Doctor Who: Der fremde Feind (MONSTER-Edition 2)

Erschienen: Juli 2020

Couch-Wertung:

84°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:0
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Marcel Scharrenbroich
Rückkehr in düstere Zeiten

Buch-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jan 2021

London Calling

Den Doktor und seine Begleiterin Ace hat es diesmal in die britische Hauptstadt verschlagen. Nicht zu Zeiten von Brexit und Pandemie-Chaos, sondern in die noch dunklere Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 1940 und im grauen Novembermonat, wo eigentlich langsam die Vorweihnachtszeit eingeläutet wird und eine dekorierte Gemütlichkeit in der Luft liegen sollte, herrscht tiefste Finsternis. Die Straßen sind am Tag meist menschenleer und in der Nacht wirkt die Stadt sogar wie ausgestorben. Dann füllen sich die Luftschutzkeller und London wird zur Geisterstadt. Jede Nacht regnet es Bomben. Abgeworfen von der deutschen Luftwaffe. Und mit jeder Detonation verwandelt sich das Stadtbild mit all seinen Wahrzeichen mehr und mehr in ein Trümmerfeld. Nicht die einzige Angst, die die Einwohner der Stadt beschleicht, denn zu allem Überfluss zieht auch noch ein Massenmörder durch Londons Straßen und hinterlässt grausig verstümmelte Leichen.

Der desillusionierte Privatdetektiv Cody McBride lebt ebenfalls in der Metropole. Verließ einst seine Heimat Chicago, um in Englands Hauptstadt auf Verbrecherjagd zu gehen. Der heimischen Unterwelt war er ein Dorn im Auge, doch auch in der neuen Wahlheimat läuft es nicht rund. Aufträge sind Mangelware. Als McBride eines Abends, mit dem obligatorischen Glas Whisky in der Hand, aus dem Fenster blickt und den beinahe ebenso obligatorischen Bombenhagel auf seine neue Heimatstadt betrachtet, wird er schlagartig aus seiner Lethargie gerissen. Ein grelles Licht überstrahlt die gewohnte Aussicht. Eine leuchtende Kugel zischt durch den Nachthimmel und donnert krachend zwischen nahestehenden Häusern auf den Erdboden, dass es seiner spartanischen Bleibe fast die Fenster aus dem Rahmen haut. Noch mit reichlich Whisky im Schädel stolpert McBride auf die Straße und torkelt zur vermeintlichen Einschlagstelle. Zwischen Häusertrümmern und reichlich Geröll findet er eine große Kugel vor. Ungefähr zweieinhalb Meter im Durchmesser. Nach kurzer Schockstarre beginnt der Detektiv das mysteriöse Objekt zu untersuchen. Urplötzlich teilt sich die Kugel und gleißendes Licht blendet McBride. Noch bevor ihm endgültig die Lichter ausgehen, nimmt er etwas im Inneren des Objektes wahr. Etwas, das sich auf ihn zubewegt…

Kaum aus dem unfreiwilligen Schönheitsschlaf erwacht, gesellen sich auch schon Polizei und der Militärgeheimdienst hinzu. Das Militär scheint mächtig interessiert an der Kugel und tut auch ebenso geheimnisvoll. McBride hingegen verbringt die nächsten Stunden auf dem Revier und gibt seine löchrige Aussage zum Besten. Kaum wieder in seinem Büro angekommen, stellt er fest, dass sich zwei Fremde Zugang verschafft haben. Ein merkwürdig gekleideter Mann mittleren Alters in Begleitung einer jungen Frau.

Er stellt sich als „der Doktor“ vor und unterrichtet den überforderten Schnüffler, dass die Kapsel außerirdischen Ursprungs sei. Und dass sie etwas transportiert hat. Irgendwas, dass jetzt frei durch London läuft. Ebenso wie der noch immer metzelnde „Schleicher von Limehouse“.

Rufe Doktor 07

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn die Story lüftet nur langsam ihre Geheimnisse. Mehrere Parteien spielen hier ihr eigenes Spiel und es geht hoch her, während wir von Schauplatz zu Schauplatz ziehen. Wenn der Doktor und Ace getrennte Wege gehen und jeder für sich auf eigene Faust ermittelt, wechseln sich die Kapitel spannend ab, bevor alle Räder ineinandergreifen.

Das düstere Noir-Setting im bombenverhagelten London des Zweiten Weltkriegs dient dabei auf gruselige Art als perfekter Handlungsort. Wir haben ein wenig von „Jack the Ripper“, „Frankenstein“ und klassischem Hard-Boiled-Stoff der alten Schule. Nicht nur auf Londons Straßen ist eine stete Bedrohung spürbar, auch unterhalb der Stadt und in vermeintlich verlassenen Lagerhallen. Ein ansprechender Mix, der durch typisches „Doctor Who“-Feeling nochmals an Klasse gewinnt. Diese dichte und manchmal schon kammerspielartige Story hätte ich gerne als Vierteiler im TV gesehen, denn beim siebten Doktor wurden die in sich abgeschlossenen Abenteuer stets auf drei bis maximal vier Folgen verteilt. Gespielt wurde der in dieser Inkarnation kauzig-schrullige und manchmal auch alberne Doktor vom Briten Sylvester McCoy, den man auch als Radagast in Peter Jacksons „Der Hobbit“-Trilogie kennt. McCoy war auch damals mein erster Berührungspunkt mit „Doctor Who“, als RTLplus (ein Sender, der damals noch für Qualität und gute Serien und Filme stand) den Time Lord 1989 ins deutsche Fernsehen beamte. In den Staffeln 24 bis 26, in denen die siebte Inkarnation zu sehen war, fanden sich großartige Storys wie „Der Fluch des Kroagnon“, „Das Feuer des Drachen“, „Die Hand des Omega“ oder auch „Das Haus der tausend Schrecken“. Als Companions standen zuerst Mel (Bonnie Langford) und kurze Zeit später Ace (Sophie Aldred) an seiner Seite. Nach Staffel 26 wurde der langlebigen Sci-Fi-Serie, die zum britischen Kulturgut gehört wie der Tee zum Nachmittag, allerdings der Stecker gezogen. 1996 nahm man den siebten Doktor im Spielfilm „Doctor Who - Der Film“ wieder auf, damit er den Staffelstab an einen Nachfolger (Paul McGann) weiterreichen konnte, doch danach war wieder erstmal Funkstille. Erst in der 2005 veröffentlichten 27. Staffel gab es ein Wiedersehen mit dem Doktor. In seiner neunten Inkarnation schlüpfte dann Christopher Eccleston in die beliebte Rolle. Mittlerweile sind wir bei Time Lord Nr. 13 angelangt, bereits seit zwei Staffeln hervorragend von der sympathischen Jodie Whittaker verkörpert.

Sylvester McCoys Inkarnation schaffte es nach den drei TV-Staffeln aber noch in Hörspiele, Romane und Comics. Zuletzt gab es ein gezeichnetes Wiedersehen in „Doctor Who - Der siebte Doctor: Tanz auf dem Vulkan“ (PANINI), bei dem auch Bestseller-Autor Ben Aaronovitch („Die Flüsse von London“) zum Autoren-Team gehörte. Ebenso bei den damaligen TV-Abenteuern des siebten Doktors. Diese gibt es seit 2018 auch in einer DVD-Gesamt-Box von PANDASTORM PICTURES zu bestaunen.

In the End

Geschrieben wurde dieses Abenteuer, welches den zweiten Band in CROSS CULTs in sich abgeschlossenen Geschichten der MONSTER-Edition markiert, von Mike Tucker und Robert Perry. Hier ist besonders das von Tucker verfasste Vorwort interessant, in dem er erklärt, wie es zur Roman-Fassung von „Der fremde Feind“ überhaupt erst gekommen ist. Eigentlich wollte das noch unerfahrene Duo Mitte der 80er eigentlich ein Drehbuch einreichen, da sie erfuhren, dass ein Team der produzierenden BBC eingesandte Skripts auf eine mögliche TV-Tauglichkeit überprüfte. Gleich zweimal hatten die Nachwuchs-Autoren das Pech gepachtet, obwohl Tucker, der mittlerweile als Effektdesigner an der Serie arbeitete, recht nah an der Quelle saß. Nach dem sechsten Doktor (gespielt von Colin Baker) strebte man jedoch intern eine Neuausrichtung des Formats an, weshalb das Drehbuch dann erstmal vom Tisch war. Aber die beiden blieben am Ball, da die Resonanz (wie sich später herausstellte) eigentlich gut war. Ein weiterer Versuch scheiterte, als Tucker erfuhr, dass gerade eine Story im Zweiten Weltkrieg („Die Todesbucht der Wikinger“ aus Staffel 26) abgesegnet wurde. Man wartete… zu lange. Wieder wurden die Pläne durch die Absetzung der Serie zunichtegemacht.

Erst mit dem Spielfilm von 1996 kam wieder Schwung in die Sache, da man die Merchandise-Trommel mit „Doctor Who“-Romanen rühren wollte. So wurde Tuckers und Perrys Drehbuch zu einem von sechs Romanen und erblickte 1997 erstmals das Licht der Welt. Eine schwere Geburt, doch am Ende hat sich das Durchhaltevermögen ausgezahlt.

Fazit:

Eine runde und gelungene Sache, die dem inhaltlich unabhängigen Vorgänger der MONSTER-Edition sogar noch eine Nasenlänge voraus ist. Neben dem typischen Humor des siebten Doktors gibt es reichlich Thrill, Mystery und auch beklemmende Horror-Elemente. Und die taffe Ace zeigt, dass sie sehr gut auf sich selbst aufpassen kann… trotz der übermächtigen Cyber-Bedrohung aus dem All.

Doctor Who: Der fremde Feind (MONSTER-Edition 2)

Doctor Who: Der fremde Feind (MONSTER-Edition 2)

Deine Meinung zu »Doctor Who: Der fremde Feind (MONSTER-Edition 2)«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Buch.

Sci-Fi & Mystery
(MUSIC.FOR.BOOKS)

Du hast das Buch. Wir haben den Soundtrack. Jetzt kannst Du beim Lesen noch mehr eintauchen in die Geschichte. Thematisch abgestimmte Kompositionen bieten Dir die passende Klangkulisse für noch mehr Atmosphäre auf jeder Seite.

Sci-Fi & Mystery