Couch-Wertung:

75°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:0
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Nina Pimentel Lechthoff
Tolle Hintergrundinfos mit einem Hauch Selbstbeweihräucherung

Buch-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Jul 2019

Man nehme ein mysteriöses Wesen, ein Kind mit übernatürlichen Fähigkeiten, eine Bande Jungs auf Fahrrädern, ein paar Jugendliche im Hormonchaos und eine Handvoll Erwachsene, die keine Ahnung haben, was abgeht. Man setze sie in ein kleines Städtchen irgendwo in Amerika in den 80‘s und voilà – ein Mega-Erfolg ist geboren. Kaum zu glauben, dass es eine Zeit vor Stranger Things gab. Denn so vieles in der Netflix-Serie kommt einem bekannt vor, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie erst 2016 auf dem Streaming-Dienst ihre Premiere feierte. Dass Stranger Things einem aber so vertraut vorkommt, liegt auf der Hand. Es liegt nicht nur am 80er-Jahre-Setting, sondern vor allem daran, dass sich die Macher der Serie – die Duffer-Brüder – sich links und rechts an den beliebten Filmen und Büchern dieser Zeit bedient haben. Um diese ganzen Referenzen, Hommagen und Rückbezüge auf Der weiße Hai, Stephen King und Co. erkennen zu können, muss man entweder ein wandelndes Popkultur-Lexikon sein – oder sich das Begleitbuch zu Stranger Things durchlesen.

Mr. und Mr. Duffer, wie haben Sie das gemacht?

Das Begleitbuch zu Stranger Things strotzt nur so vor Bildmaterial und lässt den Leser ziemlich tief hinter die Kulissen der Netflix-Serie blicken. Es gibt jede Menge Fotos vom Set, wie z.B. die Darsteller Gaten Matarazzo und Joe Keery mit Produzenten und Regisseur Shawn Levy vor den Tunneln stehen, die in der zweiten Staffel eine große Rolle spielen, und sich unterhalten. Aber die meisten Fotos sind Momentaufnahmen aus der Serie, die die verschiedenen Figuren zeigen.

Das Begleitbuch ist randvoll mit Informationen zur Produktion der Serie. Das Buch fängt bei den Anfängen an und geht bis zum Ende der zweiten Staffel. Die Duffer-Brüder erklären etwa, wie sie die Idee zu Stranger Things entwickelten und der schwierige Weg, ein Platz für die Serie in der Fernsehlandschaft zu ergattern. Oder sie erzählen davon, wie überraschend manche Reaktionen der Zuschauer kamen. Vor allem, dass die Figur Barb, die eine der ersten Opfer des Demogorgon ist, so beliebt bei den Zuschauern war, dass sie sogar den Hashtag #JusticeForBarb (#GerechtigkeitFürBarb) ins Leben riefen.

Auch die Schauspielerinnen und Schauspieler kommen immer wieder zu Wort und erzählen, wie sie sich auf ihre Rollen vorbereitet haben und wie sie erfahren haben, dass sie bei Stranger Things dabei sind. Joe Keery und Noah Schnapp – Steve und Will – spielen in der Serie gar nicht die Rollen, für die sie ursprünglich vorgesprochen haben.

Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen

Die Duffer-Brüder machen kein Hehl daraus, dass sie sich aus den Filmen ihrer Kindheit inspirieren ließen. Die Serie sollte sogar am Anfang Montauk heißen und im gleichnamigen Ort spielen. Das Dorf an der Küste New Yorks dient als das Städtchen Armitage aus Steven Spielbergs Der weiße Hai. Mir waren zwar einige der „Referenzobjekte“ der Duffers bekannt, wie etwa Die Goonies, Stand by me oder Gremlins – Kleine Monster. Aber wie viele Figuren, Handlungsstränge oder auch nur kleine Details aus Filmen und Büchern der 70er und 80er Jahren inspiriert wurden, hat mich doch ziemlich umgehauen. Hier erinnert das Begleitbuch eher an einem Audiokommentar oder einem Featurette, der als Bonus auf einer Blu-ray von Stranger Things zu finden wäre.

Diese Texte werden von Bildern begleitet, die etwa die Filmposter oder –szenen zeigen, die als Vorlage für die Serie wichtig waren. Das hat sehr geholfen, diese in der Serie wiederzuerkennen – auch wenn man die jeweiligen Filme kannte, hatte man dadurch direkt das richtige Bild vor Augen.

So much 80‘s!

Aber das 80‘s-Feeling wäre nicht so gut rübergekommen, wenn man nicht die wunderbaren Kulissen hätte. Deswegen kommen etwa die Requisiteurin oder der Produktionsdesigner zu Wort. Sie erzählen, warum der Keller, in dem die Jungs D&D spielen, so aussieht oder wie Jim Hoppers Hütte, die in der zweiten Staffel als Zuhause für Elf dient, gebaut wurde. Mir wurden dadurch die Augen geöffnet für kleine Kleinigkeiten, die ich so nicht bemerkt hätte. Wie zum Beispiel, dass der Fernseher in Wills Haus auf einem größeren, ausgedienten Fernseher steht.

Diese Stellen haben mir am meisten gefallen, denn sie machen mir immer wieder bewusst, wie viel Arbeit in so einer Serie steckt und wie viel Liebe zum Detail diese Menschen haben müssen, damit gebaute Sets authentisch wirken. Diese neuen Erkenntnisse werden bei mir auf jeden Fall dazu führen, dass ich vermehrt auf Details achten werde, wenn ich die Serie nochmal schaue.

So kreativ wie die Serie selbst

Man hätte das Buch einfach als Sammelsurium aus Interviews, Bildern und Hintergrundinfos gestalten können. Doch wie es sich für eine Serie wie Stranger Things gehört, ist das Begleitbuch kein einfaches Buch geworden. Allein schon der Einband verspricht einiges. Das Cover ist an manchen Stellen eingerissen, fleckig oder verbrannt. Nimmt man es ab, entdeckt man Wills Zeichnung vom Schattenmonster. Das ist nicht das einzige Goodie, das man im Begleitbuch findet. Neben dem Stadtplan von Hawkins, den Jim Hopper benutzt, gibt es auch Elfs Morsekode-Tafel, mit der man versteckte Botschaften im Buch entziffern kann.

Die Goodies sind aber bei weitem nicht das einzig Kreative an dem Buch. Das ganze Layout ist unglaublich cool gestaltet. Beispielsweise werden die Figuren Will, Mike, Dustin und Lucas in Form von Dungeons-and-Dragons-Charakterbögen vorgestellt. In der Mitte des Buchs, wo es um die Andere Seite geht, muss man das Buch auf den Kopf drehen, um die Seiten lesen zu können – es ist nun mal das Upside Down (dt.: kopfüber), wie dieser Ort im Original heißt.

Ganz zum Schluss gibt es eine „Werbeanzeige“, die Mixtapes verkaufen will. Die Mixtapes sind eine Sammlung von wichtigen Songs, die in der Serie gespielt werden. Die Liste gibt Informationen darüber, warum die Songs ausgewählt wurden und wann sie in der Serie zu hören sind.

Viel Kreativität mit ein paar Störungen

Das Buch ist echt toll gemacht, was die Gestaltung angeht. Leider kommt diese Kreativität mit ein paar Störungen daher. Sei es, dass sich hier und da ein paar blöde Rechtschreibfehler – an der einen Stelle wurde vergessen, dass „and“ in „und“ zu übersetzen – reinschleichen, oder dass Einschübe den Lesefluss stören. An manchen Stellen werden Exkurse gemacht, um etwa die Entstehung einer Szene näher zu beleuchten. Dabei werden teilweise Sätze unterbrochen, die auf der übernächsten Seite erst weitergehen. Das hat mich schon sehr gestört, da man hin und her blättern musste, um den Gedankengang wieder aufnehmen zu können.

Auch die vielen Fußnoten haben mich beim Lesen gestört. Zwar waren viele davon sehr aufschlussreich und haben – was auch der Sinn von Fußnoten ist – reichhaltige Informationen geliefert, die im Text kein Platz gefunden haben. Aber es gab einige Fußnoten, die nichtssagend waren und nur witzig sein sollten – was sie aber für mich dann überhaupt nicht waren.

Was mich auch sehr oft geärgert hat, war der überschwängliche Ton, den die meisten Interviews hatten. Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass die Schauspieler und die Regisseure sehr toll miteinander umgegangen sind. Aber alles war gefühlt „das Beste“ – von der Performance der Schauspieler bis hin zu den Drehtagen. An vielen Stellen kamen mir die Texte zu PR-lastig rüber und wenig authentisch. Das passte zu dem sonst sehr witzigen und lockeren Ton der Texte meiner Meinung nach nicht allzu gut.

Fazit:

Das Stranger Things Begleitbuch ist ein Muss für Mega-Fans der Netflix-Serie. Man bekommt viele Informationen über die Entstehung der Serie, wie die Rollen gecastet wurden und was die Schauspieler von ihren Rollen halten. Ganz besonders hervorgestochen sind für mich die sehr kreative Gestaltung des Begleitbuchs und die Interviews mit den Leuten, die für die Kulissen, Requisiten usw. verantwortlich waren. Nur der sehr PR-lastige Ton mancher Interviews hat mich gestört und der Lesefluss wurde an einigen Stellen unsanft unterbrochen – sei es durch blöde Rechtschreibfehler, unnötigen Fußnoten oder deplatzierten Zwischenschüben. Trotzdem hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen und werde die Serie Stranger Things nun mit anderen Augen schauen.

Stranger Things: Das offizielle Begleitbuch

Stranger Things: Das offizielle Begleitbuch

Deine Meinung zu »Stranger Things: Das offizielle Begleitbuch«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Buch.