Couch-Wertung:

82°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:0
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Nina Pimentel Lechthoff
Holpriger Start, richtig mitreißende Story

Buch-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Okt 2019

Während im ersten Teil der MaddAdam-Reihe das Leben eines privilegierten jungen Mannes verfolgt wurde, gehören die Protagonistinnen von Das Jahr der Flut zu einer anderen Gesellschaftsgruppe. Brenda, genannt Ren, und Toby gehören der religiösen Sekte „Gottesgärtner“ an. Die Sekte und ihr Führer Adam 1 predigten schon immer davon, dass eines Tages die „wasserlose Flut“ über die Menschheit stürzen würde und die Ungläubigen hinfort schwemmen würden. Ren und Toby überleben diese, die in Form eines Virus beinahe die gesamte Weltbevölkerung hat dahinraffen lassen. In Rückblenden erzählen die Protagonistinnen, wie ihr Leben vor der “Flut” ausgesehen hat und was sie seit dem Ausbruch der Krankheit und dem Verschwinden der Zivilisation erlebt haben.

Lasset uns singen

Dadurch, dass beide Protagonistinnen der Sekte angehört haben, ist die gesamte Erzählung voller Hinweise auf diese neue Religion, die in einer Welt, in der Konzerne jegliche ethischen Bedenken ausradiert haben, eine Rückbesinnung auf das Natürliche darstellt. Die Grundlage der Religion der „Gottesgärtner“ ist das Christentum, aber mit vielen Einflüssen aus den Naturwissenschaften. Der Mix aus Jesus- und Evolutionstheorie vermengt sich mit einer „grünen“ Einstellung, denn die Gottesgärtner bauen alles selber an und sind gegen Kapitalismus und Konsum. Das alles erfährt man aber nicht nur über die Erzählungen der Protagonistinnen, sondern auch in den Prologen der einzelnen Kapitel. Diese geben Predigten des Anführers der Gottesgärtner, Adam 1, wieder. In seinen Reden erklärt Adam 1 die Feiertage, das Handeln der Gärtner und den größeren Kontext der Geschichte. Abgeschlossen werden die Prologe von einem Lied. Leider singt der Erzähler diese in der Hörbuchfassung nicht… vielleicht ist das aber auch die richtige Entscheidung gewesen.

Holpriger Start

Ich habe etwas gebraucht, bis ich in die Geschichte richtig einsteigen konnte. Das liegt vielleicht daran, dass ich die Hörbuchfassung gehört habe, aber die Wechsel zwischen den beiden Protagonistinnen sind mir am Anfang ziemlich schwergefallen. Vor allem, weil ich das Hörbuch etwas zerstückelt gehört habe – ein Kapitel hier, dreieinhalb dort, an anderen Tagen wiederrum nur einen Teil von einem Kapitel. Da vergesse ich schnell, was vorher das Thema war. Das hat sich nach einiger Zeit aber gelegt. Wer aber etwas mehr Schwierigkeiten mit Hörbüchern hat, sollte bei Das Jahr der Flut: Die MaddAddam Trilogie 2 vielleicht lieber zur gedruckten Fassung greifen.

Mitreißende Geschichte

Egal, ob als Hörbuch oder als E-Book oder in gedruckter Form – den zweiten Teil der MaddAddam-Trilogie kann ich wirklich empfehlen. Das Jahr der Flut knüpft sehr gekonnt an die Ereignisse des ersten Teils an und bereichert die Welt. Figuren und besondere Momente des ersten Teils tauchen hier und da auf, teilweise als Easter Eggs, teilweise als einschneidende Augenblicke. Vor allem die Beziehung zwischen Ren und Jimmy ist meiner Meinung nach schön eingebaut. Am besten hat mir aber die Geschichte von Toby gefallen. Man lernt sie als junge Erwachsene kennen, die ein hartes Leben hatte und mehr aus Not als aus Überzeugung zu den Gottesgärtnern gegangen ist. Im Laufe der Zeit steigt sie in der Sektenhierarchie, ohne aber ihre kritische Sicht auf das Ganze zu verlieren. Dagegen ist Rens Handlungsstrang meiner Meinung nach etwas weniger stark. Mir hat er auch weniger gefallen, da sich dieser eher wie Tagebucheinträge liest (bzw. in meinem Fall hört). Dadurch hat ihre Erzählung etwas an Wucht verloren, da ich nicht das Gefühl hatte, unmittelbar dabei zu sein, sondern ihre Erlebnisse und Gedanken im Nachhinein zu erfahren.

Fazit:

Mir hat Das Jahr der Flut: Die MaddAddam Trilogie 2 etwas besser gefallen als der erste Teil Oryx und Crake, was vor allem daran liegt, dass die Hauptfiguren ein wenig sympathischer rüberkommen. Mir hat es auch sehr gut gefallen, dass man diese futuristische Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen bekommen hat. Dass mir der Einstieg so schwer gefallen ist, liegt an meiner eigenen Hörgewohnheit. Weil ich das Hörbuch etwas zerstückelt gehört habe, war ich zwischenzeitlich etwas von der Story verwirrt. Trotzdem habe ich das Hörbuch sehr gerne gehört, vor allem die Teile, in denen Toby die Erzählerin ist.

Das Jahr der Flut - Die MaddAddam Trilogie 2 (Hörbuch)

Das Jahr der Flut - Die MaddAddam Trilogie 2 (Hörbuch)

Deine Meinung zu »Das Jahr der Flut - Die MaddAddam Trilogie 2 (Hörbuch)«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
14.11.2019 17:32:35
K.-G. Beck-Ewerhardy

Zum ersten Mal schreibt Margaret Atwood eine Trilogie, die mit „Oryx & Crake“ ihren Anfang ge-nommen hat und hier nun fortgesetzt wird. Wie es weitergehen wird ist noch offen.

Wie so oft bei Atwood spielt auch dieser Roman auf verschiedenen Zeitebenen und auch die Per-spektiven ändern sich fortlaufend, weswegen die Leserschaft auch in diesem Buch wieder sehr in Bezug auf ihre Konzentrations- und Behaltensfähigkeit und ihre rezeptive Flexibilität geprüft wird. Wer solche Herausforderungen eher nicht schätzt dürfte sich mit dem Werk der Autorin allerdings generell schwertun.

Erzählt wird im Schwerpunkt die Geschichte zweier Frauen. Da ist einmal Toby, die aus dem Geschäft mit der verhandelbaren Zuneigung aussteigen muss, weil einer ihrer „Arbeitgeber“ eine allzu ungesunde Einstellung zu seinem Personal hat und so landet sie bei den „Gärtnern“, einer grundlegend christlich orientierten Sekte mit starkem Umweltschutzethos in weitgehend veganer Lebensweise. Dort findet sie schnell wegen ihrer geistigen Fähigkeiten Anerkennung und ist bald sehr angesehen, auch wenn sie eigentlich nicht wirklich auf den religiösen Zug aufspringen möchte. Bei den Gärtnern lernt sie unter anderem die junge Ren kennen, die später zusammen mit ihrer Mutter die Sekte, in deren Grundlagen sie aufgewachsen ist, verlässt und über einige Umwege schließlich dort landet, wo Toby vor ihrer Ankunft bei den Gärtnern hergekommen ist.

Als die wasserlose Sintflut einsetzt, die auch im Kern der „Oryx & Crake“-Geschichte steht, deren zwei Hauptfiguren im Übrigen auch für die Leben von Toby und Ren eine wichtige Rolle spielen sollen, gehören die beiden Frauen aus verschiedenen Gründen zu den wenigen Überlebenden, die nun zusehen müssen, wie sie in der neuen, weitestgehend von Menschen befreiten Welt zurechtkommen können. Doch dazu müssen sie sich durch diese neue, fremdartige und auf ganz unerwartete Arten und Weisen tödliche Welt hindurch einander und auch andere Leute finden.

Die Handlung springt beharrlich zwischen den beiden Frauen und zwischen ihren Erfahrungen vor und nach der Flut. Dadurch bekommt man ihrer beider Lebensgeschichten und die Veränderungen, die diese bei ihnen hervorrufen ganz hervorragend mit, wenn man bei den häufigen Wechseln nicht durcheinander kommt. Außerdem lernt man nun – nachdem in „Oryx & Crake“ die Oberschicht der Vorflutwelt im Mittelpunkt gestanden hat – hier die Unterseite der Gesellschaft kennen und die verschiedenen neuen religiöse Bewegungen, die die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen in dieser neuen Welt mit sich gebracht haben, was die erzählerische Welt von „Oryx & Crake“ deutlich erweitert. Außerdem wird das Buch auch immer wieder durch Heiligen-Tage der Gärtner unterbrochen, an denen deren Anführer „Predigten“ hält, die in der Regel mit einem besonderen Lied abgeschlossen werden. Diese Darstellungen lassen einen noch tiefer in das Denken und Fühlen dieser Gruppe eindringen und für sehr Interessierte Leserinnen und Leser gibt es auch eine CD zu erwerben, auf der alle Hymnen dieses Buchs zu hören sind.

Wieder einmal ein sehr komplexer und nachdenklich stimmender Roman aus der Feder von Margaret Atwood, der viel Lust auf den dritten Teil der Trilogie macht.