Doctor Who: Roboter des Todes (MONSTER-Edition 6)

  • Cross Cult
  • Erschienen: Juli 2021
Doctor Who: Roboter des Todes (MONSTER-Edition 6)
Doctor Who: Roboter des Todes (MONSTER-Edition 6)
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Marcel Scharrenbroich
50°

Phantastik-Couch Rezension von Marcel Scharrenbroich Feb 2022

Späte Rache

Flashback auf Kaldor

Auf dem Planeten Kaldor ist das Mega-Unternehmen Kaldor City Company der große Renner. Mit gigantischen Sandminenträgern schöpft es wertvolle Mineralien und ist zudem Fabrikant von Robotern, die die Menschen unterstützen sollen. Man ist regelrecht abhängig von den künstlichen Helfern, die sich in ihrer Hierarchie vom Super-Voc (erhält seine Befehle direkt vom Menschen und koordiniert Aufgaben) über den ausführenden Voc bis hin zum simplen Dum (wird für alltägliche Arbeiten eingesetzt) unterscheiden. Eigentlich nicht darauf programmiert, ihre menschlichen Schöpfer anzugreifen, ereignete sich vor einigen Jahren dennoch ein folgenschwerer Zwischenfall. Die Roboter stellten sich gegen die Menschen und auf einem Sandminenträger wurde die Besatzung nach und nach getötet. Es überlebten lediglich drei Mitglieder der Crew… sowie ein merkwürdig gekleideter Fremder und seine nicht minder auffällige weibliche Begleitung.

Der damalige Kommandant des Sandminenträgers, Kiy Uvanov, ist mittlerweile beruflich aufgestiegen und ein hohes Tier in der Kaldor City Company. Die frühere Pilotin und stellvertretende Kommandantin Lish Toos ist Captain ihres eigenen Sandminenträgers, der Sturmmine sieben. Der Agent Ander Poul, der sich im Auftrag der Firma undercover auf dem todbringenden Rohstoff-Ernter befand, ist die Karriereleiter jedoch nicht nach oben gepurzelt, sondern leidet immer noch an den Spätfolgen der Roboter-Revolte. Er bricht in der Nähe der Androiden regelrecht zusammen, was seine mentale Stärke mehr als nur leicht beeinträchtigt. Und obwohl schon einige Jahre ins Land gezogen sind, scheint es jemanden zu geben, dem die drei Überlebenden des Sturmminen-Massakers ein Dorn im Auge sind. Jemand macht Jagd auf sie und möchte ihnen endgültig die Lichter ausblasen…

Der Doktor und Leela stranden eher zufällig auf Kaldor. Schon regelrecht enttäuscht, diesen Ort bereits zu kennen, möchte man sich dennoch auf Erkundungstour begeben. Als aus der Nähe Kampfgeräusche zu vernehmen sind, macht sich Leela auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Durch eine Verkettung von Umständen werden die beiden dauerhaft getrennt… und finden sich in rauer Industrie-Kulisse und den heruntergekommenen Sewerpits (dem Armenviertel von Kaldor) zwischen menschlichem Abschaum, mordenden Robotern, alten Bekannten, Rebellen und einer gigantischen Verschwörung wieder. Und immer wieder fällt ein bestimmter Name… Taren Capel.

Nichts für Einsteiger

„Roboter des Todes“, der nunmehr sechste Band aus CROSS CULTs MONSTER-Edition, setzt für ein flüssiges Lese-Vergnügen einiges an Vorwissen voraus. Obwohl es nicht schaden kann, bereits mit der vierten Inkarnation des Doktors (im TV gespielt vom 1934 geborenen Tom Baker) in Kontakt gekommen zu sein, ist dies kein zwingendes Muss. Was sich jedoch aufdrängt, ist der vierteilige Handlungsbogen „The Robots of Death“, den die britische BBC Anfang 1977 in der vierzehnten Staffel der Kult-Serie ausstrahlte. Darin bekamen es der Doktor und seine Begleiterin Leela (Louise Jameson) mit dem wahnsinnigen Taren Capel zu tun, der von Androiden regelrecht aufgezogen wurde und sich in Folge dessen mehr mit ihnen identifizierte, als mit seinen menschlichen Artgenossen.

An Bord des Sandminenträgers Sturmmine vier gab Capel sich als Ingenieur Dask aus, um die Roboter-Crew zu sabotieren bzw. manipulieren. So wurde die menschliche Besatzung durch Capels finsterem Plan, die Herrschaft über die Welt den Maschinen zukommen zu lassen, einer nach dem anderen dezimiert. Neben dem Doktor und Leela überlebten den Größenwahn nur wenige Besatzungsmitglieder der Sturmmine vier.

Wenn man diese kurze Zusammenfassung der bislang nicht ins Deutsche synchronisierten Episoden kennt, fällt das Verständnis des Fortsetzungs-Romans vielleicht leichter. Nichtsdestotrotz ist Chris Bouchers 1999 erstmalig bei BBC Books (unter dem Titel „Corpse Marker“) veröffentlichtes Buch reichlich komplex und unnötig kompliziert geraten. Die Kapitel sind sehr lang und innerhalb dieser wird von Handlungsort zu Handlungsort gesprungen. Hinzu kommt ein wahres Füllhorn an Namen, was es zusätzlich verkompliziert. So kommt man kaum in einen angenehmen Lesefluss, da man sich viel zu oft neu orientieren muss. Handwerklich zwar nicht schlecht geschrieben, wird die Handlung von Kapitel zu Kapitel undurchsichtiger, was mich am Ende leider enttäuscht und unbefriedigt zurückließ. Auch wenn der vierte Doktor zu den beliebtesten Inkarnationen gehört, bleibt der Time Lord hier eher blass.

Fazit:

„Roboter des Todes“ rangiert bislang als Schlusslicht in der MONSTER-Edition. Als Fortsetzung einer TV-Handlung von 1977, welche in Deutschland mangels Synchronisation wohl nur dem harten Kern der „Doctor Who“-Fans ein Begriff ist, vielleicht nicht die beste Wahl, diesen Titel in eine achtbändige Reihe aufzunehmen. Das soll allerdings nicht dem deutschen Verlag angekreidet werden, da die MONSTER-Collection bereits 2014 in ihrem Ursprungsland erschien. Handwerklich solide, inhaltlich jedoch nur mit gut gemeinten Ansätzen und einem eher ermüdenden Spannungsbogen.

Doctor Who: Roboter des Todes (MONSTER-Edition 6)

Chris Boucher, Cross Cult

Doctor Who: Roboter des Todes (MONSTER-Edition 6)

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