Kingdom of the Wicked 2: Die Königin der Hölle

  • Piper
  • Erschienen: September 2022
Kingdom of the Wicked 2: Die Königin der Hölle
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Andrea Betschart
66°

Phantastik-Couch Rezension vonJan 2023

Eine etwas einseitige Fortsetzung

Als Mittelteil einer Trilogie hat man es nicht leicht. Das Niveau vom Vorgängerband sollte gehalten werden, es braucht eine gute Überleitung zu Band 3 und der Spannungsbogen darf nicht abreissen. Lassen wir uns überraschen, wie gut dies Kerri Maniscalco mit ihrer Fortsetzung zu "Der Fürst des Zorns" gelungen ist.

Hölle, Hölle, Hölle...

Nachdem Hexe Emilia am Ende von Band 1 einen Handel mit dem Teufel persönlich abgeschlossen hat, muss sie in die Hölle reisen, um seine Braut zu werden. Band 2 startet denn auch ohne Umschweife oder langwierige Rückblenden an dem Ort des Geschehens: Den Pforten der Unterwelt. Ihr Tourguide auf dieser "Verlobtenreise" ist niemand geringeres als Wrath, einer der Brüder von Emilias zukünftigem Gemahl. Als Dämon und Herrscher des Haus Zorns kennt er die Hölle wie seine Westentasche und weiss, welche Gefahren und Stolpersteine auf Emilia lauern. Schon die kurze Etappe zum Palast von Wrath birgt für sie einige Herausforderungen, die sie jedoch mehr oder weniger gekonnt meistern kann. Endlich im Haus Zorn angekommen, bleibt indes keine Zeit, um sich auszuruhen. Es stehen Feste und Bälle an, Einladungen müssen verschickt oder akzeptiert werden und dass alles, ohne gegen die Regeln der Unterwelt zu verstossen. Und von denen gilt es einige zu beachten...

Wrath lässt es sich nicht nehmen, Emilia persönlich über die Gepflogenheiten der Hölle zu unterweisen. Die vielen Lektionen zu den Fürstenhäusern, Adelsfamilien sowie körperlichen Angelegenheiten wie Schwertkampf führen dazu, dass es zwischen der Hexe und dem Dämon ganz ordentlich zu knistern beginnt...

Da war doch noch was...

Eigentlich ist Emilia den Pakt mit dem Teufel eingegangen, um herauszufinden, wer ihre Zwillingsschwester Vittoria getötet hat. Während der Lektüre beschlich mich allerdings das Gefühl, dass Emilia so sehr von Wrath abgelenkt wird, dass die Rache-Mission in den Hintergrund rückt. Obwohl immer wieder mysteriöse Hinweise oder rätselhafte Fingerzeige auftauchen, kommt die Suche nach Vittorias Mörder nach meinem Dafürhalten nicht richtig in Gang. Erst im letzten Teil der Story nimmt dieser Handlungsstrang richtig Fahrt auf. Es wird nun aber dermassen viel reingepackt, dass es sehr dicht und gedrängt wirkt.

Liebe, Lust und ... Langeweile

Bereits in "Der Fürst des Zorns" merkte man, dass zwischen Emilia und Wrath eine gewisse Anziehung bestand. In "Die Königin der Hölle" erreicht diese aber ganz neue Dimensionen. Emilia fühlt sich nicht nur gefühlsmässig zu Wrath hingezogen, sondern auch körperlich. Dies hat zur Folge, dass es in der Geschichte oft zu erotisch-sexuellen Szenen zwischen den beiden kommt. Anfangs liest sich das durchaus prickelnd. Doch bald verliert sich der Zauber und ich fand das ewige hin- und her zwischen Wrath und Emilia zunehmend langweilig.

Die brodelnde Erotik der beiden Hauptfiguren nimmt dermassen viel Platz ein, dass alles andere an den Rand gedrückt wird. Ich habe mich ehrlich gefreut, mehr über die Brüder von Wrath und die damit verbundenen Sünden zu erfahren. Diese Erwartung wurde jedoch enttäuscht. Zwar machen wir im Zuge eines rauschenden Festes Bekanntschaft mit Gluttony, der Sünde der Völlerei verschrieben. Damit hat es sich aber auch schon, da lediglich Greed und Envy, die schon aus Band 1 bekannt sind, etwas mehr Fleisch an den Knochen bekommen. Lust, Sloth und vor allem Pride, Emilias zukünftiger Mann, bleiben kaum mehr als blasse Randfiguren.

Das Setting hat Maniscalco anders präsentiert, als ich erwartet hätte. Beim Stichwort "Hölle" denke ich an Feuer, Hitze und Ödnis. Die Autorin entwirft indes eine ungleich interessantere Version. Winterliche Landschaften, die in verschiedene Höllenkreise aufgeteilt sind und mit tollen Schauplätzen punkten. Aufgrund des Hormonrausches zwischen Emilia und Wrath bleibt es dieser tollen Welt aber verwehrt, ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen.

Fazit:

Vielversprechende Nebencharaktere, ein ungewöhnlicher Schauplatz und zwei Hauptfiguren, zwischen denen es ordentlich knistert. "Die Königin der Hölle" hätte alles, um eine gelungene Fortsetzung zu sein. Wie gesagt, hätte... Zu einseitig konzentriert sich die Geschichte auf die romantisch-sexuelle Beziehung von Emilia und Wrath. Zu wenig kommen die interessanten Nebenfiguren, welche der Spannung mehr als zuträglich gewesen wären, zum Zug. Ich hoffe und glaube jedoch, dass Maniscalco diese Schwächen ausmerzt, und mich mit Teil 3 "Die Göttin der Rache", (ET 29.06.2023) wieder packen wird.

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