Die das Licht nicht sehen - Schatten der Vergangenheit

  • Sublime Publications
  • Erschienen: Mai 2024
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Die das Licht nicht sehen - Schatten der Vergangenheit
Die das Licht nicht sehen - Schatten der Vergangenheit
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Marcel Scharrenbroich
90°1001

Phantastik-Couch Rezension vonDez 2025

Gefährliche Geheimnisse

Fassaden

Nazaire, ältestes der Lerot-Kinder, kehrt zurück in sein Elternhaus. Nicht auf Dauer, denn La Fôret sowie seiner alles kontrollierenden Mutter Revelyn hatte der als schwarzes Schaf gebrandmarkte Sohn eigentlich weitestgehend den Rücken gekehrt. Grund seines Besuches ist die Sorge um seinen jüngeren Bruder Avelian. Dieser wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Bersolet verfrachtet. Jener berüchtigten Einrichtung, die nach außen den Schein einer exklusiven Privatuniversität wahrt, innerhalb der Mauern jedoch ein strenges, knallhartes Programm fährt, bei dem die Schülerinnen und Schüler eine extrem spezielle Ausbildung durchlaufen. In welcher Schule stehen schon Schießtraining und das Erlernen tödlicher Nahkampftechniken auf dem Programm? Im Gegensatz zu seiner Schwester Espérence, die es ins amerikanische Providence verschlug, um dort zu studieren, kam Nazaire um Bersolet herum, wurde nun aber von Avelians Freunden Hugues und Léa informiert, dass sie sich in großer Sorge befinden. Jeglicher Kontakt zu Avelian wurde ihnen verweigert und dass der Junge unmittelbar vor seinem ungeplant-plötzlichen Aufbruch auf brisante Familiengeheimnisse stieß, halten die beiden keineswegs für einen Zufall. Es muss einen Zusammenhang geben, da sind sie sich sicher. Nazaire ebenso, nachdem er erfährt, dass sein Bruder in den Akten von Richard, ihrem undurchsichtigen Patenonkel, auf Informationen über seinen vermeintlich leiblichen Vater stieß. Nur noch ein weiterer Abgrund in der düsteren Lerot-Familiengeschichte, mit dem Nazaire seine überraschte Mutter nun konfrontiert. Ein Stein des Anstoßes, denn damit begibt er sich selbst in höchste Gefahr.

Richard de Varassaint hat derweil ganz eigene Probleme. Zusammen mit einem kleinen Trupp aus Vertrauten und Untergebenen hat er sich nach Rom aufgemacht, um sich vor Ort mit den höchsten Vertretern des Geheimbundes, welcher fernab der Augen der Öffentlichkeit über Länder und Kontinente agiert, auszutauschen. Kein alltäglicher Plausch, denn dazu ist die Lage zu ernst. Im Mittelpunkt der Unterredung steht Espérance Lerot, der es erst kürzlich gelang, in Providence einen Abgesandten der Kirche zu liquidieren und für reichlich Chaos zu sorgen. Nun soll sie, entgegen der gängigen Vorschriften, zurückbeordert werden. Für Espérance zwar eine Möglichkeit, ihre Familie wiederzusehen, allerding auch Reise, die sie das Leben kosten könnte…

Mosaiksteinchen

„Schatten der Vergangenheit“ als komplex und ausufernd zu beschreiben, wäre noch arg untertrieben. Saskia und Stefan Epler führen ihre Geschichte über dunkle Familiengeheimnisse und einen krakenartigen Geheimbund, welcher im Untergrund mit seiner Hierarchie schon Ausmaße einer Parallelwelt einnimmt, konsequent weiter. Sie setzen sogar noch einen drauf, indem enorm viele Rädchen ineinandergreifen und Handlungsstränge ineinanderlaufen. Das alles ist verdammt gut durchdacht und lässt den dritten Band der Reihe, welcher der Prolog-Novelle „Das Haus des verlorenen Lichts“ und dem eigentlichen Start der Lerot-Saga „Die das Licht nicht sehen“ folgt, zum Pageturner par excellence werden. Ich habe jedes Detail regelrecht aufgesaugt, um tiefer in die Mysterien einzutauchen, die nicht nur drohend über den Köpfen der Lerots schweben, sondern auch Blickwinkel weiterer Protagonisten liefern, und die Erhabenen sowie die ranghöchsten Köpfe hinter der global agierenden Kirche weiter beleuchten.

Fazit:

Nicht die einfachste Kost und schon gar nichts, was man nebenbei oder mit nur einem geöffneten Auge liest. Dafür lohnt es sich, wenn man konzentriert am Ball bleibt. Die Spannung steigt kontinuierlich, während Perspektivwechsel der Geschichte in der Breite äußerst guttun. Kleiner Tipp: unbedingt auf die angegebenen Jahreszahlen unter den (meisten) Kapitel-Überschriften achten, sonst kann sehr leicht -Verwirrung entstehen. Wir springen nämlich gerne mal kreuz und quer durch die Zeit.

Die das Licht nicht sehen - Schatten der Vergangenheit

Stefan Epler, Saskia Epler, Sublime Publications

Die das Licht nicht sehen - Schatten der Vergangenheit

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