Hell Divers - Buch 1

Erschienen: Oktober 2019

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André C. Schmechta
Tempo, Spannung, Action und ein kantiger Held, der die Menschheit retten muss

Buch-Rezension von André C. Schmechta Nov 2021

Es ist mal wieder schlecht um die Menschheit bestellt. Über zwei Jahrhunderte nach dem Dritten Weltkrieg kreisen die letzten Überlebenden in zwei Luftschiffen - der „Ares“ und der „Hive“ - um die radioaktiv verseuchte Erde. Doch die Luftschiffe benötigen von Zeit zu Zeit Ersatzteile und so müssen die Hell Divers herhalten. Sie springen auf die Erde und riskieren ihr Leben für das Überleben der Menschheit.

Dramatischer Wettlauf gegen die Zeit

Der berüchtigtste Hell Diver ist Xavier Rodriguez - kurz „X“ genannt. Während die meisten Hell Diver schon nach wenigen Sprüngen ihr Leben lassen, hält er einen beachtlichen Sprungrekord. Die Gefahren die auf die Hell Divers lauern sind dabei nicht ohne: Gewaltige Stürme, die ihnen in der Luft zusetzen, enorme radioaktive Strahlung auf der Erde oder Mutanten, die ihnen dort nach dem Leben trachten und verspeisen wollen. Letztere lauern insbesondere in der „Hades“ genannten Zone, hier ist auch die radioaktive Strahlung höher und tödlicher als an jedem anderen Ort auf dem Planenten. Doch eines Tages spitzen sich die Ereignisse für die gut 1.000 Menschen an Bord der Luftschiffe zu und die letzte Chance auf ein Überleben ist ein Sprung in eben diese Zone, um dringend benötigte Ersatzteile zu bergen. Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Mit „Trackers“ und „The Extinction Cycle“ hat Nicholas Sansbury Smith bereits zwei Science Fiction Reihen bei Festa veröffentlicht. Die Grundidee der zwei Luftschiffe, die in einer Höhe von etwa 7.000 Metern die Erde umkreisen, mit den Hell Divers als Rettungskräfte auf der Suche nach Ersatzteilen, hat mich auf Anhieb neugierig gemacht. Auch wenn das Setting insgesamt stimmig umgesetzt ist, habe ich mich doch gelegentlich ertappt, wie ich bestimmte Zusammenhänge auf ihre Logik hinterfrage. Das gilt auch für die strenge Zweiklassengesellschaft, die in den Luftschiffen vorherrscht, die immerhin bereits 250 Jahre die überlebenden Menschen in der Luft halten.

„Hell Divers“ wirkt insgesamt immer mal wieder etwas überinszeniert - sei es in Dramaturgie, Dialogen oder Figurenzeichnung. Aber Nicholas Sansbury Smith macht das alles sehr geschickt, er entwickelt mit eigentlich recht wenigen Zutaten und auch bekannten Genre-Motiven eine durchweg packende Dystopie. Seine Geschichte fesselt mit einem steten Spannungsbogen, dramatischen Wendungen - an Bord der Luftschiffe und beim Einsatz der Hell Divers im Himmel und auf der Erde gleichermaßen. Wenn auf der Suche nach Brennstoffzellen und Druckventilen in wilden Schneestürmen unzählige Mutanten niedergestreckt werden müssen, kommt ein wenig „Starship Troopers“ feeling auf. Dabei geht Sainsbury Smith auch keineswegs zimperlich mit seinen Figuren um, sodass es immer wieder Opfer zu beklagen gibt.

Die Figuren in „Hell Divers“ sind doch weitestgehend stereotyp angelegt und in ihrer Konstellation wenig überraschend. Der von seinen Sprüngen und seiner Vergangenheit gezeichnete „X“ steht im Vordergrund von Buch 1. Er, wie auch Maria Ash, an Krebs erkrankte Kapitänin der Hive - sie gibt die Hoffnung auf ein neues Zuhause nicht auf - erhalten dabei im Verlaufe der Geschehnisse noch die meisten Facetten und Konturen. Andere bleiben doch eher farblos, wenngleich sie aber alle in ihrer Charakterisierung und ihrer Bedeutung für die Geschichte immer gut funktionieren und diese wirkungsvoll stützen. Eine aufkommende Rebellion wirkt mir dann aber doch etwas konstruiert und mit den verantwortlichen Personen auch nicht durchweg überzeugend.

Fazit:

Nicholas Sansbury Smith versteht es seine Leserinnen und Leser bis zum dramatischen Finale an die Seiten zu fesseln. Er erzählt spannend und temporeich, es gibt viel Action und einen kantigen Helden, der die Menschheit retten muss. Das erinnert an Blockbuster-Kino-Formate und unterhält ebenso kurzweilig. „Hell Divers“ kann bereits fünf veröffentlichte Bände vorweisen, so dass sich Serienneueinsteiger auf lange unterhaltsame Leseabende freuen dürfen.

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