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Almut Oetjen
Doomsday für die amerikanische Musterfamilie

Buch-Rezension von Almut Oetjen Nov 2010

Der Bestsellerautor Cullen Greenwich, genannt Cubby, hat gerade seinen sechsten Roman veröffentlicht. Das Buch wird von der Kritik überwiegend positiv aufgenommen. Shearman Waxx jedoch, einer der herausragenden Literaturkritiker, Feuilletonist der wichtigsten Tageszeitung in den USA, hat einen bösartigen und inakkuraten Verriss geschrieben.

Gegen den Rat seiner Frau Penny, die als Kinderbuchautorin arbeitet, verschafft er sich Informationen über Waxx. Er findet heraus, dass sie das gleiche Restaurant bevorzugen. Mit seinem sechsjährigen Sohn Milo isst er dort zu Mittag, als Waxx ebenfalls anwesend ist. Auf der Herrentoilette kommt es zu einer Begegnung der beiden Männer, mit dem urinierenden Milo in der Mitte.

Cubby erhält einen Anruf von einem Kollegen, der nach einem Verriss durch Waxx den Kritiker angesprochen hatte. Danach sei er terrorisiert und seine Familie ermordet worden. Der Autor rät Cubby, mit seiner Familie zu verschwinden und sich zu verstecken.

Bald darauf werden die Greenwichs nachts von jemandem heimgesucht und mit einem Taser traktiert. Tags darauf entkommen sie einem Bombenattentat, bei dem ihr Haus in einen Haufen Müll umgewandelt wird. Mit ihrem Hund Lassie fliehen sie in ein frei stehendes Haus, das eine Nachbarin als Immobilie betreut. Gerade dort angekommen, werden sie von einem Unbekannten beschossen. Die Familie sucht Schutz bei Pennys Eltern, die abseits der Zivilisation in einer Art Festung leben. Äußerst unzufrieden mit ihrer Lage, beschließen sie herauszufinden, wer es warum auf sie abgesehen hat. Sie sind sicher, dass Sherman Waxx verantwortlich für das Erlebte ist, können es aber nicht beweisen. Ihre Recherchen führen sie direkt in das Grauen.

Das Personal

Cullen Greenwich, der Bestsellerautor, lebt in einer harmonischen Beziehung mit seiner Frau Penny, die seine Unzulänglichkeit in Dingen der Haushaltsführung und in technischen Angelegenheiten durch seine schriftstellerische Begabung und seinen Erfolg überkompensiert sieht. Während er um sein Leben und das seiner Familie kämpft, muss er sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen.

Penny Greenwich ist eine liebende Ehefrau und Mutter. Durch die Unzulänglichkeiten Cubbys ist sie in die Rolle einer Matriarchin gesetzt, die sie zur Zufriedenheit der Familie ausfüllt. Ihre sanfte Erscheinung täuscht darüber hinweg, dass sie aus der heutigen Entsprechung einer archaischen Kriegerfamilie stammt, die mit einer Vielzahl von Waffen umzugehen gelernt hat. Wer die gewählten Namen ihrer Familie erfährt, wird sofort wissen, warum dies so ist.

Der sechs Jahre alte Milo Greenwich wird von seinen Eltern liebevoll "Spooky" genannt. Weniger, weil dieser Name an Agent Mulder aus den X-Akten erinnert, sondern weil er sich mit Philosophie und Physik weit jenseits dessen beschäftigt, was als "Niveau für Kinder" bezeichnet werden könnte. Wenn er groß ist, möchte er Leiter des FBI werden und die Welt von den vielen üblen Gestalten, die das Sagen haben, befreien. Milo ist der Höchstbegabte unter den Hochbegabten. Seine physikalischen Forschungen orientieren sich durchaus am Stand der Wissenschaft.

Shearman Waxx ist ein zurückgezogen lebender Literaturkritiker mit einer ausgeprägten Tendenz zum Psychopathen, ein grausamer Jäger, der über erhebliche Ressourcen zur Erreichung seiner Ziele verfügt. Pennys Vater Grimbald Boom ist ein paranoider Abbruchunternehmer. Er und seine Frau Clotilda sind körperlich imposante Erscheinungen, die an frühe nordische Krieger erinnern. Clotilda liest die Zukunft aus entleerten Suppenschüsseln und Kaffeetassen. Sie verfügen über ein Waffenarsenal, mit dem sie einen regionalen Krieg alleine bestreiten könnten. Beide sind mental und in der Ressourcenausstattung auf die Zeit nach der Apokalypse vorbereitet. Vivian Norbert, genannt Vi, ist eine harte und furchtlose Polizistenwitwe in den Fünfzigern. Sie ist eine Freundin der Familie und Milos Babysitter. Vi hilft ihren Freunden vorbehaltlos, sobald sie sie brauchen.

Die Figuren sind von Koontz facettenreich gestaltet und scharf konturiert. Er reichert die Erzählung immer wieder mit Anekdoten an, die teils haarsträubend, teils bizarr sind und die Figuren im Verlauf der Handlung zu komplexen Charakteren werden lassen. Wer bei den Figurenbeschreibungen bereits abwinken möchte, dem oder der sei gesagt: "Blindwütig" ist zweifelsfrei eine Satire.

Ein Horrorthriller mit Ausflügen in die Quantenphysik

In Dean Koontz' schriftstellerischem Universum ist nie wirklich sicher, dass die Hauptfiguren die Geschehnisse unbeschadet überstehen. Auch in "Blindwütig" ist bis zum Schluss fraglich, welche Zukunft sich Cubby, seiner Frau Penny, ihrem gemeinsamen Sohn Milo, sowie dem Familienhund Lassie erschließt.

"Blindwütig" ist primär ein Horrorthriller, beschreitet jedoch auch den Pfad in die Science Fiction. Dieser wird sorgfältig vorbereitet, durch Hinweise in der Erinnerung der Leser gehalten, schlussendlich dann offen gelegt.

Mit Lassie geschehen seltsame Dinge, die die Frage aufwerfen, ob Milo (und sein Hund) die Eltern mit Späßen hereinlegen, oder ob es nicht doch eine übernatürliche bzw. quantenphysikalische Erklärung für das Verhalten des Hundes gibt. Milo, das erfahren wir schon früh, ist kein normales Kind. Koontz-Leser, die mit diesem Phänomen vertraut sind, werden wenig überrascht sein, dass Milos Intelligenz und seine physikalischen (und anderen) Versuche der Familie irgendwann von Nutzen sein sollen.

Mit "Blindwütig" hat Dean Koontz einen Genreroman geschrieben, der durchaus dem Vergleich mit einem anderen Buch, in dessen Zentrum ein bedrohter Schriftsteller steht, standhält: Stephen Kings "Misery". "Blindwütig" legt nach der Exposition ein schnelles Tempo vor, das er bis zum Ende durchhält. Obwohl das Buch spannend ist und bisweilen mit recht grausigen Details aufwartet, ist es doch eine sehr komische Satire, die von manchen Lesern als überdreht bewertet werden dürfte.

Blindwütig

Blindwütig

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Letzte Kommentare:
30.07.2015 02:38:19
read

Dieses Buch gehört zu meinen Lieblingsbüchern es war von Anfang an bis zum Schluss auf jeder Seite spannend und auf jeder Seite wurde es spannender und spannender. Ich konnte das Buch nicht weg legen und habe jede freie Sekunde darin gelesen. Ich war sehr gerührt von diesem Zusammenhalt in Cubbys Familie. Wer Thriller mag sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Ich kann es NUR EMPFEHLEN !!!

28.09.2014 06:57:09
meni77

Mein erster Koontz und er konnte mich nur zum Teil überzeugen. Ich finde seinen Schreibstil durchaus ansprechend und leicht und schnell weg zu lesen. Den Humor, den er in die Geschichte einfließen lässt, habe ich super gefunden, er hält die flache Story immer am Leben. Da Koontz hoch gelobt ist und jahrelang zum Gegenstück von King zählt, bin ich jedoch von der Handlung doch sehr enttäuscht, wahrscheinlich habe ich auch das falsche Buch gewählt, wenn ich die Gesamtwertung betrachte, so tief möchte ich jedoch nicht bewerten, weil der Schreibstil dem nicht entspricht. Eben weil die Story so billig und aufgesetzt war, ist es eine Kunst, es trotzdem noch unterhaltsam rüber zu bringen und das hat Herr Koontz zu 75 Grad geschafft, ich gebe ihm noch eine weitere Chance, aber vorerst aus der Bibliothek;)

23.05.2011 17:05:34
Alexi1000

BLINDWÜTIG entzieht sich nach dem zuschlagen der letzten Seite erstmal spontan einer Kategorisierung.

Horror, Thriller, gar Sci-Fi???

Koontz spielt mehr oder weniger mit allen stilmitteln, und führt uns dabei mal wieder mächtig an der Nase herum...

Wir lernen den Protagonisten Cullen als eine aufstrebenden Autoren kennen, dessen neuester Roman erstmals von der etwas gehobeneren Kritik "auseinandergepflückt" wird.
Der Rezensent ist ein etwas seltsamer/zurückgezogener Zeitgenosse, der den Roman ordentlich verreisst.
Cullen ist neugierig und googelt den Rezensenten; dabei findet er heraus, das dieser unweit von Ihm sein Zuhause hat.

Cullen kommt dann durch "Zufall" wirklich in die Nähe dieser Person, nach kurzer Zeit bemerkt er, das es näher ist als Ihm lieb sein kann, denn Shearmann Waxx ist ein psychapatisches monster, das sich kurzerhand an die Fersen von Cullen und seiner Familie hängt...dabei schreckt Waxx nicht davor zurück, über leichen zu gehen, und hat dies scheints auch schon anderweitig getan...

aus dieser Prämisse entwickelt sich dann zunächst ein reines Verfolgungs (Road-Movie) Szenario, welches Koontz-typisch hohe Rasanz und Tempo enthält.

Im Laufe der Handlung schleichen sich dann aber immer sonderbarere Handlungsfäden mit ein, welche dem ganzen einen Hauch Phantastik/ Sci-Fi einhauchen...

da kann man anhand einiger Abstruser Sachen natürlich zunächst aufschreien und sagen: was für eine abgedrehte Chose; aber das ganze wird so komisch herübergebracht, das man fast gar nicht merkt, was für eine herrliche Screwball - Komödie Koontz uns hier auftischt!

Das konnte er aber eigentlich immer schon gut (lest nur mal seinen früheren Roman Morgengrauen), ein Autor der es schafft, dem Leser trotz aller Action (und auch beachtlichem "Härtegrad"!) fast über die ganze Länge ein Dauergrinsen bis zu Lachern ins Gesicht zu treiben, hat seine Aufgabe voll erfüllt.

Mann sollte halt keinen bierernsten Horror von Ihm erwarten, was ja die Inhaltsangabe in Kurzform so suggeriert.

Da ich viele ähnliche Geschichten von Ihm kenne (das ist nicht negativ gemeint!), war es wie ein Treffen mit einem liebgewonnenen alten Bekannten für mich...

Abzug gibt es nur für das (selbst aus meiner Sicht) zu "abgedrehte" Ende, obwohl es eigentlich nur logisch und konsequent von Koontz war, das so zu inszenieren...

trotzdem weit überdurchschnittliche 75°.

leider bestätigt die durchschnittliche Gradzahl der Leserbewertungen, das viele nicht mit der Geschichte klargekommen sind, evtl. sehen das noch potentielle Leser unter der Flagge einer Screwball - Comedy ja etwas anders...