Vernichtender Hass

Erschienen: Januar 2011

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Thorsten Schreck
Die Albae - da steckt weit mehr dahinter als blutrünstiges Gemetzel

Buch-Rezension von Thorsten Schreck Mai 2011

Die Albae sind Dunkelelfen, Elfen die sich vom Licht abgewandt haben, dunkle, unerbittliche Krieger. Sie sind die Feinde der Zwergen und Elfen. Die bereits aus dem ersten Teil und aus der Zwergenreihe bekannten Albae Caphalor und Sinthoras stehen als Nostaroi kurz davor, endlich Tark Draan, das Land ihrer größten Feinde, der Elben, zu erobern. Zur Erklärung, ein Nostaroi ist der höchste Feldherr der Albae. Allerdings haben sie auch in den eigenen Reihen Feinde, von denen sie nichts ahnen. Und dann kehrt noch ein alter, längst totgeglaubter Feind zurück: die Dorón Ashont, die wandelnden Türme. Diese versuchen Dsôn Faïmon zu zerstören. Die beiden Krieger müssen an mehreren Fronten kämpfen. Jetzt müssen die vermeintlich unfehlbaren politischen Parteien der Albae, die Kometen und die Gestirne, feststellen, dass ihre Entscheidung falsch war. Eigentlich wollten sie mit ihrer unbesiegbaren Armee (bestehend aus der goldstählernen Schar, anderen Albae Kriegern, Oarcos und Barbaren) Tark Draan erobern, plötzlich ist aber ihr eigenes Land in Gefahr zerstört zu werden.

Im Auftrag ihrer Herrscher, Nagsar und Nagsor Inàste, den Unauslöschlichen, kämpfen sich die beiden Helden aus Dsôn Faïmon mühsam durch das feindliche Gebiet: Durch den Steinernen Torweg und durch das Land der Zwerge um endlich Tark Draan, die Heimat von Elfen, Menschen und Magiern, zu erobern.

Der Künstler Carmondai begleitet sie dabei, hält ihre Erlebnisse in Worten fest, welche er mit dem Blut der Feinde schreibt. Manchmal muß er auch die Aufgaben eines Nostaroi übernehmen, während sich die wahren Nostaroi um Familienangelegenheiten kümmern müssen.

Die Reihe

Zwei Jahre nach "Gerechter Zorn" erscheint nun endlich der zweite Teil von "Die Legenden der Albae" und setzt nahtlos an den ersten Teil an. Wer den ersten Teil, der übrigens mit dem deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet wurde, nicht gelesen hat, braucht den zweiten gar nicht erst anzufangen. Viele Sachen gelten als selbstverständlich und werden nicht weiter erläutert. Man erkennt ziemlich schnell den typischen Schreibstil von Markus Heitz und wird sofort in seinen Bann gezogen.

Die "Legenden der Albae" ist eine Reihe aus vier Bänden. Der erste Teil "Gerechter Zorn" erschien 2009. Seine Geschichte spielt kurz vor der Erstürmung des Geborgenen Landes und auch der nun erschienene zweite "Albae"-Teil "Vernichtender Hass" ist zeitlich im ersten "Die Zwerge" Band angesiedelt. Teil drei wird nach "Die Rache der Zwerge" und Teil vier der "Albae"wird nach dem 4. "Zwerge"-Band "Das Schicksal der Zwerge" spielen. Von außen sieht man den beiden Büchern leider nicht an, dass sie in Ergänzung zur Zwergenreihe geschrieben wurden.

Es wäre schön, wenn man vor dem Lesen schon wüßte, in welcher Reihenfolge "Die Legenden der Albae" und die Zwergenreihe gelesen werden sollten. Da ich selbst die Zwerge noch nicht gelesen habe, kann ich nur mutmaßen, in wie weit es sinnvoll wäre, die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.

Gelungene Fortsetzung

In dieser Reihe wird aus der Sicht der Albae erzählt. In den meisten Fantasybüchern sind die Albae bzw. Dunkelelfen die Bösen, so auch bei Markus Heitz. In der Zwergen-Reihe sind sie die Feinde der Zwerge. Doch hier wird auch gezeigt, daß sie trotz ihrer dunklen Seiten eigentlich gar nichts so Schlimmes im Schilde führen, ganz normale Familien und auch einen Sinn für Kunst haben.

Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Durch die Kapitelüberschriften und die Karten von Ishím Voróo und Dsôn Faïmon kann man auch leicht nachvollziehen wo das Geschehene spielt. In der Dramatis Personae wird kurz auf alle Charaktere und sonstiges Wissenswertes rund um die Geschichte eingegangen. Am Beginn jedes Kapitels stehen immer kurze Passagen aus dem Epos "Die Helden von Tark Draan" von Carmondai bzw. Auszüge aus anderen Texten und Liedern. Diese sind nett zu lesen, aber nicht immer unbedingt notwendig. Die Geschichte selbst wird durch viele Details lebendig und anschaulich beschrieben.

Markus Heitz hat mit dem zweiten Teil der Reihe ins Schwarze getroffen. Spannende Kampfszenen, aber auch Szenen aus dem alltäglichen Leben der Albae machen das Buch sehr abwechslungsreich und Lust auf die Fortsetzung der Reihe. Fans von Markus Heitz kommen voll auf ihre Kosten. Markus Heitz hat Bücher von Sciencefiction über Vampire, Drachen bis hin zu Zwergen und Albae geschrieben und hat immer wieder bewiesen, was für ein guter Autor er ist.

(Thorsten Schreck, September 2011)

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