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Carsten Kuhr
Ein Elb übernimmt die Erzählerrolle im zweiten Zwergenzyklus

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mai 2011

Seit ein paar Jahren versucht man bei Blanvalet ganz bewusst deutschsprachige Autoren zu fördern. Mit dem damaligen Wechsel von Holger Kappel von Bastei-Lübbe zu Blanvalet hatte man einen Kenner der Szene an Bord geholt, der in der Folgezeit dafür sorgte, dass entsprechende Manuskripte ihren Weg zu Blanvalet fanden. Inhaltlich lehnte man sich an den vermeintlich sicheren Hype an. Bernd Frenz oder, wie vorliegend Frank Rehfeld boten spannende Action-Fantasy. Völkerromane mit den bekannten tolkienesquen Völkern standen hoch im Kurs.

Mit seinem zweiten Zwergenzyklus führt Rehfeld seine Handlung dabei stimmig fort. Zwar hat man auf den Roman - einmal mehr, ein Mittelband einer Trilogie - ein wenig warten müssen, doch pünktlich zur Buchmesse erreichte das Buch die Leser.

Die Zwerge um den Kriegsführer Warlon haben, endlich ist man geneigt zu sagen, Frieden gefunden. In ihren zwei Zwergenminen leben sie unbehelligt von Missständen, der Handel mit den Menschen floriert. Doch wehe, wenn es einem zu geht geht, da haben Götter, das Schicksal und der Autor gar schnell ein neues Unglück zur Hand, das für Gefahr, Dramatik und Kämpfe birgt. Vorliegend sorgt einmal mehr Verrat dafür, dass die Äxte nicht ruhen, Intrigen gesponnen werden und Blut fließt.

Im Mittelpunkt steht dieses Mal der Elb Lhiuvan in den ein Schattenmahr eindringt. Sein Kampf um die Vorherrschaft über seinen Körper, um die Taten die er fast hilflos miterleben muss packen den Leser. Hier gelingt es Rehfeld sehr gut, die innere Auseinandersetzung in Lhiuvan mit dem äußeren Konflikt zu verbinden. Im Verlauf der Handlung beleuchtet er die Geschehnisse der Vergangenheit, baut seine Schöpfung so immer weiter aus.

Leider gelingt es dem Autor auf der anderen Seite aber nicht, seine Welt wirklich glaubwürdig zu zeichnen. Die Handlungsorte bleiben Stückwerk, vor meinem inneren Auge nahm nichts wirklich Gestalt an. Hier könnte Rehfeld seine Welt ein wenig ausführlicher und überzeugender gestalten.

Der Band endet einmal mehr mit einem Cliffhanger, der die Leser bei der Stange halten soll. Hoffen wir also, dass der dritte Teil nicht wieder so lange auf sich warten lässt.

(Carsten Kuhr, Oktober 2012)

Elbensturm

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