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Carsten Kuhr
Die Dinge sind nicht so, wie sie einst waren

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Dez 2006

High-Fantasy Romane gibt es wie Sand am Meer. Viele, gerade junge, aufstrebende Autoren versuchen sich in der Nachfolge J. R. R. Tolkiens, die Ergebnisse sind meist eher enttäuschend, Ausnahmen bestätigen nur die Regel.

Als der Heyne Verlag ";das definitive Fantasy-Epos von einem der neuen Stars der phantastischen Literatur"; anpries, ging ich daher mit Ressentiments an die Lektüre. Würde es dieser neue Stimme im Chor der Fantasy-Schreiber wirklich gelingen, mich zu packen, würde der Autor neue Akzente setzen können?

Zunächst ein eher gewohntes Bild: Die Grundsituation, die den Leser erwartet, ist nicht eben neu. In drei zunächst getrennt laufenden Handlungssträngen berichtet uns Abercrombie von einem Imperium, das – in einstiger Grösse und Selbstgefälligkeit erstarrt – mehr mit sich selbst als mit seinen Gegnern beschäftigt ist. Machtgier, Korruption, Intrigen nehmen die Adeligen der Union in Beschlag; die sie bedrohenden Barbaren aus dem Norden und die Gurkhul, Piraten und Seefahrer aus dem Süden sind da fast schon Nebensache. Ein Zweifrontenkrieg bedroht das Reich, doch niemand scheint sonderlich beunruhigt zu sein.

Wie fasst der Autor dies auf Seite 385 so treffend zusammen: ";Die Hochstehenden führen geheime Kriege um Macht und Reichtum, und nennen es Regierung. Dabei gibt es zahllose Opfer.";. Jeder schaut nur nach sich selbst, die Anderen, die Schwächeren und der Staat bleiben auf der Strecke.

Die Helden

Die Geschehnisse in Adua, der Hauptstadt des Reiches wird zunächst aus Sicht zweier Männer erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Jezal dan Luthar ist ein bornierter, junger Adeliger aus guten Haus. Sein Vater sorgt dafür, dass er Karriere im Militär macht, seine Begabung im Saufen und am Spieltisch wird nur noch von seiner Berufung mit dem Degen übertroffen. So ist es nur folgerichtig, dass er sich zum jährlichen Wettstreit der besten Fechter des Imperiums anmeldet. Sein Ausbilder aber schindet den jungen Tunichtgut, lehrt ihn Disziplin und formt ihn zu einem wirklich überragenden Kämpfer. Doch wird es zum prestigeträchtigen Sieg im Wettkampf reichen, noch dazu, da sich unser Meisterfechter gerade verliebt hat? Ausgerechnet Ardee, die Schwester seines besten Freundes Collem West, des Heerführers im anstehenden Krieg gegen die Barbaren aus dem Norden verdreht ihm den Kopf – schlimmer noch, sie ist eine Bürgerliche ohne Geld! Eigentlich nun wirklich keine passende Partie, mal ein Appetitanreger für eine Nacht, aber mehr doch nicht. Wenn da nicht die glänzenden Augen, das hinreissende Lächeln und die ungekünstelte, erfrischend ehrliche Art der jungen Dame wäre, die Jezal nicht mehr loslässt.

Auch Großinquestor Glokta hat in seiner Jugend das Turnier der Fechter für sich entschieden. Immer noch sprechen die Zuschauer über seine unübertroffene Fechtkunst, die Feurigkeit seines Kampstils. Dann aber wurde er im Krieg von Barbaren gefangen genommen und monatelang gefoltert. Seitdem ernährt er sich mangels eines Gebisses von Haferschleim, humpelt ohne Zehen von Schmerzen geplagt durch die Korridore der Festung und gilt als einer der fähigsten Folterknechte im Dienst des Königs. Er wird auf die mächtige Tuchmachergilde angesetzt, deckt gnadenlos und effizient deren Bestechungsversuche und Steuerhinterziehung auf. Dann aber muss auch der ins Selbsthass erstarrte Glokta erkennen, dass er nur benutzt wurde. Sein Vorgesetzter, der Innere Rat, sie alle haben nur ihren eigenen Vorteil im Sinn, doch ist er in der Position den Mächtigen des Reiches Paroli zu bieten?

Logen, der Barbarenkrieger aus dem Norden ist ein Mann, der schon fast alles gesehen hat. Wo es gefährlich zuging, wo gekämpft, gemordet und geschlachtet wurde, da war er dabei. Seine Narben bezeugen seine Fähigkeit im Kampf, dass er immer noch unter den Lebenden weilt beweist, dass er weiss, wann er seine Beine in die Hand nehmen muss. Doch er ist kein dumber Schlagetot, er geht überlegt in seine Auseinandersetzungen hinein, nutzt seinen Kopf nicht nur um Haaren darauf wachsen zu lassen. Als ihn Bayaz, der Erste der Magi zu sich bestellt weiss er noch nicht, dass Abenteuer auf ihn warten, wie er sie sich in seinen wildesten Alpträumen nicht vorgestellt hätte.

Zusammen begeben sich die beiden begleitet von einem nicht sonderlich hellen oder begabten Lehrling Bayaz´ nach Adua. Hier hatte Bayaz vor Generationen zusammen mit seinen Mitmagi den letzten verbliebenen Gott gestürzt, hier hat er die Reichsgründung auf den Weg gebracht, und hier will er seinen Stuhl im Inneren Rat wieder einnehmen, warten doch Bedrohungen und Gefahren ohne Vorbild auf das Reich.

Bayaz hatte ja nicht erwartet mit offenen Armen empfangen zu werden, aber dass die Mächtigen ihn so abkanzeln, mit Missachtung strafen, ihn ausspionieren lassen, das hatte er nicht erwartet. So gilt es zunächst den aufgeblasenen Pfeffersäcken und überheblichen Adeligen zu beweisen, dass er der ist, für den er sich ausgibt. Zusammen mit zwei Zeugen, Jezal und Gloka macht er sich auf, das seit Jahrhunderten verschlossene Haus des Schöpfers zu öffnen…

800 Seiten faszinierende Personen

Eigentlich passiert nicht sonderlich viel in diesem immerhin fast 800 Seiten starken Wälzer. Es gibt ein paar kleine Scharmützel auf dem Weg, mehrere grosse Konflikte zeichnen sich ab, im Turnier wird mit stumpfen Waffen gekämpft, ja selbst die Folterungen der Inquisition werden eher angedeutet als detailliert beschrieben, und die Opfer gehen, ein wenig wackelig zwar aber auf ihren eigenen Beinen in den Gerichtshof. Grosse Actionszenen, wilde Verfolgungsjagden, gigantische Schlachtengemälde, blutige Gefechte und Metzeleien, böse Zauberer – auf all dies wartet der Leser vergebens.

Und dennoch erweist sich das Buch als veritabler Pageturner. Statt uns – wie viele uninspirierte und untalentierte Autoren – mit Handlung abzuspeisen, setzt Abercrombie auf die Darstellung faszinierender Figuren in einem Beziehungsgeflecht, das in seiner Komplexität seines Gleichen sucht, dabei aber für den Leser jederzeit nachvollziehbar bleibt.

Jede der auftretenden Personen wird sorgfältig mit einem glaubwürdigen Hintergrund eingeführt, macht in der recht kurzen Dauer der Handlung eine nachvollziehbaren Entwicklung durch. Wir betrachten mit Distanz, aber auch Grauen, das Werk des ob seiner Verkrüppelung mitleidlosen Folterers, wir lehnen den arroganten Meisterfechter ab, wir misstrauen dem undurchsichtigen Ersten der Magi, wir fürchten den Barbaren-Berserker.

Gleichzeitig aber rührt uns der Inquisitor ob seines Schicksals und seiner trotz dieser Schicksalsschläge verbliebenen Menschlichkeit gerade im Vergleich zu seinen Vorgesetzten, offenbart der Fechter charakterliche Stärken und die Fähigkeit zu Toleranz und Entwicklung, zeigt der Söldner mitfühlende, menschliche Eigenschaften. Einzig Bayaz bleibt rätselhaft, wobei auch dieser gerade im Umgang mit seinem untalentierten Lehrling Langmut und Einfühlungsvermögen offenbart, die man einem allmächtigen Zauberer nicht zugetraut hätte.

Man merkt dem Text an, dass der Autor seine Figuren minutiös entworfen hat, sie alle jeden auf seine eigene Art ins Herz geschlossen hat. Die Art und Weise, wie sie in der Handlung agieren, wie sie aufeinander reagieren, wie sich hier etwas entwickelt, ohne dass wir in diesem ersten Band schon wissen in welche Richtung es gehen wird macht das Buch interessant. Einziger, wenn auch kleiner Kritikpunkt bleibt, dass der Autor uns keine weibliche Person offeriert, die wirklich eine tragende Rolle einnimmt.

Einer der Protagonisten sagt einmal ";Die Dinge sind nicht so, wie sie einst waren"; – ein Ausspruch, der gut auch als Motto über dem Buch thronen könnte. Immer wieder nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung, nie tritt das Erwartete, das Gewohnte ein, selten nur nutzt der Autor bekannte Versatzstücke, und wenn, dann wandelt er diese zumindest geringfügig ab, spielt mit den Erwartungen des Lesers, nur um diesen ein ums andere Mal zu überraschen.

Es sind die leisen Töne, die innere Dramatik, die Entwicklung der Charaktere, die mich an die Seiten fesselte. Nie ahnt man, wie es weitergehen wird, nie kommt das Gefühl auf, etwas Ähnliches bereits einmal, und oftmals besser gelesen zu haben, oder zu wissen, wie der Plot sich entwickeln wird. Dies unverbrauchte Frische, gepaart mit den faszinierenden Figuren sorgt für einen Lesereiz der besonderen Art.

Kriegsklingen (Die Klingen-Romane 1)

Kriegsklingen (Die Klingen-Romane 1)

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Letzte Kommentare:
09.02.2019 15:49:02
Mabel

Die Klingenromane sind großes Kino. Viel böser Witz, viele unerwartete Wendungen und keine Schwarz-Weiß-Färberei. Alles, was für mich ein Fanatsy-Roman braucht. Die Länge von 900 Seiten empfand ich nicht als lästig, sondern als ein Geschenk: 95°

01.08.2013 07:42:49
rolandreis

Ich habe zu dem Buch gegriffen, da ich auch aufgrund von vielen positiven Amazon-Bewertungen eine spannende Fantasy-Geschichte erwartete. Ich kann diese Meinung aber nicht uneingeschränkt teilen, da ich mich durch die knapp 800 Seiten schon etwas mühsam durchquälte. Zwar kann ich dem Autor einen sehr gut lesbaren Schreibstil bescheinigen, aber "handwerklich gut gemacht", reicht für einen Roman dieser Länge meiner Meinung nach nicht aus, zumal ja noch die Folgeromane notwendig zu lesen sind, sofern man den Ausgang der Geschichte erleben möchte. Letztlich kam es bei mir mehr als einmal zu beinahe unerträglicher Langeweile. Einige Passagen sind mehr als öde, Spannung kommt erst nach 600 Seiten auf. Ich habe für mich beschlossen nicht mehr zum Folgeband "Feuerklingen" zu greifen, Abercrombie konnte mich nicht überzeugen.

29.05.2013 13:53:55
ierua

Wenn ich mir so überlege, wie hobbylos manche Leute sein können auf solch einer Seite ihre Zeit damit zu verbringen ihre Meinung zu irendeinem Buch preiszugeben,. scheint es mir unwahrscheinlich, dass diese Menschen keine Freunde haben. Außerdem fide ich es als unpassend, dass man mindestens 300 Zeichen schreiben muss, da ich jetzt noch einen Text unter meinen Kommentar packen muss, damit er 300 Zeichen lang ist.

09.02.2012 21:43:48
G. Leiber

Ich kann mich der Mehrheit hier nur anschließen: ein wunderbares Buch, eine wunderbare Reihe!
Es ist zwar auch bei mir eine ganze Zeit her, dass ich das Buch gelesen habe, aber die Charaktere leben quasi in meiner Erinnerung weiter ... über wie viele Bücher kann man das schon sagen?
Für mich zählt Abercrombies Klingen-Reihe zu dem absolut Besten, was das Fantasy-Genre überhaupt hervor gebracht hat.

08.02.2012 22:18:02
JamesFeriggen

Ich habe das erste Buch gelesen und wurde an die Geschichte und alle Charaktere (vor allem an den Inquisitor) gefesselt. Es ist mir deswegen unbeschreiblich wie manche dieser Möchtegern-Kritiker auf die Idee kommen das Buch nur nach ihrem Äußerem zu urteilen. Es mag sein das die Erzählung etwas schwerfällig anfängt, aber wie schon in einigen Kommentaren zuvor erwähnt, bin ich froh das es Weder Elfen noch Zwerge, Orks oder Trolle auftauchen. Es ist eine ganz andere Schreibweise, die der Schriftsteller zum besten gibt. Und mal ehrlich, wer das erste Buch nicht einmal zu Ende gelesen hat, hat jener in diesem Forum nichts verloren.

MfG J.F

10.11.2010 11:16:40
Helmes

Ich habe nun die beiden ersten Bücher gelesen... oder sagen wir eher: verschlungen !
Das ist Unterhaltung vom feinsten... wunderbare
Charaktere.. Die Sprünge zwischen den verschiedenen Handlungen so angesetzt, daß man am liebsten vorblättern möchte, um den jeweiligen Verlauf weiter zu verfolgen.
Somit kann ich den Kommentar von KATYA in keinster Weise verstehen. Wer sich so echauffieren kann wegen einiger Wiederholungen.... Vergleiche zu
anderen Schriftstellern und Ihrer Lektüre zieht, wobei sich aus Ihrer Sicht wahrscheinlich in jedem niedergeschriebenen Satz eine Querverbindung zu irgendeinen Autor oder seinem Werk herstellen lässt... mal im Ernst... Joe Abercrombie ist nicht in der Pflicht, die Sprache neu zu erfinden !!
Aber Geschmäcker und Auffassung sind nunmal verschieden.
Ich kann die Romanreihe zumindest nur empfehlen !

13.09.2010 10:59:01
christianschaller

Es ist schon ein wenig Zeit her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber jetzt gebe ich meinen Senf dazu^^ Das tue ich vor allem, weil mir dieses Buch (und die weiteren) in unglaublich guter Erinnerung geblieben sind. Es wurde eigentlich schon alles benannt, ich möchte es nur noch einmal bestätigen.
Es ist sarkastisch, brutal, düster und dennoch realistisch. (Deshalb wahrscheinlich auch die Bezüge zur echten Welt und mal ehrlich... Net scho wieder Elfen, Zwerge und Drachen in einer wundervollen, magischen Pseudo-Mittelalterwelt die mal wieder vom Bösen bedroht wird.)
Die Trilogie wird von Seite zu Seite epischer, der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Charaktere sind tiefgründig (und auch lustig, wenigstens für mich - na wer wohl ??^^)
Das ist ausnahmsweise wirklich ein Fantasyepos ohnesgleichen !

01.09.2010 20:01:55
M.Reinsch

Ich war so gespannt auf dieses Buch und nun so schwer enttäuscht!
Vom Schreibstil her könnte esein 15 Jähriger geschrieben haben, die Story ist wild gestückelt und so abgedroschen von der Handlung her, das es echt erschreckend ist.
Sorry aber nach 150 Seiten ist das Buch bei mir in der Tonne gelandet

19.04.2010 02:37:08
Katya

Vorangestellt: ich fand das Buch insgesamt besser als die anderen Neuerscheinungen des Fantasy-Marktes und werde mir den 2. auch holen.

Trotzdem fielen mir einige Schwächen auf, die in anderen Rezensionen nicht benannt werden:
(Inhaltsangabe etc. schenke ich mir, wurde schon oft genug hier beschrieben):
- plakative Beschreibung des Inquisitors (ständige Wiederholung "Warum tue ich das?" ich hab kein ADHS, ich kann mir merken, dass er zweifelt!)
- zu starke Beeinflussung durch unsere Geschichte, bzw nicht gut genug in seine Welt eingewoben (ich kann bei Dingen, aus welchen Jahrhundert & Land sie sind)
- die ständig widerkehrende Tolpatschigkeit der Heldne in Kämpfen
- Ferro läßt mich kalt (von Rachedurst besessen und das mit gutem Grund - es müsste meine Lieblingsfigur sein! Aber sie fesselt mich seltsamerweise nicht)

Zur Darstellung des Inquisitors Glokta: er wird zu plakativ beschrieben. Dass er sich schon in seinem ersten Kapitel ganz am Anfang fragt "Warum tue ich das?" ist nicht so doll; man drückt dem Leser bevor er die Figur überhaupt kennen lernt, die Zweifel aufs Auge, damit er sich nicht von dessen Grausamkeit abwendet - Zweifel woran? Egal. Wird noch erklärt.
Ich persönlich hätte es besser gefunden, man hätte erst einen Blick auf Glokta werfen können und wäre dann damit bekannt gemacht worden. Abercrombie sagte jedoch in einem dem Bch beigefügten Interview, er wurde überredet, den Anfang umzuschreiben; ging dann wohl auf die Kappe von Agent oder Lektor.
Jedoch ist der Satz "Warum tue ich das?" das Leitthema, das in jedem von Gloktas Kapiteln aufgegriffen wird.
Gerne mehrmals.
Und, am Ende eines Kapitels, auch gerne mehrfach mit 2 Sätzen Abstand.
Ich habe kein ADHS, ich kann mir schon merken dass er Zweifel hat!
Stilitisch wirkt immer derselbe Satz in so engem Absatz auf mich zumindest nur ermüdend.

Zu der geschichtlichen Beeinflussung: Ich finde es toll, dass Abercrombie eine realistische Welt erschaffen wollte, und es ist nur natürlich, sich dann von der Geschichte beeinflussen zu lassen, da ein solches Fantasy-Setting von Natur aus ja an feudalistich/mittelalterlichen idealistische Welt anlehnt.
Jedoch stehen aus der Geschichte Einzelheiten heraus wie riesige Knubbel in einer Bettdecke, die einfach stören und ins Auge springen und man kann genau benennen woher das kommt.
Major West warnt vor einem Winterkrieg, der lange dauern könnte: Napoleon.
Jezal wundert sich über die Mode, die ihm nach Ardees Bekanntschaft affektiert vorkommt: Rokoko.
Die Beschreibung des Theaterstückes: Englisches Theater der Elisabethanischen Periode (DAS Theater quasi,war ja das erste dort...).
Der Schlußsatz, der Bayaz so aufregt: fast 1:1 von Puck aus Shakespeares "Sommernachtstraum."
Undundund.

Ich fand das störend; Major Wests Satz ist einfach etwas ungeschickt reingebastelt, es passt schon gut (er ist ja auch ein erfahrener Soldat) , und der Puck\'sche Schlußsatz ist auch passend zur Geschichte.

Nur, die anderen Dinge - ganz besonders Logens Kommetierung des Schauspielens, da für ihn das Gesprochene meist unverständlich ist - erinnerte mich stark an Terry Pratchett.
Auch bei den Kleidern gleitet sein Zynismus hier stark in eine ironische Kommentierung unserer realen Welt ab.
Das ist aber nicht Thema seines Romans; er behandelt vollkommen ernsthaft eine eigene Welt.
Hätte der Brite diesem Drang mal widerstehen sollen...

Ansonsten fällt mir noch störend ein, dass die Helden unserer Geschichte (Ferro ausgenommen) immer im entscheidenden Moment stolpern oder vor Aufregung daneben schießen. Irren, ähem, Fehler sind menschlich, und es ist schön eine menschliche Darstellung von Kämpfe(r)n serviert zu bekommen; aber man kanns auch übertreiben. Wenn der Barbarenheld JEDESMAL irgendwo ausrutscht, sollte er die Augen besser aufmachen...

Ferro läßt mich leider völlig kalt. Dies liegt an der Darstellung, von Rachedurst besessene Helden reizen mich eigentlich sehr.

Vielleicht ist dies Meckern auf hohem Niveau.
Ansonsten blieb mir von der Geschichte in Erinnerung die geniale Charakterzeichung von Jezal (besonders als er sich vor dem Turnier fertig macht und selbstverliebt in den Spiegel schaut), die sehr gute aber doch rätselhaft bleibende Darstellung von Bayaz, andere gute solide Charaktere wie Major West, eine für mich teilweise sehr unverständliche Ardee.
Sehr gut fand ich den Schluß, in dem angedeutet wird, dass Logen eine, hm, nicht gerade gespaltene Persönlichkeit hat, aber das doch wenn er in Kampfrausch verfällt, er schon ein ziemlich anderer Mensch ist, auch und gerade im Denken. Durch die Wortwahl ("der blutige Neuner" statt "Logen") wird das sehr gut dargelegt.
Ich bin gespannt auf Logens Charakter im 2. Band, natürlich auf Bayaz und Ardee, aber auch West und Jezal, die keine Geheimnisse bieten, locken mich.
Bei Glokta interessiert mich was er tut, wenn er nicht gerade in ein "Warum tue ich das nur?"-Mitleid verfällt (die ständig wiederholenden Sätze nerven wirklich!!).
Und was genau mit den "Verzehrern" ist, möchte ich auch wissen.

Den zweiten Band werde ich mir also auf jeden Fall kaufen, beim 3. Band steht es 50:50. Das hängt von band 2 ab.

Hoffentlich wars eine Hilfe.

13.02.2010 21:35:04
Iris53

Fantasy vom Feinsten. Auf die dunkle Tour. Charaktere, die so zwiespältig sind, dass man ihnen, obwohl sie einem böse vorkommen, Mitleid und Anteilnahme, ja sogar Verständnis entgegen bringt. Da ist zum einen Logan, ein Nordmann - ein Barbar, zum Töten geboren; oder zum Töter gemacht?
Ein Inquisitor, Glokta, er betreibt seine Arbeit mit Hingabe und mit großem Können. Aber er befolgt Befehle die er manchmal anzweifelt. Er denkt also - und er fragt sich, wieso er es überhaupt tut. Weil er sonst zu nichts mehr zu gebrauchen wäre? Weil er selbst zum Krüppel gefoltert wurde und es daher besonders gut kann. Zynisch, sarkastisch, alle Menschen hassend, denen es körperlich besser geht und sich diebisch freuend, wenn es tatsächlich mal einem schlechter geht als ihm. MAn weiß nicht genau, ob man ihn zu den Guten, zu den Verwirrten oder zu den Bösen tun soll.
Jezal, zum Fechten gebracht, obwohl er es eigentlich nicht will. Aber um seine Brüder zu ärgern, tut er es, weil er ein Talent dafür hat.
Ansonsten ein arroganter, eingebildeter dummer Junge, der meint, die ganze Welt müßte sich um ihn drehen. Kein unbedingt liebenswerter Charakter und trotzdem hat man ein wenig Mitleid, als er in den Sog gezogen wird um die Welt zu retten, er dies aber noch nicht einmal im Ansatz ahnt. Zusammengewürfelt mit Menschen, die so gar nicht seinem Dünkel entsprechen.
Noch etliche andere spielen in Kriegsklingen eine wichtige Rolle und trotzdem hat der Autor es geschafft, jedem eine andere Persönlichkeit zu geben ohne den Leser zu verwirren. Hier wird man nicht einfach mit Namen erschlagen, sondern kann in jede der Figuren eintauchen. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.

03.02.2010 21:12:34
Gof

Ferro ist in meinen Augen eine Weibliche Person sowie Andree. Deshalb kann ich folgendes Zititat "Einziger, wenn auch kleiner Kritikpunkt bleibt, dass der Autor uns keine weibliche Person offeriert, die wirklich eine tragende Rolle einnimmt." nicht unterstützen. Schon gar nicht, seitdem ich den zweiten Band gelesesn habe.

27.12.2009 14:38:05
Helix

Da ich die Bücher im Original lese kann ich natürlich nicht viel zur Übersetzung sagen, aber auf englisch war The Blade Itself erstaunlich unterhaltsam. Und das obwohl eigentlich nicht viel passiert.
Joe Abercrombie nimmt sich ein ganzes Buch Zeit, um dem Leser seine Charaktere vorzustellen und ein gewisses Gefühl für die Umgebung zu vermitteln. Und das Erstaunliche ist, trotz eines eklatanten Mangels an Fortschritt in der eigentlichen Geschichte, bleibt es unterhaltsam. Abercrombies konsequent knapper und zynischer Ton haucht Personen Leben ein, die allzuleicht ins Klischeehafte und Flache abgleiten könnten. Und so ließt man sich durch die Kapitel - die jeweils den Blickwinkel einer anderen Person beleuchten - und möchte den einen oder anderen durchaus mal ordentlich in den Hintern treten (hart!) und hat auch öfters Grund zu lachen (laut!). Wenn einen dann doch irgendwann ein Verlangen nach Action und/oder ein bisschen Handlung pakt, kommt sie ein paar Seiten später auch daher. Mit einem schiefen Grinsen und leicht verbeult. Da muss man realistisch bleiben.
Ein guter Auftakt der (zumindest mir) Lust auf mehr macht und im zweiten Band geht es dann wohl richtig zur Sache. Eine klare Leseempfehlung für Leute die Eddings und Feist mögen und sich trotzdem immer ein bisschen MEHR (Tiefe, Charakter, etc.) gewünscht haben. Die üblichen Zutaten, aber hier wird nicht aufgewärmt sondern scharf gewürzt!

27.07.2009 18:43:02
ElRascalito

Kriegsklingen bietet wahrhaftig interessante Charaktere und eine Handlung, die sich stetig weiter entwickelt. Abercrombie hat es in meinen Augen bereits mit dem 1. Teil der Trilogie geschafft, Interesse für die Entwicklung der Figuren zu wecken, die sich durch einen unterschiedlichen Background auszeichnen. Sei es der (vielleicht ein wenig stereotype) Barbar, der arrogante Adelssoldat oder der vor Sarkasmus triefende Inquisitor (welcher besonders die Geschichte prägt, da er für mich der Vielschichtigste des "Haupt-Trios" sind). Der Beginn der Geschichte mag zwar nur langsam voranschreiten, der Autor schafft es aber mit stetigen Entwicklungen und Wendungen die Spannungen über die drohende Invasion aus dem Norden stetig weiter aufzubauen. Gleichzeitig führt er mit Bayaz eine interessante Figur auf, die den magischen Aspekt dieser Trilogie langsam einführt und Reizpunkt spielt um die 3 Haupthandlungen gegen Ende zusammenzuführen, ehe die Weichen für den 2. Band gestellt werden.
Auf jeden Fall ein toller Beginn zu diesem neuen "Fantasy-Epos", der die Neugier wecken und halten konnte.

16.02.2009 11:28:20
Sternenkind

Klappentext

Dies ist die atemberaubende Geschichte von Logen, dem Barbarenkrieger, der eigentlich nur seine Ruhe haben will - wenn er nicht ständig um sein Leben kämpfen müsste. Und die Geschichte von Großinquisitor Glokta, der eigentlich durch nichts zu erschüttern ist - bis er auf eine lebende Legende trifft, die in seiner Stadt eine magische Intrige spinnt, ein Intrige, die die Grundfesten des ganzen Reichs zu erschüttern droht ...


Inhalt

Logen Neunfinger, einst ein gefürchteter Barbar, gerät in einen Hinterhalt und entkommt nur mit Mühe seinem angedachten Schicksal, dem Tod. Schwer verletzt schleppt er sich in die Berge und trauert um seine ermordete Familie und toten Freunde. Doch dann führt ihn sein Weg zu Bayaz, einem Magus aus der Alten Zeit – und das nicht aus Zufall …

Zur selben Zeit träumt Hauptmann Jezal in der Hauptstadt von einer glorreichen Zukunft bei den Truppen der Königstreuen, doch der Weg dorthin ist beschwerlicher, als ihm behagt. Das Heer – wie das ganze Land – ist zerrissen von Intrigen, seit Erzlektor Sult die Macht mit übelsten Mitteln an sich reißen will und Angst und Misstrauen unter den Menschen sät. Hinter Sult steht die Inquisition, allen voran Sand dan Glokta, den seine tragische Vergangenheit zu einem sadistischen Mostrum hat werden lassen. Sein Hass reicht tief und als Sult ihn in seine Dienste zwingt, erweist er sich als dessen würdiger Handlanger.

Als sich die Kämpfe im Norden ausbreiten und das Land mit Tod und Vernichtung überziehen, macht Bayaz sich an der Seite von Logen auf den Weg in die königliche Hauptstadt. Wie die Legende besagt, wird in Zeiten höchster Not der alte Magus seinen Sitz im Rat wieder einnehmen und das Königreich retten. Eine Wendung, die den machtgierigen Erzlektor gehörig in die Enge treibt – eine gefährliche Enge, wie Logan bald feststellen muss …


Rezension

Zugegeben – wir kennen es: Ein Schwert, einen eingefärbten Hintergrund und lobpreisende Worte zum Thema „Wunder-Debüt“. Fertig ist das zu gern anwendbare Erfolgskonzept eines Buchumschlages, der dem geneigten Leser, wie ein nicht verstummen wollendes Echo, in den Bücherregalen Nachschub verdeutlichen soll. Anstatt sich jedoch wallender Vorfreude hinzugeben, ist man zumeist schnell verführt „Kriegsklingen“ anhand des einfallslos wirkenden Covers als Einheitsbrei abzutun.
Etwas, das man bereuen könnte ...

Ein Barbar – Ein Inquisitor – Ein Magier
... denn Joe Abercrombie ist bemüht, andere Wege zu gehen.

Der Hauptschwerpunkt des Romans liegt, im Gegensatz zu manch anderen Fantasy-Geschichten, nicht unbedingt in Handlung, sondern eher der Ausarbeitung vorhandener Charaktere & Umgebungen. Man begleitet die mit der Zeit wachsende Anzahl an Protagonisten durch Höhen und Tiefen ihres Lebens, immer im Gefühl, sich zumeist langsam in der Gesamthandlung voran zu tasten. Mit gutem Grund, denn „Kriegsklingen“ ist das erste Buch einer Trilogie und spart sich daher so manchen inhaltlichen Höhepunkt scheinbar auf. Wer sich demnach ein inhaltlich geschlossenes Werk voll epischer Schlachten und Heldentaten erhofft kommt bei diesem Buch nicht auf seine Kosten.
Im Gegenteil – von Heldenmut ist weit und breit nichts in Sicht. Weder Barbar Logan, Inquisitor Glokta, Hauptmann Jezal oder einer der anderen Hauptcharaktere bringt moralische Werte mit sich, die man bestaunen darf. Anstatt gegen Dämonen, Orks oder dergleichen die Klinge zu führen, bekämpft man vorwiegend sich selbst und seine Abgründe. Besonders Glokta, der verkrüppelte Inquisitor, geht in diesem Konzept mit bestem Beispiel voran. Sein Sarkasmus und die oft ziemlich leichenkalten Wesenszüge werden nur von einem übertroffen: Der Bedrohung, die nach und nach die Union wie ein hungerndes Raubtier überfällt. An ihren Grenzen reißt und Glokta, Jezal, Logan und Bayaz fordert, um ihr Überleben – politisch sowie auf dem Schlachtfeld - zu kämpfen.


Fazit

Ein "Wunder-Debüt" darf nicht erwarten, egal wie leidenschaftlich ein solches erwünscht sein mag. Joe Abercrombie bietet keine Lektüre abseits wohl bekannter Klischees, doch beweißt er auf originelle Art und Weise ein gutes Gefühl für den feinen Unterschied. Eigenarten, die aus Kriegsklingen ein leicht zu lesendes, unterhaltsames Lesevergnügen und einen schönen Auftakt zur First Law-Trilogie werden lassen.


Pro und Contra

+ unverwechselbarer Sarkasmus
+ sehr gut ausgearbeitete und glaubwürdige Charaktere
+ ein sich, vom Einheitsbrei abhebendes Werk

o diplomatisch orientiert
o anspruchsloser, leicht zu lesender Stil

- manche Charaktere wirken leicht überzeichnet
- eher abhebendes Ende

Bewertung:

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© by literatopia.de

24.11.2008 19:17:04
H.S.

Nachdem der Barbarenkrieger Logan von seiner Bande getrennt wurde, ist er vollkommen auf sich alleingestellt und muss sich gegen gnadenlose Feinde in einer lebensfeindlichen, harten Umgebung behaupten. Dabei hat er sich in den Nordlanden nicht viele Freunde gemacht, wird er doch dort “der blutige Neuner” genannt, weil er vor langer Zeit in einem Kampf einen Finger verlor. Erst als er sich dem Magiernovizen Quai und seinem geheimnisvollen Meister anschließt, findet Logan wieder einen Sinn in seinem lange Zeit nur von Kampf geprägten Leben.
Der junge Offizier XXX möchte sich bei einem Fechtwettbewerb bewähren, um seiner Karriere im Militär einen weiteren Schub zu verpassen. Eine eher unwillkommene Ablenkung ist dabei die hinreißende Schwester eines seiner Kameraden….
Inquisitor Glotka, ein Kriegsveteran, der zum Krüppel wurde, bekommt einen neuen Auftrag. Er ahnt jedoch nicht, dass er damit nur zum Spielball viel mächtigerer Hintermänner wird…..

Frech und witzig kommt der Debutroman von Joe Abercrombie daher. Nachdem über dem ersten Kapitel unverschämter Weise “Ende” als Überschrift prangt, wird der Leser sofort in eine actionreiche Handlung hineingerissen. Ohne großes Aufwärmen startet man atemlos in einen achthundert-Seiten-Schmöker.

Gerade die sarkastisch-ironische Sichtweise der Hauptfiguren macht diesen Roman ungewöhnlich, den im Bereich High- und Helden-Fantasy ist man eher eine pompöse Sprache gewohnt und kennt den, hier verwendeten Sprachstil, eher aus zeitgenössischen Romanen. Diesem Buch steht der unkonventionelle Stil doch sehr gut. Dabei hat man als Leser eher eine düstere Animationsfilm-Kulisse, anstatt realer Personen, vor Augen, was vielleicht auch darauf hindeuten könnte, dass die Charaktere irgendwie nicht vollkommen real wirken. Folgt man den Szenen durch den Roman stellt sich schon ab und zu die Frage, ob die Charaktere nicht auch ein andere Leben haben - unterm Strich wirken sie dich etwas eindimensional und folgen beinahe zu brav der Romanhandlung, ohne größere eigene Initiative zu zeigen, obwohl einem die Personen des Romans durchaus ans Herz wachsen, gerade weil sie keine 08/15, edelmütigen Helden sind, sondern sich selbst und ihre Umwelt sehr kritisch beäugen.

Der abrupte Einstieg kann leider auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Roman über weite Strecken an Substanz fehlt. Die Story ist lange Zeit einfach zu dünn. Erst ca. ab Seite 600 wird es etwas spannender und zielgerichtet, davor plätscherte die Handlung eher vor sich hin. Hier fehlt eindeutig ein roter Faden, ein Ziel, zu dem die Handlung hinführt. Man merkt dem Roman zu deutlich an, dass er nur der erste Teil einer auf drei Bände angelegten Reihe ist.

Fazit: die “Kriegsklingen” hätten noch etwas mehr Schliff vertragen können um richtig zu beißen. Im momentanen Zustand kann man sie eher dazu benutzen, sich sein Frühstücksbrot zu schmieren. Aber vielleicht wird die Handlung in der Fortsetzung “Feuerklingen” heißer !?
Lediglich die witzige Sprache hebt den Roman aus der Masse heraus und bewegt mich zu einem positiveren Urteil.

14.07.2008 22:02:06
Dennis Schmid

Diese Buch ist einfach nur fesselnd. Mir fehlen die Worte da man sich in jeden Schritt hineinversetzen kann. Hoffe doch das der 2teil nicht nachlässt und es auch in der liebesgeschichte gut ausgeht

15.04.2008 17:50:02
LeRoy

Düster, blutig, aber auch humorvoll. Das Buch hat eine faszinierende Mischung und war für mich die Entdeckung 2007. Die Charaktere sind der Dreh- und Angelpunkt des Buchs, und in ihrer Zerrissenheit fantastisch dargestellt.

MfG,

LeRoy

07.02.2008 02:18:07
Hans Wurst

Ein sehr gutes Buch. Mir gefällt eigentlich alles:die beshcreibung von den Personen, den Kämfen, den Orten und einfach die Geschichte weil sie einfach klasse ist. Angefangen von Euz und aufgehört mit Bethot. Einfach ein Buch das jeder lesen sollte.

19.11.2007 17:08:45
Dyke

Ein wahrlich für "Männer" gemachter Fantasy-Roman. Kleine Gemetzel, ein bisschen Folter, derbes Gefluche und eine Prise Arroganz. Zutaten aus den gern Müll prodziert wird, aber hier gelingt es einen rundum spannenden Abenteuer-Roman daraus zu "backen", der einem mit wässrigem Mund auf den 2. Band stieren läßt, für den das Budget erst Ende nächster Woche wieder reicht.

10.11.2007 00:48:44
Mathias

"Kriegsklingen" ist das mit Abstand beste Fantasybuch, was ich je gelesen habe. Und ich habe schon Dutzende von unterschiedlichen Fantasybüchern gelesen Ich habe es noch nie erlebt, wie ein Autor "Joe Abercrombie" ein derartiges Feuerwerk auf knapp 800 Seiten abbrennen kann.

Die Geschichte ist sehr schön aufgebaut. Die Handlung bezieht sich fast komplett auf die Charaktere, die sich gut im Laufe des Buches entwickeln. Und sie geht stets, wenn auch etwas gemächlich mit einem roten Faden voran. Und was auch sehr schön ist, die Handlung geht alles andere als linear vorwärts. In fast jedem Kapitel passieren völlig überraschende Dinge, mit denen man nicht rechnet, die aber die Spannung und den Lesespaß auf ein Maximum treiben.

Die Charaktere sind einmalig genial. Das Buch strotzt nur so von "starken" Charakteren. Man fühlt sich schnell sehr stark mit den Charakteren verbunden und kann ihre Handlungen, bzw. ihre Art zu denken gut nachvollziehen.

Jedes Kapitel ist ein besonderes Ereignis, ein Fest. In jedem Kapitel passieren neue Dinge. Jedes Kapitel hat seinen besonderen Höhepunkt. Die Erzählperspektiven wechseln von einer Hauptperson zur nächsten, ohne das man den Überblick verliert.
Viele Szenen geschehen in der Hauptstadt Adua. Dabei werden im gesamten Buch in jedem Kapitel ein neuer anderer Ort beschrieben, wo sich die Ereignisse/ Handlungen abspielen. Dem Leser wird nie langweilig, weil man sich immer wieder an einem neuen faszinierenden Ort befindet mit einer neuen Ausgangssituation. Hier ist man dem Autor sehr dankbar, dass er die Geschichte "nur" langsam voranbringt. So hat der "genussvolle" Leser Zeit, sich an die Szenarien/ Orte zu gewöhnen, sie sich vorzustellen und die Entwicklung der Charaktere in sich einwirken zu lassen, mitzuverfolgen.

Was auch außergewöhnlich ist, ist der schwarze Humor, die Ironie, der Zynismus des Schriftstellers. Wenn man das liebt, muss man doch mehr als einmal, sehr oft über die Gedankengänge der Charaktere und so manches Ereignis lachen. Was mir auch sehr gut gefällt, dass der Autor sich nicht davor scheut Kraftausdrücke zu verwenden. Er beschreibt sehr gut die Ängste und Gefühle der einzelnen Charaktere. Habe selten einen Autor auf so natürliche, interessante und lebhafte Art und Weise schreiben sehen. Es entsteht nie Langeweile. Und dabei kommt alles noch sehr glaubwürdig und nachvollziehbar rüber. Und trotz des Zynismus hat man nicht das Gefühl, dass das Buch bloß ein Spiel, ein Märchen ist, das Ganze ins Lächerliche gezogen würde. Absolut nicht. Es ist schon Klasse so viel Humor mit rein zu bringen, und dabei so ernst und glaubwürdig zu bleiben.

Actionszenen spielen eine "untergeordnete" Rolle. Was auch ganz gut ist, so bekommt man von der Handlung und dem Aufbau der Charaktere mehr mit. Obwohl, es gibt schon einige Actionszenen, wenn ich da so an Logen denke, oder an Ferro, oder an Logens Barbarenfreunde oder aus dem Norden oder Bayas, oder Jezal. Also für meinen Geschmack passiert in jedem Kapitel eine Menge, abseits von "langweiligen" Konversationen, die es nicht gibt. Blutigen, abenteuerlichen, horrorähnlichen Kämpfen von Logen, Ferro und Logens Barbarenfreunden. Zauberei von Yulwai und Bayas. Das Fechttraining und das Turnier mit Jezal, die Folterungen des Inquisitors Glokta und seiner Praktikalen, allen voran Frost, und dazu die finster beschriebenen Orte z.B. eine alte verlassene Ruine am Hafen, oder Die Universität, das Haus des Schöpfers und und und...
Dazu gibt es noch eine kleine Liebesgeschichte und einen Hauch von Romantik und Gemütlichkeit.

Das Buch ist absolut modern und zeitlich sehr gegenwärtig und Gott sei Dank net so altertümlich.
Ein richtig schönes Aufbau- bzw. Eröffnungsbuch, das Appetit auf mehr macht.
Für Leser, die ein großes Kopfkino, viel Fantasie haben und schwarzen Humor über alles lieben, die unterhalten werden wollen ist dieses Buch genau das Richtige.

24.10.2007 13:13:29
Dotti

Ich finde dieses Werk absolut genial und war total gefesselt. Ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes denken, als am Abend endlich weiter zu lesen. Es ist so gut geschrieben, dass ich am liebsten selber mitspielen würde ;-)

18.08.2007 23:12:19
Ternar

Habe dieses Buch ohne etwas zu erwarten einfach mal gekauft und ich muß sagen das ich mehr als Begeistert bin . Hatte nicht erwartet das es dieses Buch gelingt mich zu fesseln aber es hat es und ich werde diesen Schriftsteller aufjedenfall weiter im Auge behalten also meine Kaufempfehlung für dieses Buch habt Ihr .

18.08.2007 13:30:00
HondaWolf

Ich suchte verzweifelt nach einem guten Mehrteiler. Joe Abercrombie trifft genau meinen Nerv. Ich verschlang es !ungelogen! und zum Leid meiner Partnerin an einem Stück. Erwartungsvoll warte ich auf den nächsten Part!

02.03.2007 11:34:01
Oliver

Herrlich und einfach klasse dieses Buch. Witzig, Nachvollziehbar und die Charaktere kann man sich fast bildlich Vorstellen...

Ich kann den Nachfolger kaum erwarten.
Tipp von mir Das 7. Buch der Schatten...

10.02.2007 10:09:34
Andreas büttner

Ich habe mir das Buch aus verzweiflung gekauft...ich wußte einfach nicht was ich mir neues kaufen sollte.
Ich bin froh das ich es gekauft habe. Es hat mit jeder Seite Spass gemacht dieses Buch zu lesen und ich freue mich darauf das es noch mehr Teile geben wird.
Ich werde mir den Namen des Schreiberlings merken :-)
Einfach klasse dieses Buch

04.02.2007 16:51:42
Pascal

Ich habe das Buch auch gerade durchgelesen.
Als ich es kaufte wusste ich noch nicht, dass es ein drei Teiler ist, deswegen wurde ich gegen Ende des Buches auch stutzig, wann es denn endlich losgeht und mehr passiert.
Aber trotzdem ist es sehr packend, der Humor und die Charaktere tragen die Spannung, nicht die Handlung.
Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, dann werden hoffentlich einige Dinge ins Licht gerückt!

31.01.2007 21:23:05
Alexander Pfahl

Ich kann Carsten Kuhr nur zustimmen! Für einen "Neuling" hat Joe Abercrombie wirklich gute Arbeit geleistet. Die Charaktere wie auch die Geschichte sind sehr schön modelliert. Was Herr Kuhr in meinen Augen vergessen hat ist der Humor. Ich habe das Buch während einer Zugfahrt gelesen, die Dialoge zwischen den Protagonisten haben mich stellenweise so zum lachen gebracht, dass meine Mitreisenden mich schon schief angesehen haben.