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Marcel Scharrenbroich
Von „fremden“ und liebgewonnenen „Dingen“

Buch-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jul 2019

„Stand by me“ (USA, 1986)

Wenn Sie diese Rezension angeklickt haben, gehe ich davon aus, dass Sie sich für die Netflix-Serie „Stranger Things“ interessieren. Richtig? Gut… dann machen Sie diesen Text jetzt wieder zu, rennen zum Buchhändler Ihres Vertrauens und besorgen sich dieses feine Büchlein, denn besser werden Sie 10€ heute nicht anlegen können. Sollten Sie allerdings noch fünf bis zehn Minuten Zeit haben (je nachdem, wie lange der Bums hier dauert…), erkläre ich Ihnen gerne, warum dieses „inoffizielle Buch“ mich gleich mehrfach niedergestreckt hat und ich es in weniger als 24 Stunden (inklusive Schlafen, Essen, ohne Hose durch die Wohnung rennen und was man sonst halt so macht) durchgeprügelt habe. Es sei jedoch gesagt, dass „Notes from the upside down“ Vorwissen über „Stranger Things“ voraussetzt. Ohne die Serie - beziehungsweise die erste Staffel - zu kennen, wären Sie mit den Namen und Anspielungen heillos überfordert. Es handelt sich also wirklich um ein Buch für Fans… diese werden allerdings mit einem humorvollen Sammelsurium von Fakten, Anekdoten, Anlehnungen und skurrilen Ideen belohnt.

„¡Drei Amigos!“ (USA, 1986)

Die Story der ersten Staffel von „Stranger Things“ dürfte bekannt sein, deswegen gehe ich an dieser Stelle nur kurz auf deren Inhalt ein:

Hawkins, Indiana. 1983: In dieser verträumten Kleinstadt verschwindet der zwölfjährige Will Byers (Noah Schnapp) wie vom Erdboden. Seine Mutter Joyce (Winona Ryder) ist natürlich außer sich vor Sorge und der örtliche Sheriff, das sympathische Raubein Jim Hopper (David Harbour), nimmt die Ermittlungen auf. Wills älterer Bruder Jonathan (Charlie Heaton) kümmert sich währenddessen um seine verzweifelte Mutter, die zusehends den Halt verliert. Zur gleichen Zeit nehmen die Freunde des verschwundenen Jungen, Mike (Finn Wolfhard), Dustin (Gaten Matarazzo) und Lucas (Caleb McLaughlin), die Suche nach ihm selbst in die Hand und durchstreifen die Wälder von Hawkins. Dort stoßen die drei Jungen auf ein mysteriöses Mädchen (Millie Bobby Brown), das auf der Flucht zu sein scheint. Ihre Haare sind raspelkurz geschoren und auf dem Arm trägt sie eine Tätowierung… „011“. Das sichtlich verstörte Mädchen verfügt über telekinetische Fähigkeiten und wird von Mike, Dustin und Lucas erstmal in Sicherheit gebracht. „Elfi“, wie sie sie kurzerhand taufen, kommt heimlich im Keller von Mikes Elternhaus unter. Sie floh anscheinend aus einer geheimen Forschungseinrichtung, wo an ihr experimentiert wurde und gibt an, Informationen über Wills Aufenthaltsort zu haben. Die mysteriösen Ereignisse in Hawkins häufen sich und so ist auch bald Barb (Shannon Purser), die beste Freundin von Mikes großer Schwester Nancy (Natalia Dyer), verschwunden. Nancy schließt sich daraufhin mit Wills Bruder Jonathan zusammen, während das Forschungslabor langsam aber sicher in den Fokus von Chief Hoppers Ermittlungen rückt…

„Schöne Bescherung“ (USA, 1989)

„Notes from the upside down“ widmet sich nicht nur ausführlich den acht Folgen der ersten „Stranger Things“-Staffel, sondern reißt auf den letzten Seiten auch noch Season 2 ab. Es muss nämlich gesagt werden, dass das Buch auf dem internationalen Markt bereits 2017 veröffentlicht wurde… und zwar ziemlich genau zum Start der neun Folgen der Folgestaffel, weswegen diese auch nicht so ausführlich beleuchtet werden, wie die Anfänge der Serie. Generell ist es schwer, ein umfassendes Kompendium zu Filmen und Serien zu bekommen, wenn diese noch nicht zu Ende erzählt sind… wie auch? Dann heißt es entweder warten, bis eine abschließende Zusammenfassung der Lieblingsserie erscheint, oder man springt auf den Hype-Train auf und giert nach jedem Fetzen, der uns mit neuen und wissenswerten Informationen versorgt. Sollten Sie zur zweiten Kategorie gehören, verweise ich gerne noch mal auf den Anfang dieses Textes: Losrennen, Kaufen!

Autor Guy Adams, der nebenbei noch als Komiker und Schauspieler tätig ist, verfasste bereits mehrere Romane aus dem „Torchwood“-Universum und ließ gleich mehrfach „Sherlock Holmes“ ermitteln. Ferner schrieb er Hörspiel-Skripte für das umfangreiche „Doctor WHO“-Franchise und outet sich in „Notes from the upside down“ gleich mehrfach als glühender 80’s-Fan. Brüllend komisch und extrem sympathisch führt Adams durch das kunterbunte Jahrzehnt und streut in häufigen Fußnoten Gags ein, dass es mich knallhart aus der Kurve gedroschen hat. Dass man bei einem amüsanten Buch schmunzelt, ist keine Seltenheit… aber dass ich mich im Sitzen fast vor Lachen einschiffe, ist mir auch noch nicht passiert…

Dabei seziert Guy Adams akribisch jede einzelne Folge, geht auf Haupt- und Nebendarsteller ein, schweift gerne mal ab, was deren Schaffen angeht (was aber durchaus interessant ist!), geht die Songs durch, die in den jeweiligen Episoden zu hören sind (der Soundtrack ist generell HERVORRAGEND gewählt) und gerät ins Plaudern, was die verschieden Bands und ihre Werdegänge betrifft. Adams erzählt, wie die Zwillingsbrüder Matt und Ross Duffer ihre Erfolgs-Show an den Mann – beziehungsweise Netflix – gebracht haben und über Regisseure und andere Künstler, die das Regie-Duo beeinflusst haben. Zudem gibt der Autor regelmäßig Hausaufgaben auf und nennt so beispielsweise Filme und Serien, die wir uns zwingend ansehen MÜSSEN! Nach jeder durchgenudelten Episode gibt es ein nettes Quiz, welches wirklich knackige Fragen zu „Stranger Things“ zu bieten hat (die passenden Antworten gibt es am Ende des Buches).

Es darf auch nicht verwundern, dass der äußerst kreative Autor auf Seite 55 auf einmal mit einem Kuchen-Rezept um die Ecke kommt. Dann backen wir uns halt mal schnell ein Törtchen von der „Anderen Seite“… mmmmmh. Selbstverständlich kommt auch hier wieder der augenzwinkernde und herrliche Humor von Adams durch.

Da eine Serie wie „Stranger Things“ geradezu von ihren 80er-Vibes lebt und dies wohl auch unumstritten zum gigantischen Erfolg beigetragen hat, wimmelt es in den Folgen natürlich von Reminiszenzen an das Schulterpolster-Jahrzehnt. Auch darauf wird sehr genau eingegangen und erläutert, wie die Kreationen von Steven Spielberg („E.T. – Der Außerirdische“), Stephen King („ES“, „Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers“) oder Richard Donner („Die Goonies“) die Macher beeinflusst und geprägt haben. Horror-Altmeister John Carpenter kommt auch nicht zu kurz, erinnern seine sphärischen Klangschöpfungen doch sehr an das „Stranger Things“-Intro… was bei Adams ebenfalls zum Thema wird. Was auch sonst? Wegweisende Bands wie „Tangerine Dream“, die italienische Kombo „Goblin“ - die so gut wie jeden Dario Argento-Streifen musikalisch untermalte - und Komponist und Produzent Giorgio Moroder werden ebenso thematisiert, wie das griechische Allround-Talent Vangelis.

Ach so, falls Sie noch eine Bastelanleitung für ein beleuchtetes Brett brauchen, mit dem Sie mit verschollenen Verwandten auf der „Anderen Seite“ kommunizieren können (siehe Joyce Byers, die die Weihnachtbeleuchtung für ein Morsegerät in eine Parallelwelt zweckentfremdet, dass Tim Taylor vor Stolz die Füße abfallen würden), kein Thema: einfach auf Seite 168 blättern. Wäre doch gelacht, wenn der gute Mr. Adams da nicht ein paar Tipps hätte, oder? ODER?

„Fast wie in alten Zeiten“ (USA, 1980)

…kommt es einem vor, wenn Guy Adams die größten Hits und Kinoerfolge wieder an die Oberfläche holt und uns an die Lieder und Filme erinnert, die uns schon seit mehr als 30 Jahren begleiten, sich aber schon lange in eine verstaubte Ecke unserer Erinnerungen zurückgezogen haben. In einem (sehr kurzen) Kapitel widmet er sich Musikern, deren atmosphärische Stücke ins gleiche Horn blasen… wobei mir auffällt, dass er schändlicherweise den „Drive“-Soundtrack von Cliff Martinez vergessen hat. BUUUH! In einem anderen Kapitel (erfreulicherweise etwas länger, aber nicht lang genug) stellt Adams dann (teils) vergessene Filmperlen vor, die zur Stimmung von „Stranger Things“ passen. Filme wie die King-Adaption „Werwolf von Tarker Mills“ (mit einem irren Gary Busey, der zur Abwechslung mal auf der richtigen Seite steht), Don Coscarellis „Das Böse“ (aka „Phantasm“ und einer der verdammt BESTEN Horrorfilme überhaupt!), das „Goonies“/Hammer-Studios Mash-up „The Monster Squad“, den unterschätzten Sci-Fi-Streifen „Starfight“ von 1984 (wo zur Hölle bleibt da eine deutsche Veröffentlichung???) und meinen absoluten Lieblingsfilm „Meine teuflischen Nachbarn“, mit einem Tom Hanks in Bestform (spätestens HIER wusste ich, dass Guy Adams mir höchst sympathisch ist).

Ⅎɐzᴉʇ:

Guy Adams hat es mit seinem launigen Buch geschafft, dass sich seit zwei Tagen „Atmosphere“ von Joy Division in meinem Gehörgang festgekrallt hat und ich mir zur Einstimmung auf Staffel 3 direkt noch mal die ersten beiden Seasons von „Stranger Things“ zu Gemüte führe. Außerdem hab ich wieder tierisch Bock bekommen, ein paar 80er-Jahre Klassiker aus dem Filmregal zu ziehen. „Notes from the upside down“ ist somit nicht nur ein tolles Begleitbuch zur ersten (und ansatzweise der zweiten) Staffel, sondern auch eine wahre Nostalgie-Fundgrube für Kinder der 80er. Unbedingt empfehlenswert und saukomisch!

So… ich danke fürs Lesen und verdrück mich jetzt wieder auf die „Andere Seite“. Grüßchen vom Demogorgon und bis vorgestern!

Notes from the upside down - Das inoffizielle Buch zu Stranger Things

Notes from the upside down - Das inoffizielle Buch zu Stranger Things

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