Minen der Macht (4): Der Blutsturm

  • Fischer
  • Erschienen: März 2025
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Minen der Macht (4): Der Blutsturm
Minen der Macht (4): Der Blutsturm
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Sebastian Fischer
78°1001

Phantastik-Couch Rezension vonAug 2025

Das große Finale

Die Minen der Macht, geschrieben von gleich 5 deutschen Autoren (Greg Walters, Sam Feuerbach, Mira Valentin, Torsten Weitze und Bernard Hennen), boten bereits ab Band 1 ein hohes Unterhaltungsniveau. Nun ist mit dem 4. Band „Der Blutsturm“ der finale Band der Reihe erschienen und läutet das Ende der Saga rund um unsere urkomischen Helden ein. Die Reihe hätte einen gebührenden Abschied wahrlich verdient. Ob das Autorenkonvolut diesen Wunsch in Gänze erfüllt, erfahrt ihr in der folgenden Analyse:

Grubenstedt kommt nicht zur Ruhe

Der Ablauf der vorangegangenen Bände verlief nach einem ähnlichen Schema. Hauptmann Gunter und seine Freunde Woulf, der notorische Wirtshausbesitzer, Nasiima, die Magierin, Kröte, die pfiffige Diebin, und Rami, der neugierige Erfinder, stolperten über Leichen, denen entweder Blumen aus Körperöffnungen wuchsen (ja, aus so ziemlich allen Körperöffnungen), deren Fleisch abartig verformt war oder die sich aus unerklärlichen Gründen selbst entzündeten. Aus diesen Ereignissen resultierten spannende Abenteuer, bei denen unsere Helden alles dafür gaben, die Bewohner von Grubenstedt vor dem Bösen zu beschützen. Dazu tischten die Autoren eine düstere Atmosphäre auf und kombinierten diese mit toll skizzierten Figuren und schelmischen Dialogen. Diese Mischung aus blutiger Spannung und messerscharfem Humor hat die Vorgänger zu tollen Büchern erblühen lassen.

Natürlich, wie soll es auch anders sein, stolpert unser Hauptmann der Schlammwache auch in Band 4 über eine Leiche. Der Tote, augenscheinlich ein Barbar des Blutsturms (erbitterte Feinde der Menschen Grubenstedts), wird in einem der vielen Stollen unterhalb der bewohnten Ringe (ihr wisst schon, Schlammring, Kupferring, Palastring usw.) gefunden. Der Tatort liefert eine erschreckende Erkenntnis. Versucht der Blutsturm etwa, einen Weg durch die Minen in die Stadt zu finden? Gunter wird hellhörig und reaktiviert seine Truppe aus unfreiwilligen Helden, um ein weiteres Mal die Stadt vor ihrem Untergang zu bewahren.

Diesmal ist die Lage wirklich verzwickt. Irgendetwas scheint in Grubenstedt zu schlummern und den Blutsturm magisch anzuziehen. Nur die magische Kuppel vor den Toren Grubenstedts und das Labyrinth aus Stollen unterhalb der Trichterstadt versperren den blutrünstigen Horden den Weg in die Metropole. Die Zeit läuft unseren Helden davon, eine Lösung zu finden, die anstehende Katastrophe zu verhindern. Ein spannender und gewohnt humorvoller Spießrutenlauf beginnt.

Weniger ist manchmal doch nicht genug

Minen der Macht 4 kann seine Stärken diesmal jedoch nicht in Gänze auf den Asphalt bringen. Das Fundament des Romans bietet genug Nährboden, um wiederholt eine packende Geschichte zu präsentieren. Die Charaktere performen auf dem vertraut hohen Niveau und festigen sich als Stars dieser Reihe. Hier liegt der Hund also nicht begraben.

Die Entwicklung der Handlungsstränge dieser Bücher baut aufeinander auf. Im finalen letzten Band werden diese Stränge zusammengeführt und wir erfahren endlich, wie die Ereignisse aus den Vorgängern zusammenhängen. Außerdem wird das Geheimnis um die vermaledeite graue Tür in Woulfs Gaststätte gelüftet. Dieses Mysterium haben die Autoren seit Band 1 perfide vor der Leserschaft gehütet. In „Der Blutsturm“ werden aus den vermeintlich kleineren und tödlichen Phänomenen Grubenstedts eine globale Krise. Diesmal sind nicht nur einzelne Schicksale vom Bösen bedroht, sondern es geht wahrlich der gesamten Bevölkerung der Trichterstadt an den Kragen. Alle Entwicklungen, die der Leserschaft bislang so vorzüglich serviert worden sind, spitzen sich zu und die Lesenden warten auf den großen Knall. Dieser entpuppt sich leider eher als übereilte „Explosiönchen“. Sobald das Buch auf die finalen Handlungsstränge zueilt, erhält jeder Charakter nochmal seine eigenen kleinen Kapitel, und kaum hat man sich versehen, grinst einen der Epilog in die unbefriedigte Visage.

Meines Erachtens hätten dem finalen Schauspiel dieser Reihe mehr Details und Länge gut zu Gesicht gestanden. Der Blutsturm z. B. verblasst zu einem eindimensionalen Antagonisten, der höchstens als angstschürendes Massenphänomen herhalten kann. Der Kampf gegen diese blutrünstige Horde kommt dabei ohne größere Wendungen daher. Auch an anderer Stelle wirken kleine Handlungsabläufe ziemlich abgehackt. Es kommt einem tatsächlich so vor, als hätten die Autoren die strikte Vorgabe erhalten, den letzten Roman in seinem Umfang an die Vorgänger anzupassen, unabhängig davon, ob das Erzählte in diese Schablone passt. Heraus kommt ein leicht eingedellter Roman, dessen angeknackstes Antlitz gegenüber dem Vorgänger hervorsticht.

Fazit:

Insgesamt bietet auch der letzte Band dieser grandiosen Reihe spannende Unterhaltung, die im Gegensatz zu den Vorgängern leicht verkürzt daherkommt. Dem Roman hätten ein paar weitere Kapitel sicherlich gutgetan, um die Großartigkeit dieser Reihe zu würdigen. Unabhängig davon wissen die Charaktere erneut zu glänzen und unterstreichen wiederholt, warum sie zu den Stars dieser Reihe gehören.

Minen der Macht (4): Der Blutsturm

Greg Walters, Mira Valentin, Sam Feuerbach, Bernhard Hennen, Torsten Weitze, Fischer

Minen der Macht (4): Der Blutsturm

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