Haus Ashford - Eine Frage der Magie (Stephen Oakwood 3)

  • Blanvalet
  • Erschienen: April 2026
  • 1
Haus Ashford - Eine Frage der Magie (Stephen Oakwood 3)
Haus Ashford - Eine Frage der Magie (Stephen Oakwood 3)
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90°1001

Phantastik-Couch Rezension vonOkt 2026

Ein Magier-Erbe zwischen Verpflichtung und Freiheit

Einige Wochen nach seinem Kampf gegen den wahnsinnigen Zinoberrot hat es Stephen Oakwood durch einen Handel mit Byrons Protegé Mark endlich geschafft, die letzte an ihn gerichtete Nachricht seines Vaters zu erhalten. Diese ist natürlich verschlüsselt und ganz und gar nicht einfach zu entziffern. Aber Stephen ist auf dem besten Weg und die ersten Worte in dem Brief sind ein Hinweis auf den Code. Dieser ist in einem alten Buch aus Stephens Kindheit versteckt. Da es genau dieses Buch sein muss, reist Stephen zu seiner Tante und kann mit dem alten Buch auf dem Dachboden den Brief - nach mehreren Fehlversuchen - entschlüsseln.

Kurz darauf ist es dann auch soweit und Stephen kann seinen Vater in einer gut versteckten Wohnung treffen. Dort können sie sich zum ersten Mal nach seinem Verschwinden richtig aussprechen und auch die Gründe für sein Verschwinden offenlegen. Denn, wie schon angedeutet, gehörte Stephens Vater wirklich zu den Geflügelten und hat Aufträge für sie erfüllt, bis ihm alles zu abstoßend wurde und er die Reißleine ziehen musste. Seitdem ist er auf der Flucht vor dem Zorn seiner ehemaligen Arbeitgeber. Da er nun aber von Stephen gefunden wurde, verspricht er, ihm auch weiterhin bei allen Fragen und Problemen zur Seite zu stehen.

Adel verpflichtet – oder doch nicht?

Damit hat Stephen ein weiteres Stück seines vor geraumer Zeit erstellten Lebensplans erfüllt. Er ist besser in Drucraft geworden, der Name der Magie in dieser Welt, er hat sich mit seiner Mutter getroffen, die zum wohlhabenden Haus Ashford gehört, und nun hat er auch noch seinen Vater gefunden. Das Einzige was jetzt noch fehlt, ist Geld. Doch auch dafür hat Stephen einen langfristigen Plan. Auf keinen Fall möchte er Charles, den aktuellen Vorstand von Haus Ashford, um Geld fragen. Kurzfristig ist er erst einmal wieder als Leibwächter seines Cousins Calhoun Ashford und dessen Verlobter tätig. Dieser führt sie in ein nobles Restaurant aus und möchte dabei keine unangenehmen Überraschungen erleben.

Obwohl die bisherigen Jobs eher unspektakulär waren, passiert diesmal etwas mehr. Durch Zufall entdeckt Stephen nach dem Restaurantbesuch, dass der Chauffeur des Wagens diesen nach dem Vorfahren fluchtartig verlässt. Er warnt die Security und schon kurz darauf explodiert die Autobombe… und jemand beginnt auf Calhoun, seine Verlobte und auf Stephen zu schießen. Nur mit Glück und dem geschickten Vorgehen des Security Chefs können sie durch den Hinterausgang des Restaurants entkommen. Die Frage ist nun, wer steckt dahinter und vor allem warum? Geht es immer noch um die Position als Nachfolger des Familienvorstands, oder ist das Motiv doch ein ganz anderes?

Nach kurzer Pause geht es mit Stephen Oakwood und dem Haus Ashford weiter

Wie auch schon beim Übergang von Band 1 zu Band 2, sind auch zum dritten Band nur wenige Wochen vergangen. Der Protagonist und Ich-Erzähler Stephen Oakwood nimmt uns als Leser also direkt wieder mit in seine Welt der Magie und erzählt uns von seinem Jahr. Dieses ist erneut mehr als turbulent, zeigt aber auch eine stetige Entwicklung in der Figur. Vor allem, wenn man die drei bisher erschienenen Bücher am Stück liest, fällt einem als Leser auf, wie stark Stephen als Charakter gewachsen ist und sich an die jeweiligen Begebenheiten angepasst hat.

So ist es Benedict Jacka als Autor dieser Serie gelungen, einen komplett neuen Urban-Fantasy-Kosmos zu erschaffen, der sich um Macht, Intrige und irgendwie auch um Adelshäuser dreht, obwohl das eher zweitrangig ist. Seine Hauptfigur ist der erstgeborene Sohn der eigentlichen Erbin, der bis vor einem Jahr davon noch gar nichts wusste und nun durch einen Zufall in diese Welt gerät. Obwohl er damit gar nichts zu tun haben will, gerät er immer weiter in die Machenschaften seiner Familienmitglieder und entwickelt sich erst zu Spielball, bevor er selbst anfängt, seine eigenen Fäden zu ziehen.

Durch die Ich-Perspektive ist die Geschichte sehr gut zu lesen und man geht zusammen mit der Hauptfigur durch alle Höhen und Tiefen. Ebenso wie bei uns realen Personen läuft auch beim fiktiven Stephen nicht immer alles Rund und seine Pläne sind nicht wirklich immer die besten. Daneben steht aber noch immer das Rätsel um seine besondere Kraft. Jacka bietet uns im dritten Teil wieder mehrere Möglichkeiten zur Lösung – zeigt aber noch nicht das wahre Geheimnis und das ganze Ausmaß dieser Kraft. Das wird dann wahrscheinlich etwas für die kommenden Geschichten.

Nun, wo ich alle bisher erschienenen Bände von „Haus Ashford“ gelesen habe, bin ich einerseits recht zufrieden, da ich eine interessante neue Reihe für mich entdeckt habe, andererseits aber auch ein wenig unzufrieden, da es jetzt erst einmal eine Lesepause gibt. Mir kam es bei diesen drei Bänden so vor, als wenn es sich bei ihnen nur um die Vorgeschichte einer deutlich größeren Story handelt, die aber irgendwie noch im „Flow“ ist, bevor es dann im nächsten Band aber so richtig zur Sache geht.

Dennoch sind die einzelnen Bände für sich gesehen im Aufbau spannend und es wurde immer auf einen Höhepunkt hingearbeitet, der manchmal mehr oder weniger einschneidend für die Hauptfigur war. Ich habe die Romane auch verschlungen und konnte sie nicht aus der Hand legen, würde mich aber wirklich freuen, wenn es jetzt weiter- und so richtig losgehen würde. Ein wenig kommt man sich vor wie bei einer gut durchdachten Schachpartie, bei der alle Figuren noch auf dem Feld passend platziert werden müssen.

Fazit:

Der dritte Band von „Haus Ashford“ macht genau da weiter, wo der zweite Band aufhörte. Die Entwicklung von Stephen geht stetig voran, ich würde mir aber sehr wünschen, dass die Handlung im nächsten Band ein wenig mehr an Fahrt aufnehmen würde – trotzdem eine klare Leseempfehlung.

Haus Ashford - Eine Frage der Magie (Stephen Oakwood 3)

Benedict Jacka, Blanvalet

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