Doctor Who: Sand der Zeit (MONSTER-Edition 7)

  • Cross Cult
  • Erschienen: September 2021
Doctor Who: Sand der Zeit (MONSTER-Edition 7)
Doctor Who: Sand der Zeit (MONSTER-Edition 7)
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Marcel Scharrenbroich
78°

Phantastik-Couch Rezension von Marcel Scharrenbroich Mär 2022

Einmal Ägypten und zurück

Die Rückkehr der Mumie

Die TARDIS (Time And Relative Dimensions In Space), die Raum- und Zeitmaschine des Doktors, hat mal wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie zuverlässig sie ist. Ohne Kenntnis, wo und wann sie sich befinden, stranden der Doktor und seine Begleiterinnen Nyssa und Tegan irgendwo im Nirgendwo. Neugierig wie der Time Lord nun mal ist, schlägt er einen kleinen Erkundungstrip vor. Schnell stellt sich heraus, dass die drei Zeitreisenden in einem Museum gelandet sind. Und zwar in der Ägypten-Ausstellung des British Museum. Während Tegan und der Doktor sich umschauen, bemerken sie erst zu spät, dass Nyssa im Ausstellungssaal von einer finsteren Gestalt angegriffen wird. Der Unbekannte zerrt sie unter heftiger Gegenwehr aus den Räumlichkeiten, woraufhin der Doktor umgehend die Verfolgung aufnimmt. Doch zu spät… der Fremde hat Nyssa bereits in eine Kutsche verfrachtet, die daraufhin in die Nacht verschwindet. Wenigstens kann er nun eingrenzen, wo und wann sie sich gerade befinden: im viktorianischen London des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Um die Nacht noch schwerer verdaulich zu machen, tritt noch eine weitere unbekannte Person auf den Plan. Ein Mann nähert sich dem Doktor und Tegan und spricht die beiden an, als wären sie alte Bekannte. Nett gedacht, doch wüssten sie wohl, wenn sie dem mysteriösen Herrn schon einmal begegnet wären… oder? Jedenfalls hat der Mann einen Umschlag für den Doktor, der explizit an ihn gerichtet ist. Es ist eine Einladung ins Anwesen von Lord Kenilworth. Noch jemand, der weder dem Doktor noch Tegan vertraut erscheint.

Mit gemischten jedoch neugierigen Gefühlen suchen sie am nächsten Tag die angegebene Adresse auf. Neugierig deshalb, weil es sich beim Anlass der Zusammenkunft um das Auswickeln einer alten ägyptischen Mumie handeln soll. Ein scheinbar nicht ganz so fremder Brauch in den damaligen Kreisen, wie es für den Doktor den Anschein hat. Im überschaubaren Gästekreis macht man sich zuerst miteinander bekannt, bevor es ans Eingemachte geht. Im Haus befindet sich tatsächlich ein ägyptischer Sarkophag samt Inhalt. Noch während der großen Enthüllung kommt es aber zum großen Schrecken, denn bei der 4.000 Jahre alten Mumie handelt es sich um… Nyssa???

Eine (nicht ganz so) kurze Geschichte der Zeit

Mumien, das viktorianische London und Zeitreisen gebündelt in einem Roman. Wo gibt es das schon? Langjährige „Doctor Who“-Fans werden da müde abwinken, denn wo der Time Lord auftaucht, treffen nicht selten Genres aufeinander oder werden geschichtliche Ereignisse auf den Kopf gestellt. So auch im vorletzten Band der großen MONSTER-Edition von CROSS CULT. Die Story mit dem fünften Doktor - in der BBC-Serie von Peter Davison von 1981 bis 1984 während der 19. und 20. Staffel verkörpert - startet spannend und reichlich mysteriös. Begleitet von Nyssa und Tegan Jovanka - in der Serie von Sarah Sutton und Janet Fielding gespielt -, müssen wir uns von Erstgenannter recht schnell wieder verabschieden, da Nyssa zwar der wichtigste Teil der Handlung ist, mit ihrem Verschwinden aber auch der Antriebsmotor für die Zeiten umspannende Suche des Doktors und seiner Companion wird. Da wir nicht nur immer wieder von London nach Ägypten wechseln, sondern mit unseren Protagonisten auch quer durch die Zeit reisen, liegen so einige Stolpersteine auf dem Weg. Generell sind diese bei Zeitreise-Thematiken nur schwer zu umgehen, was dem Autor Justin Richards aber weitestgehend gelingt. Was ihm hingegen nur bedingt gelingt, ist, die Geschichte in flüssigen und leicht nachvollziehbaren Bahnen zu halten. Diese Tatsache wird durch eine stetig wachsende Anzahl an Protagonisten nicht unbedingt erleichtert. Um das Finale dann unter diesen erschwerten Bedingungen möglichst nachvollziehbar aufzulösen, kommen irgendwann die Karten Knall auf Fall auf den Tisch, wobei einem als Leser schon mal kurz der Kopf rauchen kann. An kleineren Fragezeichen sollte man sich aber nicht zu sehr aufreiben, denn das Gros der Story ist durchaus schlüssig. Richtig interessant wird es, wenn lose Fäden zusammenlaufen und offene Fragen vom Anfang der Geschichte während der Zeitsprünge geklärt werden. Beispielsweise warum der Fremde im nächtlichen London vertraut mit dem Doktor und seiner Begleiterin ist.

Wem die Antagonisten in „Sand der Zeit“ völlig fremd sind, braucht sich nicht zu wundern. Die vom Planeten Phaester Osiris stammenden Osirianer hatten ihren ersten Auftritt 1975 im vierteiligen Handlungsstrang „Pyramids of Mars“. Dieser Bogen gehörte zur 13. Staffel - mit Tom Baker in der Rolle des vierten Doktors - und wurde bislang nicht in Deutschland veröffentlicht. Das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch, da die Herkunft der Außerirdischen ausreichend beleuchtet wird. „Sands of Time“, so der Originaltitel, erschien erstmals 1996 als Teil der „Missing Adventures“ von VIRGIN PUBLISHING.

Fazit:

Innerhalb der MONSTER-Edition ein weitestgehend guter Roman, der den Charakter der Serie gut wiederspiegelt. Eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Mystery und Sci-Fi. Die Hüpfer in der Zeit können zwar manchmal etwas verwirren, trüben den Spaß aber nur in erträglichem Rahmen. Wie Napoleon Bonaparte und der Mars nun noch in die Story passen, muss jeder für sich selbst entdecken.

Doctor Who: Sand der Zeit (MONSTER-Edition 7)

Justin Richards, Cross Cult

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