W. J. Stuart

„W. J. Stuart” ist nur eines von mehreren Pseudonymen des Schriftstellers und Drehbuchautors Philip MacDonald, der in London am 5. November 1900 in eine Familie berühmter Literaten geboren wurde. Sein Vater Ronald schrieb Bücher und Theaterstücke, sein Großvater war der berühmte schottische Dichter und Autor George MacDonald (1824-1905). Bis er selbst zur Feder griff, folgte Philip treulich den Konventionen seiner Zeit. Nach der Schule ging er zum Militär und wurde Kavallerist. Als solcher überlebte er den Ersten Weltkrieg auf den Schlachtfeldern des fernen Mesopotamien. Ins Zivilleben zurückgekehrt begann er zu schreiben. Die ersten Werke waren Thriller im Stile eines John Buchan. Dann entdeckte MacDonald den klassischen Puzzle-Krimi. 1924 schuf er in „The Rasp“ die Figur des Geheimdienstmanns und Gentleman-Ermittlers Colonel Anthony Ruthven Gethryn, der in vielen weiteren Romanen die Hauptfigur wurde.

MacDonald war als Schriftsteller so erfolgreich, dass er 1931 als Drehbuchautor nach Hollywood gehen konnte. In den nächsten beiden Jahren entstand als ‚Nebenprodukt‘ seiner Filmarbeit der Hauptteil seiner Werke, die indes oft unter dem Schreibtempo ihres Verfassers litten.

Mit dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich MacDonalds schriftstellerische Karriere, denn er konzentrierte sich gänzlich auf die Filmarbeit. Mehr als 40 Kino- und TV-Filme schrieb er bis 1963, darunter viele Routinestreifen der „Mr.-Moto“- und „Charlie-Chan“-Serien. McDonald lieferte aber auch die Story zum John-Ford-Klassiker „The Lost Patrol“ (1934) und arbeitete am Drehbuch zu Alfred Hitchcocks Meisterwerk „Rebecca“ (1940) mit.

Mit Kurzgeschichten blieb MacDonald auch außerhalb Hollywoods erfolgreich: 1953 und 1956 zeichneten ihn die „Mystery Writers of America“ mit einem „Edgar Allan Poe Award“ aus. Mit seinem Buch zum Film „Forbidden Planet“ (dt. „Alarm im Weltall“) gelang ihm ein erfolgreicher SF-Roman. Sein letztes Werk wurde 1959 „The List of Adrian Messenger“ (dt. „Die Totenliste“), gleichzeitig der Abschied für Major Gethryn. Philip MacDonald starb am 10. Dezember 1980 in Woodland Hills, US-Staat Kalifornien. [Michael Drewniok]

Phantastisches von „W. J. Stuart“:

  • (1957) Alarm im Weltall
    Forbidden Planet

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