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Marcel Scharrenbroich
Spiel auf Zeit

Buch-Rezension von Marcel Scharrenbroich Aug 2019

Alte Feinde = Neue Freunde

Drei Monate sind vergangen, seit Patrick Richter sich den Behörden auslieferte. Drei Monate, in denen diverse Therapeuten, Ärzte, Verhörspezialisten und Regierungs-Beamte ins Leere therapierten, analysierten und verhörten. Auf der Suche nach einer „Wahrheit“, die eher in ihr logikverspiegeltes Weltbild passen würde als das, was wirklich geschehen ist. Fakt ist – das wissen wir und das weiß Patrick Richter -, dass der Mitdreißiger aus Düsseldorf ein Zeitreisender ist. Gleich mehrere Psychotherapeuten haben sich schon die Zähne an Richters Ausführungen über das Geschehene ausgebissen und auch Psycho-Doc Nr. 4 ist auf dem besten Wege dorthin. BND und BKA können allerdings nicht die Tatsache einfach ausblenden, dass Patrick in Besitz einer Technologie ist, die das Technik-Verständnis von 2018 bei weitem sprengt: „Siggi“.

Die KI, die sich bei Patricks Trip in die Zukunft automatisch auf sein Smartphone geladen hatte, stellt die Experten vor große Rätsel und sie sind nicht in der Lage, die Daten auf dem Handy oder der SD-Karte zu entschlüsseln. Größter Störfaktor ist dabei der Wiesbadener BKA-Bulle Karl Konstantin - quasi ein Stan Wilson 2.0 -, der regelmäßig in Patricks Unterbringung in einem extra abgesperrten Bereich des Düsseldorfer Präsidiums aufschlägt und ihn zu einem Geständnis drängen will. Doch was soll man gestehen, wenn man von Anfang an die Wahrheit spricht? Lediglich Sophie - Tochter der Journalistin Susanna Monroe, die dank des mysteriösen Informanten „Texel“ die Jagd auf den mutmaßlichen „Terroristen“ Patrick Richter erst in die überregionalen Medien brachte und seitdem eine kometenhafte Karriere hinlegte – versucht er aus den haarsträubenden Vorwürfen herauszuhalten. Schließlich stand die junge Frau, der er auf seinen Zeitreisen immer wieder begegnete und in die er sich Hals über Kopf verliebte, im gegenwärtigen 2018 gerade erst kurz vor ihrem 15. Geburtstag. Und was sollte ihr blühen, wenn herauskommt, dass sie ebenfalls eine Zeitreisende ist?

Völlig unerwartet wird Patrick Richter jedoch eine Freilassung in Aussicht gestellt. Dazu müsse er nur eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben, wovon sein Anwalt allerdings gar nicht begeistert ist. Kein Wunder, arbeitet dieser doch im Auftrag eines großen TV-Senders, der die ungewöhnliche Geschichte von Patrick Richter und seinen Reisen durch die Zeit ordentlich zu vermarkten gedenkt.

Währenddessen erhält der cholerische FBI-Special Agent Stan Wilson, der vor wenigen Monaten noch alles daran setzte, Richter nach Guantanamo zu verfrachten, vom US-Botschafter den Auftrag, das sagenumwobene Smartphone aus der Zukunft sicherzustellen, welches sich immer noch in Händen der Regierung befindet. Fieberhaft versuchen die Experten „Siggis“ Firewall zu überwinden, um so an die sensiblen Daten zu gelangen… was tatsächlich gelingt! Was sich dort findet, verschlägt allen anwesenden die Sprache: In „Siggis“ Datenbank befinden sich Aufrufe von Webseiten, die es nicht gibt… niemals gegeben hat… aber vielleicht noch geben wird. Als die Technik-Cracks eine dieser Seiten rekonstruieren, erfahren sie von einem Terror-Anschlag auf den Düsseldorfer Flughafen aus dem Jahr 2015, der allerdings nie stattfand. Hat Patrick Richter wirklich die Vergangenheit verändert?

Schlagartig wurde dem FBI-Mann bewusst, dass Richter die ganze Zeit die Wahrheit gesagt hatte. Er hatte sich die wilde Zeitreise-Geschichte nicht bloß ausgedacht. Tatsächlich hatte er sogar einen Anschlag verhindert und hunderten Menschen das Leben gerettet! Wilson kontaktiert umgehend den Verhörspezialisten Carsten Grünfeld, der sich mittlerweile aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hat, aber der einzige war, der Patricks wilde Zeitreise-Story nicht als komplett abwegig abgetan hatte. In den beiden findet Richter neue Verbündete und ihnen ist es auch zu verdanken, dass er nach seiner Freilassung wieder in den Besitz der selbstlernenden KI „Siggi“ gelangt.

Damit ist Patrick Richters Geschichte aber noch lange nicht abgeschlossen. Im Gegenteil. An diesem Punkt nimmt sie erst richtig an Fahrt auf. Denn wir wissen ja, dass wenn man im Zeitgefüge herumpfuscht, eine Menge Scheiße passieren kann… und schon bald muss Patrick einsehen, dass sich nicht immer alles zum Guten wendet und er erneut aktiv werden muss, um Menschenleben zu retten.

Ein klassischer Mittelteil

„Instabil – Die Gegenwart ist nur ein Kartenhaus“ nimmt sich viel Zeit, bevor es ans Eingemachte geht. Einerseits ist es interessant zu erfahren, was Patrick Richter während der drei Monate, die zwischen dem Ende des ersten und dem Anfang des zweiten Teils liegen, wiederfahren ist, andererseits WISSEN wir als Hörer/Leser ja schon, dass er die Wahrheit sagt, was die dauernden Verhöre etwas ermüdend erscheinen lässt. Außerdem nimmt Richter mir die ganze Sache irgendwie zu locker, was ihn in Anbetracht dessen, was ihm wiederfahren ist und der Sachen, die ihm vorgeworfen werden, deutlich ZU cool wirken lässt.

Hat man das erste Viertel aber erstmal hinter sich gebracht, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen und ein Zeitsprung reiht sich an den nächsten. Dieser enorme Tempo-Wechsel erscheint etwas zu gewollt, fast als wollten die Autoren Sam Feuerbach und Thariot mit Vollgas das kompensieren, was anfänglich auf der Strecke blieb. Obwohl „Die Gegenwart ist nur ein Kartenhaus“ mit klassischen Schwächen eines Mittelteils einer Trilogie zu kämpfen hat, welcher gerne mal als „Füller“ zwischen grandiosem Auftakt und furiosem Finale genutzt wird, unterhält die spannende Geschichte auf angenehme Art und Weise. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, was vor allem an der selbstständig-lernenden KI „Siggi“ liegt, die immer mehr menschliche Züge annimmt und sich zudem amüsante Streitgespräche mit einem weiblichen Nachfolge-Betriebssystem liefert. Wenn man die Logik nicht auf die Goldwaage legt und den ersten Teil „Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen“ mochte, wird man auch an der Fortsetzung Freude haben.

Fazit:

Nach dem kammerspielartigen Anfang bekommt der Hörer/Leser das, was auch der erste Teil der Trilogie geliefert hat: Spannenden Zeitreise-Thrill mit augenzwinkerndem Humor, dessen sympathische Charaktere (darunter auch die Smartphone-KI „Siggi“) eine spürbare Entwicklung durchmachen, alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben und sogar nachvollziehbar die Lager wechseln. Sprecher Robert Frank liefert erneut souverän ab und einem (hoffentlich) krönendem Finale steht mit „Die Zukunft ist Schnee von gestern“, welches beim Ronin Hörverlag schon in den Startlöchern steht, nichts mehr im Wege.

Instabil 2 - Die Gegenwart ist nur ein Kartenhaus (Hörbuch)

Instabil 2 - Die Gegenwart ist nur ein Kartenhaus (Hörbuch)

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