben Bände sind eine ganze Menge, wenn man sich in einem so engen Rahmen bewegt, wie Garth Nix sich selbst mit der Serie auferlegt hat. Bisher hat er es trotzdem mit Bravour gemeistert und in jedem Band mit makabrem Witz, Seitenhieben auf Bürokratie und phantasievollen Einfällen eine ganz eigene Welt geschaffen. Schwarzer Montag, grimmiger Dienstag, kalter Mittwoch und rauer Donnerstag sind bezwungen. Dafür musste Arthur sich mit wilden Piraten und verwunschenen Walen anlegen, mit übergestreiften Flügeln fliehen und bekam auch mal „den Kopf gewaschen". Jetzt ist also Freitag dran.

Die Woche zieht sich ein wenig

Freitag ist jedoch nicht nur listig, sondern fordert Arthur offen zum Kampf heraus. Denn so einfach will sich Lady Freitag nicht ihre Macht nehmen lassen und überrumpeln wie einige der ersten Tage lässt sie sich schon gar nicht. Sie hat Arthurs Freunde in ihrer Gewalt und eine Nichtling-Armee bedroht die Menschenwelt. Gleichzeitig hat Lady Freitag ein unschönes Hobby: Durch einen magischen Spiegel sammelt sie die Gefühle und Erinnerungen der Menschen und trinkt ihre Seelen, zurück bleibt eine frohe Freitag und leere Menschenhüllen. Arthur muss schnell handeln.

Die Serie ist prima und auch dieser Teil hat seine Momente, aber der letzte Geistesblitz fehlte Garth Nix irgendwie. Die Handlung plätschert ein wenig zu sehr vor sich hin. Susi Türkisblau, Blatt und Fred sind zum Glück wieder von der Partie, aber es werden weder neue surreale Geschöpfe eingeführt - eine wirkliche Stärke von Nix - noch passiert etwas irgendwie wirklich Unerwartetes. Richtige Spannung kommt diesmal nicht auf. Man weiß, irgendwie wird Arthur das schon schaffen und wie gewohnt hadert er mit sich selbst, dass er keine Magie einsetzen will, um nicht zum Bürger zu werden. Auch die bestimmt schon irgendwie böse Freitag wirkt seltsam blutleer und das ganze schlafwandelt ein wenig so wie die armen Menschlein, die ausgesaugt werden sollen.

Nett, aber kein großer Tag

Wer die Serie kennt, will das Finale um Samstag und Sonntag sicher lesen. Die beiden scheinen richtig harte Nüsse zu werden. Außerdem ist man gespannt, wie Garth Nix die Serie wohl enden lassen wird. Aber „listiger Freitag" ist nur der Weg zum Ziel. Es liest sich gut, aber bleibt nicht wirklich in Erinnerung. Dieser Freitag ist - nicht viel anders als in jeder echten Woche - das Sprungbrett zum Wochenende. Aber was in der realen Welt damit automatisch etwas ganz Besonderes wird, schafft Garth Nix diesmal nicht ganz.

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